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Notfälle, Unwetter

Die Kanzlerin spricht im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz von einer «surrealen gespenstischen Situation».

18.07.2021 - 14:48:09

Hochwasser in Deutschland - Merkel: «Deutsche Sprache kennt kaum Worte für Verwüstung». Sie verspricht schnelle Hilfe - und appelliert, dass es eine anhaltende Solidarität brauche.

  • Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz - Foto: Thomas Frey/dpa

    H?user, in die niemand mehr zur?ckkehren kann: Viele Menschen im Ahrtal haben ihre komplette Existenz verloren. Foto: Thomas Frey/dpa

  • Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz - Foto: Thomas Frey/dpa

    Kampf gegen die braunen Massen: In Ahrweiler versuchen Anwohner und Ladeninhaber, ihre H?user von Schlamm zu befreien. Foto: Thomas Frey/dpa

  • Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz - Foto: Thomas Frey/dpa

    Unpassierbar: Br?cken, Stra?en, Gleisen - in den Katastrophenregionen wurde vielerorts auch die Infrastruktur schwer besch?digt. Foto: Thomas Frey/dpa

  • Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz - Foto: Thomas Frey/dpa

    Autos, Geb?udetr?mmer, M?bel: Im Ahrtal in Rheiland-Pfalz werden die Aufr?umarbeiten wohl Wochen, wenn nicht gar Monate dauern. Foto: Thomas Frey/dpa

  • Angela Merkel im Hochwassergebiet - Foto: Christof Stache/POOL AFP/dpa

    Kanzlerin im Katastrophengebiet: Begleitet von Rheinland-Pfalz' Ministerpr?sidentin Malu Dreyer hat Angela Merkel den Hochwasser-Hotspot Schuld besucht. Foto: Christof Stache/POOL AFP/dpa

Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz - Foto: Thomas Frey/dpaNach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz - Foto: Thomas Frey/dpaNach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz - Foto: Thomas Frey/dpaNach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz - Foto: Thomas Frey/dpaAngela Merkel im Hochwassergebiet - Foto: Christof Stache/POOL AFP/dpa

- Vier Tage nach den verheerenden Unwettern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 150 gestiegen. Zerstörte Häuser, Brücken, Straßen und Bahnstrecken - die Wassermassen haben eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

Im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel von einer «surrealen gespenstischen Situation». Die CDU-Politikerin besuchte gemeinsam mit der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) unter anderem die schwer vom Hochwasser getroffene Eifelgemeinde Schuld, sprach mit Betroffenen und Einsatzkräften. «Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die angerichtet ist», sagt die Kanzlerin im Anschluss.

Merkel verspricht schnelle Hilfe, macht aber auch deutlich, dass es einen langen Atem brauche. «Ich bin mir sicher, dass die bundesweite Solidarität anhalten wird», appelliert die Kanzlerin. «Ganz kurzfristig wird es hier nicht wieder alles in ordnung sein.»

Die jüngste Katastrophe zeige, «mit welcher Gewalt die Natur agieren kann». Die Politik müsse Natur und Klima stärker in Betracht ziehen, als das bislang gemacht worden sei, so die Kanzlerin.

Allein 110 Toten im Kreis Ahrweiler

Der Schwerpunkt der Katastrophe in Rheinland-Pfalz liegt im Kreis Ahrweiler. Allein dort kamen nach jüngsten Angaben der Polizei Koblenz über 110 Menschen ums Leben. 670 Menschen wurden verletzt. Es wird befürchtet, dass noch weitere Todesopfer und Verletzte hinzukommen. «Wenn Sie die Bilder sehen, wie es da aussieht, kann man nicht ausschließen, dass noch weitere Leichen gefunden werden», hatte ein Sprecher gesagt.

In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der bestätigten Todesopfer zuletzt bei 46, darunter waren vier Feuerwehrleute. Im Hochwasser-Hotspot Erftstadt westlich von Köln suchen immer noch zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden nach Angaben der Stadt bei der «Personenauskunftsstelle» 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist.

Im Stadtteil Blessem wollten Fachleute am Sonntag die Stabilität des Untergrunds prüfen. Sie sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen. Die Lage sei unverändert angespannt. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden. Mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der Burg stürzten ein.

Einen Rückschlag gab es bei Euskirchen an der Steinbachtalsperre südwestlich von Bonn. Dort fließt das Wasser langsamer als erwartet ab. Eigentlich hatten die Behörden gehofft, am Sonntagnachmittag Entwarnung geben zu können. Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen.

Scholz: «Es geht um Milliarden Euro»

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat unterdessen Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe im Westen in Aussicht gestellt. «Es braucht einen nationalen Kraftakt», sagte der SPD-Politiker der «Bild am Sonntag». Er wolle am Mittwoch im Kabinett zwei Dinge auf den Tisch legen. «Erstens eine Soforthilfe, bei der letzten Flut waren dafür deutlich mehr als 300 Millionen Euro nötig. Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht», erläuterte Scholz.

«Zweitens müssen wir die Grundlage für ein Aufbauprogramm schaffen, damit die zerstörten Häuser, Straßen und Brücken zügig repariert werden. Wie wir von der vorherigen Katastrophe wissen, geht es um Milliarden Euro.»

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), der am Samstag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Katastrophengebiet in Erftstadt besucht hatte, versprach Direkthilfe für die betroffenen Menschen und sagte zu, dass «sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt» werde.

Steinmeier hatte zu Solidarität und Spenden für die Opfer aufgerufen. «Die Unterstützungsbereitschaft, sie muss anhalten, im Großen wie im Kleinen», sagte er. Für Montag hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angekündigt.

© dpa-infocom, dpa:210718-99-422001/14

@ dpa.de

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