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Gesundheit, Corona

Die Entwicklung in einigen Bundesstaaten im Süden bringt Joe Bidens Erfolge im Kampf gegen die Pandemie ins Wanken.

06.08.2021 - 05:42:10

Coronavirus - Pandemie des Südens: Druck auf US-Hotspots Florida und Texas. Vor allem in Texas und Florida steigen die Corona-Infektionen dramatisch.

von Biden

Der Demokrat Biden machte klar, wen er für die Lage verantwortlich macht. Einige Gouverneure seien nicht bereit, das Richtige zu tun, um die Pandemie zu bekämpfen, sagte er jüngst und erwähnte ausdrücklich Texas und Florida. «Wenn Sie schon nicht helfen, dann gehen Sie wenigstens den Leuten aus dem Weg, die versuchen, das Richtige zu tun», forderte Biden. «Nutzen Sie Ihre Macht, um Leben zu retten.» Bidens Sprecherin Jen Psaki erklärte mit Blick auf DeSantis, es sei eine Tatsache, dass dieser «Schritte unternommen hat, die im Widerspruch zu den Gesundheitsempfehlungen stehen».

Auch Texas mit knapp 30 Millionen Einwohnern bereitet Washington Sorge: Die Zahl der Neuinfektionen stieg dort zuletzt rasant an und liegt nun durchschnittlich bei rund 11.000 pro Tag. Doch Gouverneur Greg Abbott unterschrieb vergangene Woche eine neue Verfügung, um Corona-Beschränkungen und eine Maskenpflicht zu verhindern. Der Republikaner warf der Regierung vor, «noch mehr drakonische Kontrollen von US-Bürgern» zu planen. «Wir müssen uns auf die individuelle Verantwortung stützen, nicht auf Gebote der Regierung. Texaner werden selbst entscheiden, ob sie Masken tragen und ihre Geschäfte öffnen.»

Impfungen würden in Texas immer freiwillig bleiben, betonte Abbott. Der Bundesstaat hinkt bei der Impfquote hinterher: In Texas sind knapp 44 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, in Florida 49 Prozent und landesweit rund 50 Prozent.

Zahl der täglichen Neuinfektionen bald bei 100.000

Die Delta-Variante hat inzwischen im ganzen Land mit seinen 330 Millionen Einwohnern zu einem drastischen Anstieg der Neuinfektionen geführt. Ihre Zahl ist von rund 10.000 pro Tag im Juni auf inzwischen fast 90.000 im Durchschnitt hochgeschnellt. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle ist im Wochenvergleich um knapp 40 Prozent auf nunmehr 381 Tote pro Tag angestiegen. CDC-Chefin Rochelle Walensky warnte, falls sich Ungeimpfte nicht impfen ließen und die Menschen keine Masken trügen, könnte es in den USA bald wieder mehrere hunderttausend Infektionen pro Tag geben.

Der Regierung machen vor allem Staaten im Süden Sorgen, in denen die Impfkampagne zuletzt stockte. «Bundesstaaten mit der niedrigsten Impfquote repräsentieren etwa die Hälfte der neuen Infektionen und Krankenhauseinlieferungen der vergangenen Woche, obwohl sie nur ein Viertel der US-Bevölkerung ausmachen», sagte Jeffrey Zients, der Corona-Koordinator des Weißen Hauses. In Louisiana und Arkansas etwa sind nur 37 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, landesweit sind es 50 Prozent. In Mississippi sind es sogar nur 35 Prozent.

Als Reaktion auf den Anstieg an Neuinfektionen setzte bei manchen Gouverneuren ein Umdenken ein. Der eher konservative Demokrat John Bel Edwards in Louisiana erklärte am Montag, angesichts des «exponentiellen Wachstums» der Infektionen gelte bis September wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen. In Arkansas räumte der Republikaner Asa Hutchinson ein, er bedauere, dass er im April ein Gesetz gegen eine Maskenpflicht unterzeichnet habe. Daraufhin rief er das Parlament zu einer Sondersitzung ein, um eine Maskenpflicht für Schulen zu erlauben. Besonders Kinder unter zwölf Jahren, die noch nicht geimpft werden könnten, bräuchten Schutz, betonte er.

© dpa-infocom, dpa:210806-99-735553/3

@ dpa.de

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