Gesundheit, Krankheiten

Die Impfquote in Deutschland steigt im Schneckentempo an - dürfte aber höher liegen als offiziell bekannt.

22.10.2021 - 10:40:10

Corona-Pandemie - Fast 70 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Ein Wirtschaftsinstitut beziffert die Kosten von ungeimpften Menschen in Krankenhäusern.

Berlin - Fast 70 Prozent der Menschen in Deutschland sind mindestens einmal geimpft. Das sind knapp 57,4 Millionen Menschen (69,1 Prozent), wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht.

66,1 Prozent der Gesamtbevölkerung (54,9 Millionen Menschen) ist inzwischen vollständig geimpft. Am Donnerstag wurden in Deutschland rund 192.700 Dosen verabreicht.

Bei aktuell im Mittel rund 124.400 Impfungen pro Tag wird laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums im Schnitt rechnerisch mehr als eine Person pro Sekunde geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte.

Hohe Kosten wegen Ungeimpften?

Für die stationäre Behandlung ungeimpfter Corona-Patienten erwarten Wissenschaftler des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in diesem Winter stark steigende Kosten. Diese wären bei einer höheren Impfquote vermeidbar, wie das Institut mitteilte. Im Winter drohen den Berechnungen zufolge Ausgaben von rund 180 Millionen Euro pro Woche für die Krankenhausbehandlung von Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung.

Seit August liege der Anteil ungeimpfter Personen an den stationären Corona-Behandlungen bei durchschnittlich fast 85 Prozent. Die Behandlungskosten pro Patient betragen nach Angaben der AOK durchschnittlich 10.200 Euro. Damit ergeben sich nach der Berechnung der Kieler Wissenschaftler für die Monate August und September 2021 Ausgaben von mehr als 160 Millionen Euro für die stationäre Behandlung von ungeimpften und an Corona erkrankten Erwachsenen. Unter Einbeziehung von erwarteten Nachmeldungen durch das Robert Koch-Institut (RKI) steige die Summe auf rund 180 Millionen Euro.

Im Winter könnten die Ausgaben auf 180 Millionen Euro pro Woche steigen, sollte die Impfquote nicht zulegen und die Prognose des RKI von einer 7-Tage-Inzidenz von 400 pro 100.000 Einwohnern eintreten. Die Autoren rechnen auch mit einer Steigerung der durchschnittlichen Behandlungskosten, da die Intensivbetten zunehmend mit Jüngeren belegt werden könnten, die eine höhere Überlebenschance hätten, was die die Behandlungsdauer verlängere.

© dpa-infocom, dpa:211022-99-693337/2

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Corona-Pandemie - Großbritannien: Einfallstor für die Omikron-Variante?. Härtere Corona-Maßnahmen lehnt die Regierung bisher jedoch ab. Die Ausbreitung der Omikron-Variante nimmt in Großbritannien nach Ansicht von Experten Fahrt auf. (Wissenschaft, 07.12.2021 - 14:02) weiterlesen...

Corona-Pandemie - WHO Europa: Impfpflicht als «ein absoluter letzter Ausweg». Im Kampf gegen Delta und Omikron müssten nun die Impfraten gesteigert werden. Die WHO Europa registriert seit Beginn der Pandemie fast 90 Millionen Infektionen. (Wissenschaft, 07.12.2021 - 13:26) weiterlesen...

Corona-Pandemie - WHO Europa: Kampf gegen Delta nützt auch gegen Omikron. Doch bei der Sorge vor Omikron dürfe die Delta-Variante nicht vernachlässigt werden, sagt die WHO Europa. Die neue Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich auch in Europa immer weiter aus. (Wissenschaft, 07.12.2021 - 13:06) weiterlesen...

Corona-Fallzahlen - RKI registriert leicht sinkende Inzidenz. Unklar ist, wie belastbar die Zahlen sind. Und bei den Todesfällen gibt es einen entgegengesetzten Trend. Flacht die vierte Welle langsam ab? Die Zahl der Neuinfektionen und die Inzidenz sinken. (Politik, 07.12.2021 - 07:26) weiterlesen...

Auto - Verkehrsdaten zeigen: Pendler stehen wieder mehr im Stau. Pendler sparten viel Zeit auf dem Weg zur Arbeit. Doch in diesem Jahr ist die Verschnaufpause bereits wieder vorbei, wie eine Analyse zeigt. 2020 hatte Corona den Verkehr einbrechen lassen. (Politik, 07.12.2021 - 07:26) weiterlesen...

Pandemiepolitik - Klingbeil: Kein parteipolitisches Denken bei Corona In der Debatte um die Corona-Maßnahmen dürfe es keine «Farbspiele» geben, so der designierte Parteichef der SPD, Lars Klingbeil. (Politik, 07.12.2021 - 02:56) weiterlesen...