Prozesse, Kriminalität

Der Rosenmontagszug in Volkmarsen fand 2020 ein jähes Ende, als ein Mann mit seinem Auto in die feiernde Menschenmenge fuhr.

16.12.2021 - 12:12:09

Urteil - Volkmarsen-Prozess: Lebenslange Haft für Angeklagten. Jetzt hat das Landgericht Kassel das Urteil gegen den heute 31-Jährigen gesprochen.

Kassel - Im Prozess um die Autoattacke auf den Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen ist der Angeklagte unter anderem wegen 89-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Das Landgericht Kassel sprach den heute 31-Jährigen am Donnerstag wegen 88-fachen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und in einem Fall wegen versuchten Mordes sowie des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig.

Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Am Ende der Haftzeit wird demnach die Gefährlichkeit des Täters in einer weiteren Hauptverhandlung geprüft. Dabei wird auch das Verhalten in der Haft berücksichtigt und ein psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Führerschein und Fahrzeug des Mannes werden eingezogen.

Beharrliches Schweigen des Angeklagten

Der Mann, ein Deutscher, fuhr nach Überzeugung des Gerichts am 24. Februar 2020 vorsätzlich mit einem Auto in den Karnevalsumzug in Volkmarsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) und verletzte dabei mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, teilweise schwer. Der Angeklagte hatte in dem Verfahren vor dem Landgericht beharrlich geschwiegen, bis zuletzt blieb unklar, warum er die Tat begangen hat.

Staatsanwaltschaft und Nebenkläger-Vertreter hatten eine lebenslange Freiheitsstrafe mit dem Vorbehalt anschließender Sicherungsverwahrung sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Verteidigung hatte für eine mildere Strafe als die geforderte Höchststrafe plädiert, da es sich um versuchten und nicht vollendeten Mord gehandelt habe.

© dpa-infocom, dpa:211216-99-404868/5

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Prozesse - Tochter gestalkt, auf Mutter geschossen - lange Haftstrafe Wegen versuchten Mordes in zwei Fällen sowie unter anderem gefährlicher Körperverletzung muss ein 24-Jähriger für elfeinhalb Jahre ins Gefängnis. (Politik, 20.01.2022 - 14:42) weiterlesen...

Kriminalität - Mann wegen Totschlags in den USA in Bayern verurteilt. Seine Haft muss er aber in Bayern antreten. Ein Mann mit US-amerikanischer und iranischer Staatsbürgerschaft hat in den USA einen Bekannten getötet. (Politik, 20.01.2022 - 13:34) weiterlesen...

Justiz - Kriegsverbrecherprozess gegen syrischen Arzt eröffnet. In der Anklageschrift als Kriegsverbrecher, der folterte. In Frankfurt hat der Prozess gegen einen syrischen Arzt begonnen. In den medizinischen Arbeitszeugnissen wird er als fleißig und ehrgeizig beschrieben. (Politik, 19.01.2022 - 16:10) weiterlesen...

Kriminalität - Tödliche Schüsse in Los Angeles - Prozess in Landshut. Ein heute 25-Jähriger soll 2018 einen Mann in Los Angeles getötet haben. Der mutmaßliche Täter räumte das Geschehen vor Gericht ein. Die Anklage lautet auf Mord. (Politik, 19.01.2022 - 13:48) weiterlesen...

Kriminalität - Drei Morde: Lebenslang mit Sicherungsverwahrung. Ihm wird zur Last gelegt, seine Freundin und deren Kinder getötet zu haben. Der 35-jährige Angeklagte hat im Prozess geschwiegen. (Politik, 18.01.2022 - 22:56) weiterlesen...

Kirche - Erzbischof im Missbrauchsprozess: «Konsequent gehandelt». Stefan Heße war Personalchef in Köln, als dort erstmals Vorwürfe gegen einen Priester erhoben wurden. Das hat Seltenheitswert: Ein katholischer Erzbischof sagt als Zeuge in einem Missbrauchsprozess aus. (Politik, 18.01.2022 - 18:26) weiterlesen...