Kriminalität, Spionage

Die Fronten zwischen Großbritannien und Russland nach dem Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Skripal und seine Tochter bleiben verhärtet.

05.04.2018 - 14:07:26

Antrag von Russland - Fall Skripal: Sitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. Nun hat Moskau eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats gefordert.

New York - Der UN-Sicherheitsrat befasst sich heute mit dem Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien. Die britische Regierung macht Russland für die Attacke am 4. März im südenglischen Salisbury verantwortlich.

Großbritanniens Premierministerin Theresay May hatte UN-Generalsekretär António Guterres Mitte März über die Attacke informiert und gefordert, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. «Diese Attacke auf britischem Boden mit verbotenen Chemiewaffen ist nicht nur für sich genommen eine Straftat, sondern eine klare Herausforderung eines Mitgliedstaats der Vereinten Nationen gegen die internationale Ordnung», schrieb May.

Der 66-Jährige Skripal befindet sich in einem kritischen Zustand, seiner 33 Jahre alten Tochter geht es besser. Nach Erkenntnissen britischer Forscher wurde bei dem Attentat das Nervengift Nowitschok verwendet, das einst in der Sowjetunion produziert wurde.

Schon am Mittwoch waren die unversöhnlichen Positionen der beiden Länder bei der ersten direkten Konfrontation seit dem Vorfall deutlich geworden. Die Sondersitzung des Exekutivrats der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag endete mit heftigen gegenseitigen Vorwürfen. London beharrte darauf, dass Moskau hinter der Attacke stecke. Die britische Regierung bezeichnete den russischen Vorschlag, gemeinsam zu ermitteln, als «pervers».

Russland wies dagegen die Vorhaltungen Großbritanniens erneut als haltlos zurück. Das Land habe längst alle Bestände seiner C-Waffen vernichtet. Zuvor hatte Russland die Vorwürfe Großbritanniens bereits als inszeniert bezeichnet. Es handele sich um eine «groteske Provokation, grob fabriziert von den britischen und amerikanischen Geheimdiensten», sagte der Chef des russischen Auslandsgeheimdienst SWR, Sergej Naryschkin, in Moskau. Die EU-Staaten wiesen die Vorhaltungen Russlands dagegen als total inakzeptabel zurück.

Ein Vorschlag Moskaus zu einer unabhängigen Untersuchung mit Beteiligung Russlands wurde bei der OPCW-Sitzung mehrheitlich abgelehnt, wie der russische Vertreter bei der Organisation, Alexander Schulgin, mitteilte. Russland hatte das Ansinnen gemeinsam mit China und dem Iran vorgebracht.

Die OPCW erwartet in der kommenden Woche die Ergebnisse der Laboruntersuchungen. Sie werde den Bericht dann an Großbritannien übergeben, teilte die Organisation bei der Sondersitzung ihres Exekutivrates mit, die Russland beantragt hatte. OPCW-Experten hatten Proben im britischen Salisbury entnommen sowie auch Blutproben der Opfer bekommen. Diese werden in internationalen Labors analysiert.

Britische Experten haben unterdessen einem Medienbericht zufolge das russische Labor identifiziert, aus dem das Gift für den Anschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal stammen soll. Dies sei mit Hilfe von wissenschaftlichen Analysen und der Geheimdienste gelungen, berichtete die Zeitung «The Times». Die Experten seien sich recht sicher, wenn auch nicht zu 100 Prozent. Eine klare Quelle nannte das Blatt allerdings nicht.

Der frühere russische Doppelagent Skripal war am 4. März gemeinsam mit seiner Tochter Julia im südenglischen Salisbury vergiftet worden. Der 66-Jährige befindet sich in einem kritischen Zustand, seiner 33 Jahre alten Tochter geht es besser. Nach Erkenntnissen britischer Forscher wurde bei dem Attentat das Nervengift Nowitschok verwendet, das einst in der Sowjetunion entwickelt wurde.

Der Streit zwischen Moskau und London hat eine schwere diplomatische Krise ausgelöst. Rund 25 westliche Staaten und die Nato wiesen als Reaktion auf den Anschlag etwa 150 russische Diplomaten aus. Moskau verwies im Gegenzug genauso viele westliche Diplomaten des Landes.

@ dpa.de

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