Verteidigung, Militär

Der zunehmende Machtanspruch Chinas im Indopazifik macht Ländern wie Japan und Australien Sorgen.

06.01.2022 - 11:12:09

Verteidigung - Japan und Australien stärken Militärkooperation. Deshalb bauen die Verbündeten der USA ihre militärische Kooperation aus.

Tokio - Japan und Australien rücken mit Blick auf das wachsende Machtstreben Chinas in der Region militärisch enger zusammen.

Die Regierungschefs der beiden Bündnispartner der USA, Fumio Kishida und Scott Morrison, unterzeichneten ein Abkommen zur Erleichterung gemeinsamer Manöver. Dazu gehört die schnellere Entsendung von Personal sowie eine Lockerung der Restriktionen beim Transport von Waffen und Ausrüstung für Übungen und Kriseneinsätze bei Naturkatastrophen. Das «Reciprocal Access Agreement» entspricht einem Abkommen, das Japan bislang nur mit seiner Schutzmacht USA hatte. Die engere Militärkooperation auch mit Australien erfolgt auch angesichts des militärisch stärkeren Auftretens Chinas in der Region.

China sieht das Verteidigungsabkommen zwischen Japan und Australien kritisch. Außenamtssprecher Wang Wenbin sagte schon am Vortag in Peking laut einer Stellungnahme, Kooperation zwischen Staaten sollte Vertrauen und Verständnis unter den Ländern in der Region verstärken und Frieden und Stabilität wahren, «anstatt auf eine dritte Partei abzuzielen oder dessen Interessen zu untergraben». Frieden und Stabilität im Pazifik hänge von gemeinsamen Bemühungen der Länder der Region ab, sagte Wang Wenbin. «Wir hoffen, dass der Pazifik ein Ozean des Friedens sein wird und kein Ort, um Wellen zu machen.»

«Dies ist ein wegweisendes Abkommen, das die Sicherheitszusammenarbeit zwischen Japan und Australien auf ein neues Niveau heben wird», sagte Kishida bei der Unterzeichnung. Japan und Australien zählen zur sogenannten Quad-Gruppe, zu der auch die USA und Indien gehören. Die vier Länder wollen ihr Engagement im Indopazifik ausbauen und damit China die Stirn bieten. Mit Indopazifik ist eine Region vom Indischen bis zum Pazifischen Ozean gemeint. Auch andere Staaten sind besorgt über Chinas Handelspraktiken und den chinesischen Expansionsdrang im Indopazifik.

So hat Japans Regierungschef Kishida jüngst seine Absicht unterstrichen, die Beziehungen auch mit anderen demokratischen Ländern zu stärken. Seit Oktober verhandelt Japan mit Großbritannien über ein ähnliches Abkommen wie mit Australien. Daneben arbeitet Chinas Nachbar bereits mit Frankreich enger im Sicherheitsbereich zusammen und will auch die Kooperation mit Deutschland stärken. Im November legte erstmals seit rund 20 Jahren ein deutsches Marineschiff in Japan an. Deutschland will sich so für Frieden und Stabilität im Indopazifik einsetzen. Dieses Jahr kommt zudem die deutsche Luftwaffe zu einem Kurzbesuch nach Japan.

© dpa-infocom, dpa:220106-99-610730/2

@ dpa.de

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