Konflikte, Atom

Deutschland sollte «einen sehr aktiven Teil» zur Beilegung des Nordkorea-Konflikts beitragen, meint die Kanzlerin.

10.09.2017 - 16:50:07

Nordkorea-Krise - Merkel bietet Vermittlung im Konflikt mit Nordkorea an. Am Montag kommt es im UN-Sicherheitsrat zur ersten Nagelprobe im Sanktionsstreit. Ausgang: offen.

Berlin/Pjöngjang - Deutschland will mit seiner Erfahrung in internationalen Vermittlungen aktiv bei der diplomatischen Beilegung der Krise um Nordkoreas Atomrüstung helfen.

Vor den heiklen Beratungen im UN-Sicherheitsrat über neue Sanktionen gegen Nordkorea erklärte die Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Wenn unsere Beteiligung an Gesprächen gewünscht wird, werde ich sofort ja sagen.» Sie verwies dabei im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»   («F.A.S.») auf die guten Erfahrungen mit den Atomverhandlungen mit dem Iran.

Acht Tage nach dem jüngsten Atomtest Nordkoreas will der UN-Sicherheitsrat an diesem Montag über sein weiteres Vorgehen beraten. Die USA wollen verschärfte Sanktionen gegen Pjöngjang durchsetzen und haben auch ein Ölembargo ins Spiel gebracht. Nordkorea droht für diesen Fall mit Gegenmaßnahmen. In den vergangenen Tagen hatte Merkel bereits mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und anderen Beteiligten beraten und sich für eine diplomatische Lösung und weitere Sanktionen ausgesprochen.

Am Tag seiner Staatsgründung am Samstag erklärte sich Nordkorea zur «unbezwingbaren Atommacht». Staatsmedien zufolge feierte der Machthaber Kim Jong Un bei einem Bankett zu Ehren seiner Atomtechniker «den jüngsten Test einer Wasserstoffbombe als großen Sieg, den die Koreaner mit ihrem Blut» errungen hätten.

Bei ihrem Vermittlungsangebot verwies Merkel (CDU) in dem «F.A.S.»-Gespräch auf die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, an denen Deutschland neben den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat teilgenommen hatte. Diese «lange, aber wichtige Zeit der Diplomatie» sei im vergangenen Jahr zu einem «guten Ende» gekommen. «Ein solches Format könnte ich mir auch für die Beilegung des Nordkorea-Konflikts vorstellen. Europa und speziell Deutschland sollten bereit sein, dazu einen sehr aktiven Teil beizutragen», sagte die Kanzlerin.

Neben Xi hat Merkel dem Bericht zufolge bereits mit den Präsidenten Frankreichs, der USA und Südkoreas sowie dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe telefoniert. Ein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der gegen Sanktionen ist, solle am Montag folgen. Merkel habe dafür geworben, den Druck auf Pjöngjang mittels Sanktionen zu verstärken, um Nordkoreas Bereitschaft zu einer Verhandlungslösung zu erhöhen.

Die geplante Sitzung des Sicherheitsrats könnte noch verschoben werden oder ohne Abstimmung enden. US-Botschafterin Nikki Haley hatte sich nach dem nordkoreanischen Atomtest für stärkere Sanktionen wie ein Öl-Embargo und ein Einfrieren aller ausländischen Vermögenswerte von Kim Jong Un stark gemacht und eine entsprechende Resolution vorgelegt. Die beiden Vetomächte China und Russland haben dem Entwurf bisher noch nicht zugestimmt.

Anders als von Südkorea erwartet verzichtete Nordkorea an seinem Nationalfeiertag auf einen Atomtest. Die offizielle Zeitung «Rodong Sinmun» rief aber dazu auf, das Raketen- und Atomprogramm auszubauen, um Nordkorea gegen die USA zu schützen. Solange Washington an seiner «feindseligen Politik» festhalte, würden die USA «weiter große und kleine Geschenkpakete von uns erhalten». Nordkorea hatte die Tests von Interkontinentalraketen im Juli und den Atomtest am vergangenen Sonntag als Geschenke bezeichnet.

Die Tests verstoßen gegen UN-Resolutionen. Nordkorea ist nach eigenen Angaben in der Lage, Wasserstoffbomben auf Langstreckenraketen zu montieren, die die USA erreichen können. Wasserstoff- oder H-Bomben sind um ein Vielfaches stärker als herkömmliche Atombomben. Ob es sich bei dem Versuch tatsächlich um eine H-Bombe handelte, konnte bisher nicht unabhängig bestätigt werden. 

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Trump beklagt zu wenig Anerkennung für Nordkorea-Gipfel. Der Deal einer atomaren Abrüstung Nordkoreas werde überall in Asien gelobt und gefeiert, schrieb er in einer Serie von Mitteilungen auf Twitter. In den USA aber würden viele den Deal lieber scheitern sehen, als ihm einen Erfolg zu gönnen. Fakt ist, dass bei dem Gipfel in Singapur keine atomare Abrüstung vereinbart wurde. Washington - US-Präsident Donald Trump hat sich beklagt, dass er für den Nordkorea-Gipfel mit dem Machthaber Kim Jong Un in den USA zu wenig Anerkennung erfahre. (Politik, 17.06.2018 - 15:50) weiterlesen...

Bald Treffen von Abe und Kim? - USA halten nach Singapur-Gipfel an Sanktionen fest Nach dem historischen Treffen in Singapur reist US-Außenminister Mike Pompeo durch Asien und hat dabei eine klare Botschaft: Wirtschaftliche Erleichterung wird es für Nordkorea erst geben, wenn sämtliche Atomwaffen vernichtet sind. (Politik, 14.06.2018 - 15:56) weiterlesen...

Schwierige Mission - USA halten nach Singapur-Gipfel an Sanktionen fest Nach dem historischen Treffen in Singapur reist Mike Pompeo durch Asien und hat dabei eine klare Botschaft: Wirtschaftliche Erleichterung wird es für Nordkorea erst geben, wenn sämtliche Atomwaffen vernichtet sind. (Politik, 14.06.2018 - 15:02) weiterlesen...

Schwierige Mission - US-Außenminister reist zu Gesprächen nach Peking. Beide Länder drohen sich gegenseitig mit Zöllen auf eine ganze Reihe von Produkten - bald läuft eine wichtige Frist dafür aus. Es ist kein einfacher Antrittsbesuch für Mike Pompeo: Inmitten des Handelskonfliktes zwischen den USA und China ist der US-Außenminister in Peking. (Politik, 14.06.2018 - 09:10) weiterlesen...

Analyse - US-Reaktionen; Erst Feuer und Wut, jetzt alles gut?. Es scheint kaum möglich, dass alle über dieselbe Veranstaltung sprechen. Der Nordkorea-Gipfel, eine Show ohne bleibenden Wert? Himmelweit gehen die Einordnungen in den USA auseinander. (Politik, 13.06.2018 - 16:44) weiterlesen...

Trump: Nukleargefahr gebannt - Schulterklopfen und viel Kritik nach Nordkorea-Gipfel. Trump twittert nette Worte, Pjöngjang feiert seinen großen Vorsitzenden. Dabei gibt es viel Enttäuschung über das Erreichte. Nach dem Nordkorea-Gipfel sind beide Seiten voll des Lobes und des Danks. (Politik, 13.06.2018 - 15:38) weiterlesen...