Prozesse, Kriminalität

Der Obdachlose schläft, als plötzlich neben seinem Kopf Flammen auflodern.

09.06.2017 - 19:58:06

Prozess in Berlin - Feuerattacke auf Obdachlosen: Fünf Angeklagte auf freiem Fuß. Einige junge Männer in seiner Nähe ziehen sich Kapuzen über die Köpfe und gehen. Der Ankläger sieht einen Mordversuch, das Gericht scheint inzwischen anderer Auffassung zu sein.

Berlin (dpa - Im Prozess um eine Feuerattacke auf einen schlafenden Obdachlosen hat das Berliner Landgericht die Haftbefehle gegen fünf Tatverdächtige im Alter von 16 bis 19 Jahren aufgehoben. Damit gab es am Freitag Anträgen der Verteidiger statt.

Bislang saßen sechs mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Sie kommen jetzt zunächst auf freien Fuß, der Prozess gegen sie geht aber weiter.

Die jungen Männer - Flüchtlinge aus Syrien und Libyen - sollen in der Weihnachtsnacht versucht haben, den 37-jährigen Obdachlosen im Kreuzberger U-Bahnhof Schönleinstraße anzuzünden. Nur durch das Eingreifen von Fahrgästen konnte laut Staatsanwaltschaft Schlimmeres verhindert werden. Sie löschten die Flammen, der ahnungslose Mann aus Polen blieb unverletzt. Der Angriff hatte deutschlandweit Entsetzen ausgelöst.

Der Haftbefehl gegen den 21-jährigen Hauptverdächtigen bleibe bestehen, hieß es. Er sitzt weiter im Gefängnis. Alle sechs sind wegen versuchten Mordes angeklagt. Mit einem Urteil wird am 13. Juni gerechnet.

Am siebten Prozesstag wiesen die Richter darauf hin, dass auch eine Verurteilung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung beziehungsweise Beihilfe dazu in Betracht komme. Der Staatsanwalt hielt dagegen an seiner Anklage fest.

Im Falle des Hauptangeklagten plädierte er auf vier Jahre Gefängnis wegen versuchten Mordes. Gegen zwei 17- und 18-Jährige forderte der Ankläger eine Jugendstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten, ein weiterer 18-Jähriger soll aus Sicht des Anklägers zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt werden. Für zwei Angeklagte wurden wegen Beihilfe Bewährungsstrafen verlangt.

Alle Angeklagten hätten die Flammen nahe dem Kopf des Obdachlosen gesehen, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Keiner der jungen Männer habe eingegriffen. «Sie hatten sich zumindest damit abgefunden, dass der Schlafende ersticken oder verbrennen könnte.» Es sei eine menschenverachtende Tat gewesen. Warum das Gericht entgegen früherer Beschlüsse offensichtlich nicht mehr von einem Mordversuch ausgehe, könne er nicht nachvollziehen.

Die Angeklagten hatten einen Tötungsversuch zurückgewiesen. Der 21-Jährige gab zu, ein Taschentuch in Brand gesteckt zu haben, er habe den Mann aber «nur durch ein kleines Feuerchen aufschrecken wollen». Zu keinem Zeitpunkt habe er mögliche tödliche Folgen in Kauf genommen. Die Mitangeklagten erklärten, sie hätten mit der Tat des 21-Jährigen nichts zu tun.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Prozess in Aschaffenburg - Frau vergewaltigt und lebendig begraben - lebenslange Haft. Nun hat ein Gericht einen Mann zu langer Haft verurteilt. Das damalige Opfer ist bei der Urteilsverkündung dabei. Erst nach Jahrzehnten gelingt es Ermittlern, eine grausame Tat aufzuklären. (Politik, 25.05.2018 - 14:14) weiterlesen...

Frau vergewaltigt und verscharrt - Urteil nach 30 Jahren. Das Landgericht Aschaffenburg sah die Mordabsicht des inzwischen 56-jährigen als erwiesen an. Eine Verurteilung nur wegen der Vergewaltigung wäre nicht möglich gewesen, da dieser Vorwurf strafrechtlich bereits verjährt ist. Das heute 52 Jahre alter Opfer überlebte die Tat nur knapp. Aschaffenburg - Er hat nach Überzeugung der Richter eine junge Frau brutal vergewaltigt, fast erstochen und dann im Wald verscharrt: Rund 30 Jahre nach der Tat ist der Peiniger der damals 22 Jahre alten Frau aus dem Raum Offenbach wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. (Politik, 25.05.2018 - 13:56) weiterlesen...

«Er sollte Angst fühlen» - Angriff auf Bürgermeister: Angeklagter bittet um Verzeihung. Er habe niemanden töten oder verletzen wollen. Auch habe er nicht aus ausländerfeindlichen Motiven gehandelt. Zu Beginn des Prozesses um den Messerangriff auf den Bürgermeister von Altena bittet der Angeklagte um Verzeihung. (Politik, 22.05.2018 - 16:02) weiterlesen...

Angeklagte nach Tod von Flüchtling verurteilt. Ein zur Tatzeit 19-Jähriger bekam eine Jugendstrafe von siebeneinhalb Jahren, ein zur Tatzeit 26-Jähriger eine lebenslange Strafe. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Deutschen den Flüchtling aus dem Irak im April 2017 mit Tötungsabsicht unter einem Vorwand in die Dünen der Nordseeinsel lockten und dort töteten. Anschließend vergruben sie die Leiche im Sand. Sie wurde erst Monate später gefunden. Flensburg - Wegen Mordes an einem Flüchtling auf der Insel Amrum hat das Landgericht Flensburg die beiden Angeklagten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. (Politik, 22.05.2018 - 15:50) weiterlesen...

Prozess zur Messerattacke auf Bürgermeister von Altena. Hagen - Mit einem Geständnis und einer Entschuldigung des Angeklagten hat in Hagen der Prozess um die Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena im Sauerland begonnen. Der CDU-Politiker war am 27. November 2017 angegriffen und am Hals verletzt worden. Der Angeklagte räumte ein, die Tat begangen zu haben. Allerdings habe er den Bürgermeister weder töten noch verletzen wollen. «Er sollte wie ich Angst und Ausweglosigkeit fühlen», hieß es in einer vom Verteidiger vor Gericht verlesenen Erklärung. Der Angeklagte befand sich nach eigenen Angaben in einer desaströsen persönlichen Lage. Prozess zur Messerattacke auf Bürgermeister von Altena (Politik, 22.05.2018 - 14:14) weiterlesen...