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Bundestag, Wahlen

Die in Thürigen wegen rechtsextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtete AfD ist dort zur stärksten Partei geworden.

27.09.2021 - 05:08:08

Bundestagswahl - AfD stärkste Partei in Sachsen und Thüringen. Auch in Sachsen gewinnt die AfD.

Erfurt - Die AfD ist bei der Bundestagswahl in den Bundesländern Thüringen und Sachsen stärkste Partei geworden.

Nach Abschluss der Auszählung lag die AfD, die in Thüringen wegen rechtsextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet wird, dort bei 24,0 Prozent der Stimmen.

Die SPD wurde in Thüringen mit 23,4 Prozent zweistärkste Partei, die CDU kam auf 16,9 Prozent und Rang drei. Die Linke, die in Thüringen mit Bodo Ramelow den Ministerpräsidenten stellt, sank auf 11,4 Prozent. Die FDP kam auf 9,0 Prozent der Stimmen, die Grünen auf 6,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,9 Prozent etwa auf dem Niveau von 2017.

Erstmals bei einer Bundestagswahl in Thüringen hat die AfD Direktmandate gewonnen. Ihre Kandidaten erhielten in zwei Wahlkreisen in Ostthüringen sowie in je einem in Mittel- und Südwestthüringen die meisten Stimmen. Die SPD konnte drei Wahlkreise für sich entscheiden, darunter in Südthüringen gegen den umstrittenen CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen. Die CDU, die 2017 alle acht Wahlkreise gewann, behauptete sich nur noch mit ihrem Kandidaten in ihrer Hochburg im katholisch geprägten Eichsfeld.

Sieg in Sachsen

Auch in Sachen hat die AfD die Bundestagswahl klar für sich entschieden. Nach Auszählung aller Stimmbezirke lag die Alternative für Deutschland am frühen Montagmorgen bei 24,6 Prozent der Zweitstimmen. Die SPD konnte mit 19,3 Prozent die erfolgsverwöhnte CDU (17,2) auf Platz 3 verdrängen. Dahinter rangieren die FDP (11,0), die Linken (9,3) und die Grünen (8,6).

Allerdings konnte auch die AfD in Sachsen nicht an ihr Ergebnis von 2017 anknüpfen, als sie 27 Prozent der Zweitstimmen erzielte und die Union (26,9) hauchdünn bezwang. Im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl büßte die AfD absolut knapp 63.000 Zweitstimmen ein. Die Linken mussten ebenfalls Federn lassen. 2017 hatten sie noch 16,1 Prozent der Zweitstimmen gewonnen. Auch bei den Erststimmen dominierte die AfD in Sachsen. Sie gewann zehn von 16 Direktmandaten.

Der sächsische CDU-Generalsekretär Alexander Dierks zeigte sich mit Blick auf die Ergebnisse seiner Partei bitter enttäuscht. Marco Wanderwitz, Spitzenkandidat der CDU im Freistaat, führte die Verluste auch auf die späte Kandidatenkür seiner Partei und Debatten darüber zurück. Im Wahlkampf habe man das als «Klotz am Bein» gespürt.

Ähnlich war die Stimmungslage bei den Linken. «Das ist zweifelsfrei ein herber Schlag, nicht nur für uns als Partei, sondern auch für unser Hauptanliegen, etwas gegen die große soziale Ungleichheit zu tun», sagten die Parteivorsitzenden Susanne Schaper und Stefan Hartmann. Bei den anderen Parteien dominierte Zufriedenheit. «Wir sind die Gewinner dieses Abends», sagte SPD-Parteichef Martin Dulig unter dem Jubel der Genossen bei einer Wahlparty. Die Grünen hielten eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei für angesagt.

Direktmandat in Sachsen-Anhalt

Außerdem hat die AfD erstmals bei einer Bundestagswahl ein Direktmandat in Sachsen-Anhalt gewonnen. Im Wahlkreis 71 Anhalt holte AfD-Kandidat Kay-Uwe Ziegler 24,2 Prozent der Erststimmen und landete damit vor dem Kandidaten der CDU, Frank Wyszkowski (23,5 Prozent). Dahinter folgen die SPD-Kandidatin Anne Stamm (20,7 Prozent) und der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken-Bundestagsfraktion Jan Korte (14,8 Prozent).

Ziegler zieht damit erstmals in den Bundestag ein. Der Kaufmann aus Bitterfeld-Wolfen beerbt den CDU-Mann Kees de Vries, der vor vier Jahren das Direktmandat mit 31,6 Prozent der Erststimmen gewonnen hatte. Die AfD holte damals 22,2 Prozent der Erststimmen.

Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis Anhalt bei 64,9 Prozent, 2017 hatten sich 65,9 Prozent der Wahlberechtigten des Wahlkreises beteiligt. Zum Wahlkreis gehören neben dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld auch eine Reihe von Gemeinden im Salzlandkreis wie Bernburg, Hecklingen, Könnern und Staßfurt.

© dpa-infocom, dpa:210927-99-373855/6

@ dpa.de