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Krankheiten, Gesundheit

Die ersten Passagiere gehen von Bord der «Westerdam».

14.02.2020 - 10:24:06

Neuartige Lungenkrankenheit - Covid-19: Zahlen steigen in China weiter. Aida Cruises beendet die Asien-Saison vorzeitig.

  • Gegenseitige Hilfe - Foto: Wang Hai/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa

    Gemeinsam geht es besser: Freiwillige Helfer ziehen sich ihre Schutzanzüge an. Foto: Wang Hai/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa

  • Coronavirus - China - Foto: Li Jianan/XinHua/dpa

    Medizinische Spezialisten mit Mundschutz und Kopfhauben sitzen vor Computern, und bieten Online-Dienste für Patienten im "Henan Provincial People's Hospital" in der Provinz Henan in Zentralchina an. Foto: Li Jianan/XinHua/dpa

Gegenseitige Hilfe - Foto: Wang Hai/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpaCoronavirus - China - Foto: Li Jianan/XinHua/dpa

Peking/Phnom Penh - Ein Ende der Covid-19-Epidemie ist weiter nicht in Sicht. Die Infektionen mit Sars-CoV-2 in China sind mit einer neuen Zählweise der Infektionen am Freitag wieder stark gestiegen.

Landesweit sind derzeit in der offiziellen Statistik knapp 64.000 Infektionen erfasst, knapp 1400 Menschen starben demnach. Die Dunkelziffer liegt Experten zufolge aber deutlich höher. Die Rückreise von zig Millionen Chinesen, die nach den wegen Covid-19 verlängerten Ferien nun wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, lässt neue Infektionswellen befürchten.

«Wir sind momentan nicht in der Lage, die Dynamik des Ausbruchs zu prognostizieren», sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Donnerstag in Berlin. Bisherige Daten deuten demnach darauf hin, dass die neue Lungenerkrankung Covid-19 in China ähnlich verläuft wie eine schwere Grippewelle. Der Berliner Virologe Christian Drosten erklärte, dass sich Sars-CoV-2 wie das Influenzavirus im Rachen vermehre, was es ansteckender mache als anfangs vermutet.

Ziel in Deutschland ist es nach RKI-Angaben, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern. Möglichst vermieden werden soll demnach, dass eine Covid-19- und die derzeit auch in Deutschland laufende Grippewelle zusammenfallen. Drosten wies allerdings auf perspektivisch begrenzte Möglichkeiten der Eindämmung hin: «Irgendwann wird es wahrscheinlich dazu kommen, dass unbemerkte Infektionen plötzlich bemerkt werden.» Die derzeit aus China bekannten Zahlen seien mit Vorsicht zu genießen, betonten die Experten. «Es sind Trends», so Wieler.

Aufatmen konnten die Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff «Westerdam»: Nach tagelanger Irrfahrt durch asiatische Gewässer konnten die ersten von knapp 2300 Gästen und Crewmitgliedern am Freitag in Kambodscha das Schiff verlassen. In Thailand sollte am Freitag die «Aidavita» im Hafen von Laem Chabang bei Bangkok ankommen. Das Kreuzfahrtschiff mit rund 1100 Passagieren zumeist aus Deutschland und 400 Crew-Mitgliedern hatte zuvor nicht in Vietnam anlegen dürfen.

Die Reederei stellt die Asienfahrten der «Aidavita» und «Aidabella» nun wegen der Covid-19-Ausbreitung und zunehmender Reiseeinschränkungen für diese Saison ein. Regulär hätte das Programm noch bis April gedauert, für jedes Schiff seien bis dahin noch vier Reisen geplant gewesen, hieß es von Aida Cruises. «Die Schiffe werden in andere Fahrtgebiete überführt.»

Nach dem Nachweis von inzwischen mehr als 200 Infektionen auf der vor Yokohama in Quarantäne liegenden «Diamond Princess» zögern asiatische Länder, Kreuzfahrtschiffe überhaupt noch in ihre Häfen einlaufen zu lassen. Nachdem die «Westerdam» von Thailand, Taiwan, Japan, Guam und den Philippinen abgelehnt worden war, hatte das aus Hongkong kommende Schiff am Donnerstag in Sihanoukville in Kambodscha anlegen können. Unter den Passagieren waren nach Angaben der Reederei Holland America Line auch 57 Deutsche. Sars-CoV-2-Fälle gab es bisherigen Erkenntnissen zufolge an Bord nicht.

In China war die Zahl erfasster Infektionen am Donnerstag dramatisch um etwa 15.000 gestiegen, weil sich die Zählweise in der besonders betroffenen Provinz Hubei verändert hatte. Die Vorgabe ist dort nun, auch klinische Diagnosen von Covid-19 zu erfassen, da die DNA-Tests im Labor oft unzureichende Ergebnisse lieferten. Bei den 4823 neuen Infektionen mit Sars-CoV-2 von Donnerstag auf Freitag allein in Hubei wurden 3095 Fälle mit nur klinischer Diagnose mitgerechnet, wie die Gesundheitskommission der Provinz berichtete. Im Rest des Landes wird diese Zählweise nicht verwendet.

Außerhalb von Festland-China sind in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 580 Fälle bestätigt. Auch hier gehen viele Experten allerdings von zahlreichen nicht erfassten Infektionen aus. In Deutschland wurden bisher 16 Infektionen festgestellt.

@ dpa.de

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