Ihr Broker

  • Sonderkonditionen
  • Mehrfach reguliert
  • Sehr finanzstark
  • Reguliert in CYPERN & Australien

Mehr Erfahren >>

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

trading-house Börsenakademie

Gemeinsam erfolgreich

MARKETS.COM
Medien, Kriminalität

Der russische Reporter Iwan Golunow schrieb über korrupte Polizisten und Geheimdienstler, enthüllte ihre Verbindungen zur Organisierten Kriminalität.

10.06.2019 - 14:02:05

Russischer Reporter - Internationaler Protest gegen Festnahme von Golunow. Nun will ihm die Polizei Drogendelikte anhängen. Das Entsetzen über die neue Behörden-Willkür in Russland ist riesig.

Moskau - Begleitet von internationalem Protest hat die russische Justiz den renommierten Moskauer Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow im Hausarrest festgesetzt.

Damit hat der Reporter der kritischen Internet-Plattform Medusa, die etwa Verbindungen von Polizisten und Geheimdienstlern zur Organisierten Kriminalität öffentlich gemacht hat, de facto Arbeitsverbot. Polizisten sollen den 36-Jährigen zudem in Untersuchungshaft misshandelt haben.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin sei über den Fall informiert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag. Die Ermittlungen hätten Fragen aufgeworfen. «Natürlich sind auch Fehler möglich. Überall arbeiten nur Menschen», sagte Peskow. Die Präsidialverwaltung beobachte angesichts der öffentlichen Aufmerksamkeit den Verlauf der Ermittlungen. Golunow war am Donnerstag festgenommen worden. Die Polizeiaktion führte zu spontanen Straßenprotesten.

Eine Online-Petition für die Freilassung des Reporters hatte bis zum Nachmittag mehr als 140.000 Unterzeichner. Drei russische Tageszeitungen protestierten auf ihren Titelseiten zum Wochenstart gegen diesen neuerlichen Angriff auf die Pressefreiheit in Russland. Das Strafverfahren gegen Golunow gilt als inszeniert. Journalisten-Verbands-Funktionäre sprachen von Willkür und einer augenscheinlichen Racheaktion gegen die Arbeit Golunows.

Für Journalisten ist es in Russland lebensgefährlich, die bisweilen mafiosen und korrupten Strukturen in Polizei und Geheimdienst aufzudecken. Golunow hatte enthüllt, wie die Beamten mit illegalen Geschäften im Beerdigungsgewerbe riesige Summen abschöpfen. Immer wieder gibt es in dem Land unerschrockene Journalisten, die schwerste Verbrechen von Staatsbediensteten enthüllen.

An der ungewöhnlichen Aktion der Zeitungen mit dem Titel «Ich bin/Wir sind Iwan Golunow» beteiligten sich die Blätter «Wedomosti», «Kommersant» und «RBK». Sie kritisierten, dass der Journalist ohne überzeugende Beweise festgehalten werde. Golunow soll den Ermittlungen zufolge in Drogengeschäfte verwickelt sein. Der Journalist bestreitet die Vorwürfe.

Russlands oberster Drogenarzt Jewgeni Brjun teilte der Agentur Interfax am Montag mit, dass weder in den Fingernägeln noch in den Haaren des Journalisten Spuren eines Drogenmissbrauchs nachgewiesen werden konnten. Dass Drogen Menschen untergeschoben werden, um sie mittels eines Strafverfahrens mundtot zu machen, hat auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion eine lange Geschichte.

Die Polizei veröffentlichte Fotos von Drogen, die Ermittler angeblich in Golunows Wohnung fanden. Medien berichteten allerdings, dass die Fotos von einem anderen Ort stammten. Außerdem soll ein leitender Beamter selbst in der Vergangenheit wegen Drogendelikten auffällig gewesen sein. Golunows Redaktion berichtete, dass der Journalist bereits seit einem Jahr immer wieder bedroht worden sei.

Der Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, äußerte sich einer Mitteilung zufolge besorgt über das Vorgehen von Polizei und Justiz. Auch Russland habe sich gemäß der Europäischen Menschenrechtskonvention zu Ermittlungen ohne Polizeigewalt verpflichtet. Aufgeklärt müssten zudem die Vorwürfe, dass Beweise manipuliert worden seien. Drogen wurden demnach nicht zuletzt im Rucksack Golunows gefunden. «Die Meinungsfreiheit und das Recht auf Sicherheit sind grundlegend in einer demokratischen Gesellschaft», betonte Jagland. Bei einer Verurteilung drohen Golunow bis zu 15 Jahre Haft.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Russland: Kremlkritiker Nawalny aus Gewahrsam entlassen. Das teilte er auf Twitter mit. Er hoffe, der Rest der Festgenommenen werde ebenfalls freigelassen, schrieb er weiter. Hunderte Menschen waren bei Protesten in Moskau festgesetzt worden. Viele von ihnen konnten dem Bürgerrechtsportal «OWD-Info» zufolge noch am Abend wieder nach Hause gehen. Golunow hatte zuvor noch vor ungenehmigten Protesten gewarnt. Moskau - Kremlkritiker Alexej Nawalny ist nach seiner Festnahme bei einer Solidaritätskundgebung für den russischen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau wieder auf freien Fuß. (Politik, 12.06.2019 - 23:00) weiterlesen...

Seehofer: Wollen keine Kinderzimmer überwachen. «Wir wollen unter keinen Umständen Kinderzimmer überwachen», sagte Seehofer vor Beginn der Innenministerkonferenz in Kiel. Dort kam er mit etwas Verspätung an, weil er wegen einer Demonstration gegen Abschiebungen im Stau gestanden hatte. Die Auswertung digitaler Spuren ist wie auch das Thema Abschiebungen ein Punkt auf dem Treffen der Minister. Kiel - Bundesinnenminister Horst Seehofer ist Befürchtungen vor einem Verlust von Privatsphäre durch behördliche Zugriffe auf Daten digitaler Sprachassistenten entgegengetreten. (Politik, 12.06.2019 - 20:26) weiterlesen...

Solidarität mit Iwan Golunow - Hunderte bei Kundgebung in Moskau festgenommen. Darunter war auch Kremlkritiker Alexej Nawalny, wie seine Sprecherin am Mittwoch über Twitter mitteilte. Moskau - Bei einer nicht genehmigten Solidaritätskundgebung für den russischen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau sind Hunderte Menschen festgenommen worden. (Politik, 12.06.2019 - 18:36) weiterlesen...

Solidarität mit Journalist - Hunderte bei Kundgebung in Moskau festgenommen. Darunter war auch Kremlkritiker Alexej Nawalny, wie seine Sprecherin am Mittwoch über Twitter mitteilte. Moskau - Bei einer nicht genehmigten Solidaritätskundgebung für den russischen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau sind Hunderte Menschen festgenommen worden. (Politik, 12.06.2019 - 18:34) weiterlesen...

200 Menschen bei Kundgebung in Moskau festgenommen. Darunter sei auch Kremlkritiker Alexej Nawalny, bestätigte seine Sprecherin über den Kurznachrichtendienst Twitter. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 1200 Menschen an der Kundgebung, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete. Unter den Festgenommenen sind auch Journalisten. Golunow hatte zuvor noch vor ungenehmigten Protesten gewarnt. Moskau - Bei einer nicht genehmigten Solidaritätskundgebung für den russischen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau sind mehr als 200 Menschen festgenommen worden. (Politik, 12.06.2019 - 16:28) weiterlesen...

Alltag im Leben vieler Kinder - Sextortion und Cybergrooming per Smartphone: Schüler leiden. Besonders Kinder und Jugendliche machen immer wieder auch negative Erfahrungen. Sie werden nicht nur gedisst, sondern kommen ungewollt auch mit Sex und Gewalt in Berührung. Vieles davon fällt unter das Strafrecht. Soziale Medien haben auch eine dunkle Seite. (Politik, 11.06.2019 - 16:28) weiterlesen...