Unwetter, Unglücke

Deutsche Skifahrer fahren auf eine gesperrte Piste in Österreich und sterben in einer Lawine.

13.01.2019 - 16:58:06

Weiter viel Schnee in Bayern - Deutsche Skifahrer sterben in Lawine. Im Allgäu sitzen in einem Wintersportort etwa 1300 Menschen wegen Lawinengefahr fest. In weiteren schon völlig verschneiten Regionen Bayerns verschärft Neuschnee die Lage.

  • Schneemassen - Foto: Tobias Hase

    Feuerwehrleute räumen Schnee vom Dach einer Ski-Liftstation in Bayern. Foto: Tobias Hase

  • Kein Durchkommen - Foto: Karl-Josef Hildenbrand

    Ampeln stehen an einer Kreuzung in Schneehaufen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

  • Winter in Bayern - Foto: Karl-Josef Hildenbrand

    Die Zufahrt zum Riedbergpass in Richtung Balderschwang ist wegen Lawinengefahr gesperrt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

  • Winter im Bayerischen Wald - Foto: Armin Weigel

    Ein Feuerwehrmann an einer Absperrung auf einer schneebedeckten Straße. Foto: Armin Weigel

  • Warnschild - Foto: Erwin Scheriau/KEYSTONE/APA

    Eine wegen Lawinengefahr gesperrte Straße in Österreich. Foto: Erwin Scheriau/KEYSTONE/APA

  • Von der Leyen besucht Buchenhöhe - Foto: Matthias Balk

    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen lässt sich in Buchenhöhe von Michael Herrmann, Oberstleutnant und Leiter des Krisenreaktionszentrums Bad Reichenhall, die Lage in den Gebieten mit Katastrophenalarm erläutern. Foto: Matthias Balk

  • Buchenhöhe - Foto: Matthias Balk

    Wanderer gehen in Buchenhöhe einen wegen Schneebruchs gesperrten Weg entlang. Foto: Matthias Balk

Schneemassen - Foto: Tobias HaseKein Durchkommen - Foto: Karl-Josef HildenbrandWinter in Bayern - Foto: Karl-Josef HildenbrandWinter im Bayerischen Wald - Foto: Armin WeigelWarnschild - Foto: Erwin Scheriau/KEYSTONE/APAVon der Leyen besucht Buchenhöhe - Foto: Matthias BalkBuchenhöhe - Foto: Matthias Balk

München - In den schneereichen Alpen sind am Wochenende mindestens fünf Menschen gestorben. Drei Skifahrer aus Süddeutschland kamen im österreichischen Lech unter einer Lawine ums Leben, ein vierter aus der Gruppe wird am Sonntagnachmittag noch vermisst.

Bei einer Lawinensprengung in den französischen Alpen starben zwei Pistenarbeiter. Die Männer hantierten am Sonntag mit Sprengstoff, als es aus zunächst ungeklärter Ursache zur Explosion kam.

Die vier befreundeten Skifahrer aus Süddeutschland waren für eine Skitour nach Lech gereist und am Samstag den Angaben zufolge auf einer gesperrten Skiroute unterwegs. Die Männer aus dem Raum Biberach in Baden-Württemberg trugen einen Lawinen-Airbag, der auch aufgegangen war. Dennoch wurden sie so tief unter den Schneemassen begraben, dass sie erstickten.

Die Suche nach einem 28 Jahre alten Vermissten wurde am Sonntag bis auf weiteres eingestellt. Aufgrund des heftigen Schneefalls wäre es für die Rettungskräfte viel zu gefährlich, sagte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel am Sonntagmittag. Es sei auch kein Zeitfenster mit besserem Wetter absehbar.

In den bayerischen Alpen ist das seit Tagen andauernde Schneechaos noch lange nicht vorbei. Seit der Nacht zum Sonntag schneite es in den Katastrophenregionen im Süden des Freistaates weiter. Im Allgäu sind Zufahrten zur Gemeinde Balderschwang nach einem Lawinenabgang und wegen Lawinengefahr gesperrt. Rund 1300 Einwohner und Touristen sitzen zunächst bis Montag fest.

Bei Plusgraden begann es zudem mancherorts zu tauen. Dadurch könnte der Schnee nass und schwer werden - eine zusätzliche Belastung für die Hausdächer. Nach dem Besuch von Markus Söder (CSU) am Samstag in Bad Tölz machte sich am Sonntag Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Berchtesgaden ein Bild der Lage und sicherte den vom Schneechaos betroffenen Landkreisen weiter Hilfe zu. «Die Bundeswehr bleibt so lange, wie sie gebraucht wird», sagte sie.

Die Menschen in fünf oberbayerischen Landkreisen - wo seit Tagen der Katastrophenfall gilt - mussten mit zusätzlichen Schneemassen zurechtkommen. Die Meteorologen rechneten zudem mit starken Böen, die tagsüber Verwehungen und Schneebruch auslösen könnten. Von Montag an soll es wieder kälter werden - dann könnte örtlich mehr als ein Meter Neuschnee fallen. In den Alpen herrscht erhebliche Lawinengefahr. An zahlreichen Schulen wird auch am Montag der Unterricht ausfallen.

Soldaten sowie mehrere Tausend Helfer von Feuerwehren, Bayerischem Roten Kreuz, Bereitschaftspolizei und weiteren Organisationen schaufeln seit Tagen Dächer frei, räumen Straßen und sichern Bäume.

Der Bahnverkehr in Bayern ist erheblich eingeschränkt. Zwischen Kempten und Lindau sperrte die Bahn die Strecke komplett. Auf der Hauptstrecke zwischen München und Kempten kommt es nach Angaben der Bahn im Fern- und Nahverkehr zu erheblichen Verspätungen. «Von Reisen ins Allgäu wird abgeraten.»

In Teilen Österreichs wird wegen der neuen Schneefälle wieder die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Für Montag gelte für den Westen Tirols kurzzeitig Warnstufe 5, teilten die Behörden mit. Zum Wochenstart wird in vielen Hochlagen erneut mit mindestens einem Meter Neuschnee gerechnet.

In Sachsen herrschte dagegen nach tagelangem Schneefall Tauwetter. Plusgrade und Regen lassen die weiße Pracht auch im Gebirge schwinden und verschärfen die Gefahr von Schneebruch - mit negativen Folgen für Wintersport und Verkehr. Nach Angaben des Verkehrswarndienstes in Dresden sind aktuell wegen umgestürzter Bäume oder Schneebruchgefahr landesweit 43 Straßen gesperrt. «Durch die Niederschläge wird der Schnee pappig und schwer, das halten die Bäume nicht mehr», sagte ein DWD-Meteorologe. Im Erzgebirge sind daher zahlreiche Wälder gesperrt.

@ dpa.de

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