Extremismus, Rechtsrock-Konzert

Die Bühne für das Neonazi-Konzert in Madgdala war schon aufgebaut.

06.10.2018 - 11:04:05

Tausende Neonazis erwartet - Thüringer Rechtsrock-Konzert nach Verbot nun in Apolda. Doch dann untersagt ein Gericht dem Veranstalter, die Anfahrtswege zu nutzen. Der wich nun auf eine andere Stadt in Thüringen aus.

Weimar/Magdala - Die Stadt Apolda in Thüringen will sich heute mit weiteren Protestaktionen gegen die Fortsetzung eines Neonazi-Konzerts wehren. Dazu aufgerufen hat ein Bürgerbündnis, das auch aus der Landespolitik unterstützt wird.

Das als politische Kundgebung angemeldete Rechtsrock-Konzert hatte am Freitagabend auf dem Marktplatz der 22 000 Einwohner zählenden Kreisstadt begonnen. Bis Samstagabend werden mehrere tausend Anhänger der rechten Szene erwartet. Thüringen gilt als bundesweite Hochburg von Neonazi-Konzerten.

Bereits am Freitagabend kamen rund 750 Angehörige der rechten Szene zusammen, wie die Polizei am Samstagmorgen mitteilte. An den Gegenprotesten in Magdala und Apolda beteiligten sich demnach 100 Menschen. Festnahmen gab es nicht, es wurden aber elf Anzeigen gestellt, unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Polizei kontrollierte die Personalien von 109 Konzertbesuchern und 10 Demonstranten. Unterstützt wurde die Polizei Thüringen von Beamten der Bundespolizei sowie von Polizisten aus drei anderen Bundesländern.

Eigentlich hatte das Konzert im 15 Kilometer entfernten Magdala stattfinden sollen. Das Amtsgericht Weimar untersagte dem Veranstalter aber am Freitag kurz vor dem Beginn die Nutzung von Zufahrtswegen zum Konzertgelände. Da neben Magdala auch Apolda als Konzertort angemeldet worden war, konnten die Veranstalter kurzfristig umziehen.

@ dpa.de