Nobelpreise, Norwegen

Die Erwartungen haben sich bestätigt: Der Friedensnobelpreis ehrt den Kampf gegen Atom-Waffen.

06.10.2017 - 11:14:06

Auszeichnung für Ican - Friedensnobelpreis für den Kampf zur atomaren Abrüstung. Ausgezeichnet wird die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican).

  • Nobelpreis - Foto: Kay Nietfeld

    Nobelpreis-Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel. Der Empfänger des Friedensnobelpreises 2017 wird verkündet. Foto: Kay Nietfeld

  • ICAN-Aktivisten - Foto: Britta Pedersen

    ICAN-Aktivisten im vergangenen Monat bei einer Protestaktion gegen den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea vor der US-Botschaft in Berlin. Foto: Britta Pedersen

Nobelpreis - Foto: Kay NietfeldICAN-Aktivisten - Foto: Britta Pedersen

Oslo - Der Friedensnobelpreis 2017 geht an die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican). Die Organisation erhalte die Auszeichnung für «ihre Arbeit, Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen von Atomwaffen zu lenken».

Ican habe sich bahnbrechend um ein vertragliches Verbot solcher Waffe bemüht, wie das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekanntgab.

Experten hatten im Vorfeld einen Preis im Kontext des Kampfes gegen Atomwaffen vorhergesagt. Die Osloer Jury hatte sich in diesem Jahr unter 318 Anwärtern entscheiden müssen - 215 Personen und 103 Organisationen waren für den Preis vorgeschlagen. Nur wenige Nominierungen waren im Vorhinein bekannt.

Im vergangenen Jahr hatten die fünf Mitglieder des Nobelkomitees Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos ausgezeichnet. Er erhielt den Nobelpreis für «seine entschlossenen Anstrengungen, den mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg in dem Land zu beenden».

Wenige Wochen zuvor hatten Santos und der Chef der linken Farc-Guerilla, Rodrigo Londoño alias «Timochenko», Geschichte geschrieben, als sie nach Jahrzehnten des Konflikts mit mehr als 220 000 Toten und Millionen Vertriebenen einen Friedensvertrag unterzeichneten.

Wie die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur wird der mit neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 940 000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, verliehen. Überreicht wird die Auszeichnung anders als die anderen Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Warum Nobel dies entschied, ist nicht bekannt. In seinem Testament legte der Dynamit-Erfinder fest, die Auszeichnung solle an denjenigen gehen, der «am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verkleinerung stehender Armeen» gewirkt hat.

@ dpa.de

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