Terrorismus, Spanien

Der Schrecken über den Anschlag von Barcelona ist noch nicht überwunden, da erschießt die Polizei im spanischen Urlauberort Cambrils fünf mutmaßliche Terroristen.

18.08.2017 - 11:22:05

Spanien unter Schock - Nach Barcelona-Terror: Polizei vereitelt Anschlag in Badeort. Seinen Ursprung könnte der Terror in einer Kleinstadt namens Alcanar genommen haben.

  • Verletzte werden versorgt - Foto: Oriol Duran

    Polizisten und Sanitäter tragen eine verletzte Frau über die Straße. Foto: Oriol Duran

  • Verängstigte Passanten - Foto: Verängstigte Passanten in Barcelona. Foto: Manu Fernandez

    Verängstigte Passanten in Barcelona. Foto: Manu Fernandez

  • Im Einsatz - Foto: Europa Press

    Ein Reporter des staatlichen spanischen Fernsehens berichtet von einem riesigen Polizeiaufgebot, auch zahlreiche Krankenwagen sind im Einsatz. Foto: Europa Press

  • Barcelona - Foto: Ein Polizist sperrt in Barcelona eine Straße ab, nachdem ein Lieferwagen auf einer belebten Einkaufstraße in eine Menschenmenge gerast ist. Foto: Manu Fernandez

    Ein Polizist sperrt in Barcelona eine Straße ab, nachdem ein Lieferwagen auf einer belebten Einkaufstraße in eine Menschenmenge gerast ist. Foto: Manu Fernandez

  • Polizeisperre - Foto: Manu Fernandez

    Polizeisperre in Barcelona: Ein Lieferwagen ist in eine Menschenmenge auf einer belebten Einkaufstraße gerast. Foto: Manu Fernandez

  • Barcelona - Foto: Auf der Promenade Las Ramblas in Barcelona ist ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gefahren. Foto: Manu Fernandez

    Auf der Promenade "Las Ramblas" in Barcelona ist ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gefahren. Foto: Manu Fernandez

  • Menschenleere Innenstadt - Foto: Manu Fernandez

    Menschenleere Innenstadt: Polizisten sperren in Barcelona eine Straße ab. Foto: Manu Fernandez

  • Terroranschlag in Barcelona - Foto: Oriol Duran

    Sanitäter versorgen nahe des Boulevards Las Ramblas Verletzte. Foto: Oriol Duran

  • Panik - Foto: Oriol Duran

    Passanten rennen in der Nähe des Tatorts über eine Straße. Foto: Oriol Duran

  • Lagebesprechung - Foto: Conselleria De Interior/Europa Press/dpa

    Mitglieder der Regierung Kataloniens und Barcelonas besprechen nach der Attacke die Lage. Foto: Conselleria De Interior/Europa Press/dpa

  • Großeinsatz - Foto: Manu Fernandez

    Polizei- und Feuerwehrwagen blockieren eine Straße nahe der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona. Foto: Manu Fernandez

  • Anschlag in Barcelona - Foto: Manu Fernandez

    Polizeikräfte stehen vor dem weißen Lieferwagen, der auf dem Las-Ramblas-Boulevard in Barcelona in eine Menschenmenge gerast war. Foto: Manu Fernandez

  • Nach Terroranschlag in Barcelona - Foto: Manu Fernandez

    Polizisten sichern den Bereich auf der Flaniermeile Las Ramblas, auf dem der Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren war. Foto: Manu Fernandez

  • Lage in Cambrils - Foto: Emilio Morenatti

    Ein Polizist patrouilliert Cambrils: In dem Badeort rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona erschossen die Einsatzkräfte fünf mutmaßliche Terroristen. Foto: Emilio Morenatti

Verletzte werden versorgt - Foto: Oriol DuranVerängstigte Passanten - Foto: Verängstigte Passanten in Barcelona. Foto: Manu FernandezIm Einsatz - Foto: Europa PressBarcelona - Foto: Ein Polizist sperrt in Barcelona eine Straße ab, nachdem ein Lieferwagen auf einer belebten Einkaufstraße in eine Menschenmenge gerast ist. Foto: Manu FernandezPolizeisperre - Foto: Manu FernandezBarcelona - Foto: Auf der Promenade Las Ramblas in Barcelona ist ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gefahren. Foto: Manu FernandezMenschenleere Innenstadt - Foto: Manu FernandezTerroranschlag in Barcelona - Foto: Oriol DuranPanik - Foto: Oriol DuranLagebesprechung - Foto: Conselleria De Interior/Europa Press/dpaGroßeinsatz - Foto: Manu FernandezAnschlag in Barcelona - Foto: Manu FernandezNach Terroranschlag in Barcelona - Foto: Manu FernandezLage in Cambrils - Foto: Emilio Morenatti

. Diese erwiesen sich später jedoch als Attrappen, teilte die katalanische Polizei mit. Die Sicherheitskräfte nahmen drei mutmaßliche Terroristen fest und fahndeten laut einem Zeitungsbericht noch nach einem neuen Hauptverdächtigen.

. Neben den 13 Todesopfern wurden dabei auch mehr als 100 Menschen verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag laut ihrem Sprachrohr Amak für sich.

Bei dem neuen Hauptverdächtigen handele es sich um den 17-jährigen Moussa Oukabir, dem jüngeren Bruder des bereits am Donnerstag inhaftierten Driss Oukabir, berichtete die Zeitung «El Mundo» unter Berufung auf die Sicherheitskräfte. Der Verdächtige soll nach der Todesfahrt zu Fuß geflüchtet sein. Der Minderjährige Moussa hat dem Bericht zufolge seinem Bruder seinen Pass gestohlen und unter dessen Namen den Transporter angemietet. Dies habe auch Driss Oukabir gegenüber der Polizei bestätigt.

Nach dem Anschlag in Barcelona prüfte die Bundesregierung, ob auch Deutsche unter den Opfern sind. Das ZDF hatte unter Berufung auf Sicherheitskreise von drei deutschen Todesopfern berichtet. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte diese Information zunächst nicht. Die katalanischen Behörden teilten lediglich mit, dass Deutsche ebenso wie Menschen aus über 20 anderen Nationen zu Schaden gekommen seien. Ob sie starben oder verletzt wurden, blieb offen. Am Tag nach dem Anschlag wurden nach Angaben der Rettungskräfte noch mehr als 100 Verletzte in Krankenhäusern behandelt.

Bei der Terrorattacke in Cambrils wurden sieben Menschen verletzt, zwei davon schwer, wie der katalanische Zivilschutz auf Twitter schrieb. Unter den Verletzten war auch ein Polizist. Nach spanischen Medienangaben waren die mutmaßlichen Terroristen in einem Wagen von der Polizei kontrolliert worden. Die Verdächtigen seien davongerast und hätten auf der Flucht noch Passanten angefahren, hieß es. Dabei sei ihr Fahrzeug umgekippt. Die Insassen versuchten zu fliehen und wurden von der Polizei niedergeschossen.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte bestand wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen den Taten in Barcelona und Cambrils. Die Vorfälle dürften nach Ansicht der Ermittler auch mit einer Explosion in der Ortschaft Alcanar zu tun haben, wo am Mittwoch bei einer Detonation in einem Wohnhaus ein Mensch umkam. Dort sollen nach Informationen der Zeitung «El Pais» etwa 20 Gasflaschen gelagert worden sein. In dem Wohnhaus in der Gemeinde mit knapp 10 000 Einwohnern sei möglicherweise der Anschlag in Barcelona vorbereitet worden. «Alles begann in Alcanar», titelte das angesehene Blatt.

Unter den Verdächtigen, die in Verbindung mit dem Angriff in Barcelona festgenommen wurden, sei ein Marokkaner und ein Bewohner der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla, sagte Polizeichef Josep Lluís Trapero. Ein bei einer Polizeikontrolle erschossener Verdächtiger habe nach bisherigen Erkenntnissen keine Verbindungen zu der Tat gehabt. Er hatte nach Medienberichten versucht, eine Polizeikontrolle zu durchbrechen.

Nach Einschätzung des katalanischen Innenministeriums könnte die Zahl der Todesopfer des Anschlags in Barcelona weiter steigen. Von den mehr als 100 Verletzten hätten einige sehr schwere Blessuren erlitten, sagte der Innenminister der katalanischen Regionalregierung, Joaquim Forn.

Nach Darstellung des IS-Sprachrohrs Amak waren mehrere Täter an dem Anschlag beteiligt. Sie seien «Soldaten des Islamischen Staates», meldete Amak unter Berufung auf nicht näher genannte Sicherheitsquellen. Sie hätten mit der Operation auf Aufrufe reagiert, die Staaten der «internationalen Koalition» anzugreifen. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle von Amak im Internet verbreitet.

Fotos aus Barcelona zeigten Leichen am Straßenrand. Augenzeugen berichteten, das Fahrzeug sei mit hohem Tempo auf die der Stadt gefahren. Ein Tourist sagte, das Fahrzeug sei Zickzack gefahren, «um ein Maximum an Fußgängern zu erwischen». Berichten zufolge liefen Menschen panisch über die Straßen.

Der weiße Lieferwagen sei ungebremst mit etwa 80 Stundenkilometern in die Menge gerast, berichteten Augenzeugen. Der Fahrer des Lieferwagens soll ein Mann von etwa 1,70 Meter Größe gewesen sein und ein weißes Hemd mit blauen Streifen getragen haben, wie die Zeitung «El Periódico de Catalunya» berichtete.

Seit vergangenem Sommer war es in Europa wiederholt zu Anschlägen mit Fahrzeugen gekommen. Im Juli 2016 raste ein Attentäter mit einem Lkw in Nizza in eine Menschenmenge. 86 Menschen starben. Beim Anschlag mit einem gekaperten Laster auf den Berliner Weihnachtsmarkt wurden im Dezember 2016 zwölf Menschen getötet. Im Frühjahr 2017 gab es zudem tödliche Attacken mit Fahrzeugen in London und Stockholm.

@ dpa.de

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