Letzte Generation, Protest

Die Gruppe «Letzte Generation» hat in den vergangenen Wochen Straßen blockiert und Gemälde angegriffen.

08.12.2022 - 10:52:27

Klimaaktivisten stören Flugbetrieb am Münchner Flughafen. Nun gelingt es ihr ein zweites Mal, den Flugbetrieb eines großen Flughafens zu stören.

  • Aktivisten klegen sich am Rollfeld des Flughafens fest (Symbolbild). - Foto: Matthias Balk/dpa

    Matthias Balk/dpa

  • Ein Klimaaktivist sitzt mit angeklebter Hand auf dem Start-und Landebahn am Airport Franz-Josef-Strauß in München. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

    Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Aktivisten klegen sich am Rollfeld des Flughafens fest (Symbolbild). - Foto: Matthias Balk/dpaEin Klimaaktivist sitzt mit angeklebter Hand auf dem Start-und Landebahn am Airport Franz-Josef-Strauß in München. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wegen eines Klimaprotests ist nach Angaben des Münchner Flughafens eine der beiden Start- und Landebahnen des Airports vorübergehend gesperrt worden. Der Flugbetrieb läuft wieder uneingeschränkt. Die nördliche Start- und Landebahn konnte bereits relativ kurze Zeit nach der Sperrung wieder freigegeben werden, wie ein Flughafensprecher sagte. «Die sind sehr schnell von der Bundespolizei wieder entfernt worden.»

Auch weil die südliche Start- und Landebahn durchgehend in Betrieb war, habe es keine Annullierungen von Flügen und nur geringfügige Verspätungen gegeben, hieß es weiter. Die Aktivisten seien festgenommen worden.

Laut einem Sprecher des Flughafens haben sich Aktivisten am Rollfeld im Norden des Flughafens festgeklebt. Die Polizei rückte zu einem Großeinsatz aus. Laut Airport hatten die Aktivisten auch versucht, an der Südseite des Flughafens auf das Gelände zu kommen, sie seien aber von der Polizei daran gehindert worden.

Wissing: «Kriminelle Machenschaften»


kriminellen Machenschaften gefährden die Aktivisten der 'Letzten Generation' den gesellschaftlichen Konsens», erklärte Wissing in einer schriftlichen Mitteilung. «Eine Demokratie
entscheidet aufgrund von Mehrheiten und lässt sich nicht erpressen», betonte der Minister. Gleichzeitig müsse sich der Rechtsstaat gegen Straftäter «entschlossen zur Wehr setzen».

Kritik auch von Habeck

Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kritisierte die Blockadeaktionen. Der Grünen-Politiker sagte am Rande eines Besuchs in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria, Protest gegen Umweltzerstörung oder gegen Klimazerstörung sei gerechtfertigt und richtig. «Aber er sollte so gewählt sein, dass Menschen nicht unnötig darunter leiden, damit die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Klimaschutz nicht gefährdet wird.»

«Wir haben schnell reagiert»

Die Klimaschutz-Demonstranten haben nach eigenen Angaben auch versucht, den Betrieb am Berliner Flughafen zu stören. Die Bundespolizei hat nach eigenen Angaben den Einsatz beendet und festgeklebte Demonstranten vom Rollfeld gelöst. Der Flugbetrieb sei nicht beeinträchtigt gewesen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Berlin. «Der Einsatz ist beendet.» Zwei Klimaaktivisten hätten sich zuvor Zutritt zum Sicherheitsbereich des Flughafens verschafft und seien auf das Rollfeld gelangt. Dort hätten sie sich festgeklebt. Sechs andere Klimaaktivisten seien nicht auf das Flughafengelände gelangt.



«Drohende Klimahölle»

Ende November hatte die Gruppierung den Berliner Hauptstadtflughafen BER für fast zwei Stunden lahmgelegt. Damals verschafften sich zwei Gruppen bestehend aus jeweils mehreren Menschen Zugang zum Flughafengelände. Einige von ihnen hatten sich nach Polizeiangaben am Boden festgeklebt. Die Gruppe selbst teilte mit, dass einige Aktivisten mit Fahrrädern über das Gelände gefahren seien. Der Berliner Flughafen hatte den Betrieb auf beiden Start- und Landebahnen gestoppt.

Die Gruppe «Letzte Generation» zeigte sich für die Aktion verantwortlich. «Wir sind immer bereit für konstruktive Gespräche, so wie auch gestern mit dem bayerischen Innenminister (Joachim Herrmann). Aber was wir angesichts der drohenden Klimahölle brauchen, sind Handlungen und nicht nur leere Worte», sagte Sprecherin Aimée van Baalen.

Die Gruppe, die zuletzt auch häufig Straßen in München und Berlin blockierte, verlangt von der Bundesregierung einen besseren Klimaschutz und fordert unter anderem ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen und ein 9-Euro-Bahnticket für ganz Deutschland.

@ dpa.de