Regierung, Präsident

Der Präsident soll getobt haben: Ermittler beschlagnahmten Material bei seinem persönlichen Freund und Rechtsbeistand Michael Cohen.

11.04.2018 - 10:28:05

Spekulationen in Washington - Nach Cohen-Razzia: Feuert Trump nun Sonderermittler Mueller?. Viele glauben, Trump könnte sich nun rächen. Doch das Eis ist auch für den Präsidenten dünn.

  • Donald Trump - Foto: Susan Walsh/AP

    Der Präsident ist sauer: Das Büro seines Rechtsbeistandes Cohen ist durchsucht worden. Foto: Susan Walsh/AP

  • Stormy Daniels - Foto: Die US-Pornodarstellerin Stormy Daniels behauptet, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben. Foto:  SMG via ZUMA Wire

    Die US-Pornodarstellerin Stormy Daniels behauptet, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben. Foto:  SMG via ZUMA Wire

  • Michael Cohen - Foto: Frank Franklin Ii/AP

    Trump-Anwalt Michael Cohen in New York. Der langjährige Anwalt und Vertraute des US-Präsidenten Trump ist Ziel einer Razzia geworden. Foto: Frank Franklin Ii/AP

Donald Trump - Foto: Susan Walsh/APStormy Daniels - Foto: Die US-Pornodarstellerin Stormy Daniels behauptet, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben. Foto:  SMG via ZUMA WireMichael Cohen - Foto: Frank Franklin Ii/AP

Washington - Nach der Razzia beim Trump-Vertrauten Michael Cohen rätselt das politische Washington über die Zukunft von Sonderermittler Robert Mueller und des stellvertretenden Justizministers Rod Rosenstein.

Dieser hatte die Durchsuchungen in dem New Yorker Anwaltsbüro persönlich angeordnet und damit Präsident Donald Trump in Rage versetzt. Trump hatte bereits am Montag von einer «Schande» und von einem «Angriff auf unser Land» gesprochen. Nach unbestätigten Berichten soll er auch über eine Ablösung von Justizminister Jeff Sessions nachdenken.

Nach Angaben seiner Sprecherin Sarah Sanders geht Trump davon aus, rechtlich die Möglichkeit zur Entlassung von Sonderermittler Robert Mueller zu haben. Im Kongress regte sich daraufhin enormer Widerstand. Der republikanische Senator Chuck Grassley (Iowa) erklärte, eine Entlassung Muellers wäre für Trump «politischer Selbstmord». Der demokratische Oppositionsführer im Senat, Chuck Schumer sagte, eine Entlassung von Mueller oder von Rosenstein würde eine Verfassungskrise auslösen. Trump habe gar nicht die Befugnis zu einer Entlassung.

Trump hatte sich am Montagabend äußerst wütend über den Sonderermittler Mueller und Rosenstein gezeigt, nachdem Ermittler des FBI Räume seines langjährigen Anwaltes Michael Cohen durchsucht hatten. Der Tipp zur Durchsuchung kam nach Angaben von Cohens eigenem Anwalt von Mueller. Allerdings gingen politische Kommentatoren am Dienstag auch davon aus, dass die Ermittlungen zumindest zu dem bei Cohen beschlagnahmten Material nicht mehr aufgehalten werden können. Diese laufen unabhängig von Mueller.

Bei dessen Untersuchungen zu einer möglichen Einmischung Russlands in die Präsidentschaftswahl 2016 gab es offensichtlich Hinweise auf mögliche andere Delikte. Die Razzia steht aber Berichten zufolge offenbar nicht direkt im Zusammenhang mit Muellers Ermittlungen zu einer möglichen Einmischung Russlands in die Präsidentschaftswahl 2016.

Nach Medienberichten sammelten die Ermittler in den Räumen Cohens umfangreiches Material. Unter anderem soll es um eine Schweigegeldzahlung Cohens an das Pornosternchen Stormy Daniels gehen und um die Frage, was Trump davon gewusst hatte. Der Präsident dementiert die Affäre mit der Schauspielerin.

Ferner soll es auch um das Wirken des inzwischen unter anderem wegen Geldwäsche angeklagten ehemaligen Trump-Wahlkampfchefs Paul Manafort gehen. Angeblich soll Trump während des Wahlkampfes in einer nach Kiew übertragenen Videoschalte aufgetreten sein, dafür soll sein Wahlkampflager 150 000 Dollar erhalten haben - dies könnte eine illegale Auslandsspende darstellen.

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, sagte am Dienstag, Mueller müsse seine Arbeit zu Ende bringen dürfen. Er sagte aber auch, dass der Senat seiner Meinung nach kein Gesetz verabschieden müsse, das Mueller vor einer Entlassung schützen würde. Er habe bislang keinen deutlichen Hinweis darauf gesehen, dass eine solche Maßnahme notwendig sei, sagte McConnell.

@ dpa.de

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