Feuerwehr, Silvester-Ausschreitungen

Die Berliner Feuerwehr zieht eine erste Bilanz nach Gesprächen mit Feuerwehrleuten, die in Berlin im Einsatz waren.

06.01.2023 - 10:15:10

Feuerwehr: Gezielte Barrikaden bei Silvester-Krawallen. Derweil will Bundesinnenministerin Faeser eine Verschärfung des Waffenrechts durchsetzen.

Bei den Silvester-Krawallen sind nach Angaben der Berliner Feuerwehr in mindestens 20 Fällen gezielt Barrikaden errichtet und Einsatzkräfte angegriffen worden. Das sei der bisherige Stand nach Gesprächen mit Feuerwehrleuten aus der Nacht, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein.

Selbst erfahrene Feuerwehrleute hätten von einer Aggressivität und Gewalt berichtet, wie sie sie noch nie erlebt hätten. «Wir haben eine ganz neue Intensität der Angriffe erleben müssen», so Kirstein. Die Einsatzkräfte seien in Hinterhalte gelockt worden. Davon seien auch Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr betroffen gewesen.

Bei den Einsätzen der Feuerwehr seien 15 Retter verletzt worden. An dieser bereits am Neujahrstag genannten Zahl habe sich nichts geändert, erklärte Kirstein. Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey sowie Innensenatorin Iris Spranger (alle SPD) haben die Feuerwache Neukölln besucht und mit betroffenen Einsatzkräften gesprochen

Faeser: Künftig Erlaubnis für Schreckschusswaffen nötig

Faeser will eine Verschärfung des Waffenrechts durchsetzen. Nötig sei eine Erlaubnis für den Kauf von Schreckschusswaffen. Diese hätten in der Silvesternacht eine große Rolle gespielt, seien aber «eben nicht ein harmloses Instrument», sagte Faeser. «Es handelt sich um eine Waffe. Dafür braucht es eine Erlaubnis», betonte die Bundesinnenministerin. «Diese Verschärfung halte ich für ein wichtiges Signal.»

Faeser hatte sich bereits vor den Ausschreitungen in der Nacht zu Neujahr für eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen und hofft nun auf Unterstützung der Innenministerkonferenz (IMK). Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte als neue Vorsitzende bereits angekündigt, das Thema dort einzubringen.

@ dpa.de