Parteien, AfD

Der personelle Aderlass bei der AfD in Sachsen hält an.

13.10.2017 - 17:30:05

Auch Parteiaustritt möglich - Weiterer AfD-Mann verlässt Landtagsfraktion. Derweil will Frauke Petrys «Blaue Wende» eine Art Sammelbecken für gemäßigte Wutbürger sein. Ein früherer Mitstreiter räumt ihr keine Chancen ein.

Dresden - Die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag schrumpft weiter. In einer persönlichen Erklärung gab der Vogtländer Gunter Wild seinen Austritt bekannt.

Die AfD aus den Gründungszeiten habe «leider nur noch sehr wenige Gemeinsamkeiten mit der AfD von heute», schrieb der 59-Jährige in einer persönlichen Erklärung, über die die Chemnitzer «Freie Presse» (Online) berichtete. Die AfD ziehe mittlerweile Personen an, die das politische System der freiheitlich-demokratischen Grundordnung komplett stürzen wollten, so Wild. Nach dem Ausscheiden von Ex-Parteichefin Frauke Petry habe der rechte Flügel der Partei freie Fahrt.

Auch die sächsische AfD-Fraktion sieht Wild kritisch. Abgeordnete wendeten sich von der parlamentarischen Arbeit ab, um ihr «persönliches Ego zu pflegen und handeln, um anderen zu  schaden, anstatt der Gemeinschaft zu nutzen». Wild kündigte an, künftig die fraktionslosen Abgeordneten um Petry zu unterstützen. In der AfD will er zunächst bleiben. Einen späteren Austritt schloss er aber in der «Freien Presse» nicht aus.

Neben Petry und Wild haben auch der frühere AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer und die Abgeordneten Kirsten Muster und Andrea Kersten der Fraktion den Rücken gekehrt. Von vormals 14 AfD-Parlamentariern sind damit noch neun übrig. Eine Fraktion muss mindestens sieben Abgeordnete haben.

Petry gab unterdessen die Gründung der «Blauen Partei» und eines Bürgerforums «Blaue Wende» bekannt. «Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik in Deutschland und in Europa», hatte Petry dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt.

AfD-Gründer Bernd Lucke hielt das Projekt am Freitag für «völlig verkorkst». «Petry hat sich inhaltlich von keiner einzigen AfD-Position abgegrenzt», sagte ihr früherer Mitstreiter dem RND. «Mich würde es sehr wundern, wenn ihr viele Wähler glauben, dass ausgerechnet sie plötzlich eine gemäßigte Realpolitikerin sein will.» Petrys Rechtskurs war der Grund, weshalb Lucke die AfD verlassen hatte.

Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer warf Petry ein falsches Spiel vor, weil sie am Tag nach ihrer Wahl in den Bundestag ihren Verzicht auf eine Mitarbeit in der Fraktion erklärte. «Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es ihr bei der Bundestagswahl in erster Linie um das Mandat und die damit verbundenen finanziellen Vorteile ging», sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

«Frauke Petry spricht von einem konservativen Politikangebot, dass ihre neue Bewegung bieten soll. Konservativ sein ist aber in erster Linie mit Tugenden wie Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und Verlässlichkeit verbunden. Unehrlichkeit und Wankelmut hingegen sind keine Zeichen von klarer Linie und Prinzipienfestigkeit, sondern ein deutliches Anzeichen für Beliebigkeit», betonte der CDU-Politiker.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Alternative für Deutschland - AfD-Chef Meuthen: Die SPD macht es uns leicht Berlin - AfD-Chef Jörg Meuthen würde sich über Andrea Nahles als SPD-Vorsitzende freuen. (Politik, 25.02.2018 - 09:46) weiterlesen...

AfD kündigt Beschwerde wegen Özdemirs Bundestagsrede an. Man werde das «offiziell zum Thema im Ältestenrat machen», sagte Fraktionsgeschäftsführer Bernd Baumann der «Bild am Sonntag». Özdemir zeigte sich unbeeindruckt: «Ich sehe möglichen Vorwürfen seitens der AfD sehr gelassen entgegen. Die AfD radikalisiert sich gerade wie im Zeitraffer und für alle deutlich sichtbar», sagte er der Zeitung. Berlin - Die AfD will Beschwerde gegen die Bundestagsrede des Grünen-Politikers Cem Özdemir einlegen, in der er die AfD- Abgeordneten als Rassisten bezeichnet hatte. (Politik, 25.02.2018 - 00:36) weiterlesen...

Offen für Zusammenarbeit - AfD-Chefs nennen Bedingungen für Kooperation mit Pegida. Mehrere Mitglieder des rechten Parteiflügels bemühen sich jetzt, das Verbot zu kippen. Auch Gauland und Meuthen beharren nicht mehr darauf. Nur die Person Bachmann stört sie. Im Mai 2016 entscheidet der AfD-Vorstand: Mit Pegida arbeiten wir nicht zusammen. (Politik, 21.02.2018 - 18:40) weiterlesen...

Meuthen: AfD sollte Kooperationsverbot mit Pegida aufheben Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat sich für eine Aufhebung des Kooperationsverbots seiner Partei mit der Pegida-Bewegung ausgesprochen. (Politik, 21.02.2018 - 14:29) weiterlesen...

Staatsrechtler Wieland fordert Beobachtung der AfD Der Staatsrechtler Joachim Wieland fordert nach den Äußerungen des AfD-Landes- und Fraktionschefs von Sachsen-Anhalt Andre Poggenburg beim politischen Aschermittwoch eine Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz. (Politik, 21.02.2018 - 00:02) weiterlesen...

Union legt etwas zu - Umfrage: AfD überholt SPD - Partei ringt um GroKo-Votum. Die AfD sieht einen «historischen Tag». Die SPD startet ihr in Europa mit Spannung erwartetes Votum über den Eintritt in eine erneute große Koalition - während die Mitglieder am Küchentisch über ein Ja oder Nein grübeln, platzt die nächste Hiobsbotschaft herein. (Politik, 19.02.2018 - 17:58) weiterlesen...