International, Konflikte

Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem hat bei den Palästinensern großen Zorn ausgelöst - und viel Blutvergießen bei Unruhen an der Gaza-Grenze.

16.05.2018 - 10:42:05

«Historischer Tag» - Guatemala eröffnet Botschaft in Jerusalem. Doch nun verlegt schon das zweite Land seine Vertretung in die Heilige Stadt.

  • Guatemala eröffnet Botschaft in Jerusalem - Foto: Especial/NOTIMEX/Illustration

    Nationalflaggen von Guatemala und Israel in Guatemala. Foto: Especial/NOTIMEX/Illustration

  • Neue Botschaft in Jerusalem - Foto: Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP

    Das lateinamerikanische Land Guatemala hat in Jerusalem feierlich seine Botschaft eröffnet. Foto: Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP

Guatemala eröffnet Botschaft in Jerusalem - Foto: Especial/NOTIMEX/IllustrationNeue Botschaft in Jerusalem - Foto: Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP

Jerusalem - Nach den Vereinigten Staaten hat auch Guatemala am Mittwoch feierlich seine Botschaft in Jerusalem eröffnet. Präsident Jimmy Morales sprach von einer «mutigen Entscheidung» seines Landes und einem «wichtigen Schritt für die Zukunft beider Völker».

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dankte Morales und sagte, Guatemala sei «immer unter den Ersten» gewesen.

Guatemalas Botschafterin Sara Solis sprach von einem «historischen Tag, an dem die Botschaft in die israelische Hauptstadt zurückkehrt». Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums nannte die Eröffnung einen «großartigen Moment».

Das lateinamerikanische Land folgte damit dem umstrittenen Schritt des US-Präsidenten Donald Trump. Kommende Woche folgt dann Paraguay. Nach der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem war es am Montag an der Gaza-Grenze zu schweren Konfrontationen gekommen, bei denen israelische Soldaten 60 Palästinenser töteten. Dies löste international scharfe Kritik aus.

Die Verlegungen der Botschaften sind umstritten. Der Status von Jerusalem soll nach Auffassung der internationalen Gemeinschaft in zukünftigen Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern festgelegt werden. Israel beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt, die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen eigenen Staat Palästina.

Guatemala hatte als zweites Land nach den USA den Staat Israel am 14. Mai 1948 diplomatisch anerkannt und 1956 erstmals seine Botschaft in Jerusalem eröffnet. Nach Angaben von Arie Kacowicz, Professor für internationale Beziehungen an der Hebräischen Universität, hatten Guatemala und mehrere andere lateinamerikanische Länder ihre Botschaften bis 1980 in Jerusalem. Dann annektierte Israel den 1967 eroberten Ostteil Jerusalems und Guatemala zog seine diplomatische Vertretung ab. Danach befand sich die Botschaft in Tel Aviv.

«Israel und Guatemala haben seit langem gute Beziehungen», sagte Kacowicz. Grund für den Umzug der Botschaft sei jedoch «nicht nur das Verhältnis zu Israel, sondern auch (Guatemalas) große Abhängigkeit von den USA».

Der lateinamerikanische Staat hatte 1994 schon einmal beabsichtigt, seine Botschaft wieder nach Jerusalem zu verlegen. Der damalige Präsident Ramiro De León hatte dies angeordnet - zog wegen Protesten in Guatemala jedoch die Entscheidung zurück.

Im Januar erklärte Israel Guatemala zum Land mit Priorität bei Kooperationen, im März besuchte der Chef der Agentur für internationale Entwicklungskooperation des israelischen Außenministeriums (MASHAV), Gil Haskel, das Land.

Problematisch könnte die Verlegung der Botschaft für den Handel Guatemalas werden: Das Land ist der weltgrößte Produzent von Kardamom, die Märkte in arabischen Ländern sind wichtige Abnehmer des Gewürzes. Die Rund 40 000 eher kleinen Kardamom-Produzenten fürchten einen Boykott ihrer Ware nach der Botschaftsverlegung.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Streit um Staatsnamen - Verletzte und Festnahmen nach Demonstrationen in Skopje. Doch Nationalisten auf beiden Seiten finden sich damit nicht ab. Der Streit zwischen Athen und Skopje um den Staatsnamen Mazedonien oder Nord-Mazedonien lässt sich auf höchster Ebene leicht lösen. (Politik, 18.06.2018 - 10:32) weiterlesen...

STreit um Staatsnamen - Verletzte und Festnahmen nach Demonstrationen in Skopje. Doch Nationalisten auf beiden Seiten finden sich damit nicht ab. Der Streit zwischen Athen und Skopje um den Staatsnamen Mazedonien oder Nord-Mazedonien lässt sich auf höchster Ebene leicht lösen. (Politik, 18.06.2018 - 08:36) weiterlesen...

Verletzte und Festnahmen nach Demonstrationen in Skopje. Nach ersten Medienberichten mussten sieben Polizisten und mindestens drei Demonstranten zur Behandlung ins Krankenhaus. Mindestens elf Demonstranten wurden festgenommen. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein, um die gewaltsamen Proteste vor dem Parlamentsgebäude aufzulösen. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik soll sich künftig Nord-Mazedonien nennen. Skopje - Bei gewaltsamen Demonstrationen in der mazedonischen Hauptstadt Skopje gegen die mit Griechenland getroffene Vereinbarung zur Änderung des Landesnahmens sind mehrere Menschen verletzt worden. (Politik, 18.06.2018 - 01:50) weiterlesen...

Griechenland und Mazedonien legen Namensstreit bei. Danach soll die ehemalige jugoslawische Teilrepublik sich künftig Nord-Mazedonien nennen. Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur Nato und in die EU nicht länger blockieren. Mazedonien grenzt im Süden an die griechische Region mit dem gleichen Namens. Griechenland spricht dem Nachbarland das Recht auf den historischen Namen ab. Athen - Griechenland und Mazedonien haben eine Vereinbarung zur Beilegung des seit gut einem Vierteljahrhundert andauernden Streits um den Namen Mazedonien unterzeichnet. (Politik, 17.06.2018 - 11:32) weiterlesen...

«Historischer Schritt» - Griechenland und Mazedonien legen Namensstreit bei. Nun ist der Zwist nach einem Vierteljahrhundert beigelegt. Seit dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens gab es zwischen Athen und Skopje Streit um den Namen Mazedonien. (Politik, 17.06.2018 - 11:22) weiterlesen...

Mazedonien-Kompromiss: Athener Parlament lehnt Misstrauensantrag ab. Die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia wollte mit dem Antrag verhindern, dass die im jahrzehntelangen Namensstreit mit dem Nachbarsstaat Mazedonien ausgehandelte Kompromisslösung in Kraft treten kann. Danach soll sich die ehemalige jugoslawische Teilrepublik künftig Nord-Mazedonien nennen. Athen ? Der linke griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und seine Regierung haben eine Kraftprobe im Parlament überstanden: 153 Abgeordnete stimmten in Athen gegen einen Misstrauensantrag der konservativen Opposition, 127 Abgeordnete dafür. (Politik, 16.06.2018 - 21:58) weiterlesen...