Bundespräsident, International

Deutschland und Japan sind enge Freunde und Verbündete.

07.02.2018 - 12:23:46

Nukleare Bedrohung - Steinmeier in Tokio: Druck auf Nordkorea nicht verringern. Das heißt nicht, dass es keine Meinungsunterschiede gibt. Premier Abe und Bundespräsident Steinmeier demonstrieren aber Geschlossenheit - vor allem gegenüber Nordkorea.

TAIPEH - Verschüttete Menschen, halb eingestürzte Hochhäuser, aufgerissene Straßen: Nach dem verheerenden Erdbeben an der Ostküste Taiwans sind die Retter mit dem ganzen Ausmaß des Unglücks konfrontiert. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben und 258 wurden verletzt, Dutzende von ihnen schwer. Mehr als 70 Menschen werden noch vermisst.

Vor allem die Stadt Hualien? ist hart getroffen: Mindestens vier große Gebäude stürzten dort teilweise oder komplett ein. ?Eine 60-jährige Frau starb im eingestürzten Erdgeschoss des "Marshal Hotel", wo Retter am Mittwoch daran arbeiteten, zu zwei weiteren Verschütteten vorzudringen. Drei Menschen starben in den Trümmern von Wohnhäusern.

"Als das Beben einsetzte, hat alles gewackelt. Ich hatte das Gefühl, dass ich jeden Moment von Trümmern getroffen werde", sagte eine Lehrerin namens Yeh dem lokalen Fernsehsender. "Ich war geschockt, wie lange das Beben dauerte" sagte Ching-ting Huang, eine andere Frau aus Hualien. Eine Frau aus Südkorea bedankte sich überschwänglich, nachdem Retter sie nach zehn Stunden mit nur leichten Verletzungen aus Trümmern zogen.

Insgesamt galten am Mittwoch noch mehr als 76 Menschen als vermisst, die meisten von ihnen Bewohner des "Yunmen Cuiti? Building". Das zwölfstöckige Wohnhaus neigte sich gefährlich zur Seite, weil die untersten Etagen eingestürzt sind. Rettungskräfte versuchten, das Haus mit Stahlträgern zu stützen. Laut den Rettern ist unklar, wie viele der im Gebäude registrierten Personen zum Unglückszeitpunkt tatsächlich da waren, und wie viele es nach draußen geschafft haben. Auch ein weiteres Hotel drohte einzustürzen.

Die Rettungsarbeiten waren am Mittwoch im vollen Gang. Auf Twitter verbreitete Fotos zeigten aufgerissene Straßen und zahlreiche beschädigte Gebäude. Mehr als 40 000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom oder Wasser. Brücken und Autobahnen wurden geschlossen, um sie auf Schäden zu prüfen. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen reiste in die Unglücksregion, um die Rettungsarbeiten zu inspizieren.

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,4 und ereignete sich nach Ortszeit am Dienstag kurz vor Mitternacht (MEZ 16.50 Uhr). Bei einem Erdstoß mit ähnlicher Stärke vor zwei Jahren waren in Taiwan mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Hochhäuser waren eingestürzt. Die Behörden machten Pfusch am Bau und nicht eingehaltene Vorschriften zum Erdbebenschutz mitverantwortlich.

In der Nähe von Taiwan treffen zwei tektonische Platten aufeinander, auf der Insel bebt immer wieder die Erde. Ein Beben der Stärke 7,3 erschütterte Taiwan im September 1999. Damals starben dort mehr als 2400 Menschen.

@ dpa.de

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