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Konflikte, Nahost

Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas dauert an.

19.05.2021 - 13:18:07

Nahost-Konflikt - Israel und Hamas dementieren Waffenruhe-Bericht. Berichte über eine bevorstehende Waffenruhe werden zurückgewiesen. Die Waffen könnten dennoch in Kürze scheigen.

  • Konflikt in Nahost - Foto: Mohammed Talatene/dpa

    Ein Ende des Konflikts zwischen Israel und militanten Pal?stinensern scheint noch nicht in Sicht. Foto: Mohammed Talatene/dpa

  • Panzerfeuer - Foto: Ilia Yefimovich/dpa

    Eine israelische Artillerie feuert von einer Position in der N?he von Sderot in Richtung des Gazastreifens. Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Konflikt in Nahost - Foto: Mohammed Talatene/dpaPanzerfeuer - Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Tel Aviv/Gaza - Israel und die Hamas haben einen Bericht über eine bevorstehende Waffenruhe im Gaza-Konflikt dementiert.

Issat al-Rischak, hochrangiger Funktionär der im Gazastreifen herrschenden Hamas, teilte mit, es sei bisher noch keine Einigung erzielt oder ein Zeitpunkt für eine Waffenruhe festgelegt worden. Nach Medienberichten wies auch Israel den Bericht zurück.

Das israelische Fernsehen hatte berichtet, im Rahmen internationaler Vermittlungsbemühungen könnten von 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 MESZ) am Donnerstag die Waffen schweigen. Sicherheitskreise rechneten jedoch binnen weniger Tage mit einem Ende der Kampfhandlungen. Besonders von US-Seite werde wachsender Druck auf Israel ausgeübt, den Einsatz zu beenden.

In Israel mehren sich die Forderungen, die Übergabe der Leichen zweier seit dem letzten Gaza-Krieg 2014 festgehaltener Soldaten sowie die Freilassung zweier israelischer Gefangener mit einer Waffenruhe zu verknüpfen. Israel und die Hamas hatten in den vergangenen Jahren immer wieder über Unterhändler über einen Austausch verhandelt. Die Hamas forderte im Gegenzug stets die Freilassung palästinensischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen.

Der jüngste Konflikt war nach wochenlanger Zuspitzung im Laufe des muslimischen Fastenmonats Ramadan am 10. Mai eskaliert. Militante Palästinenser im Gazastreifen begannen, Israel mit Raketen zu beschießen. Seither wurden nach Angaben der israelischen Armee mehr als 3700 Raketen vom Gazastreifen abgefeuert. Israel griff Hunderte Ziele in dem Küstengebiet an.

Dem Gesundheitsministerium zufolge kamen binnen gut einer Woche 219 Menschen im Gazastreifen ums Leben, mehr als ein Viertel davon Minderjährige. Die israelische Armee bezifferte die Zahl der getöteten militanten Kämpfer auf mindestens 160. Das Militär versucht nach eigenen Aussagen zivile Ziele zu vermeiden, die Hamas und andere Militante würden jedoch Kämpfer und Waffen in Wohnhäusern oder in deren Nähe positionieren. In Israel starben bislang zwölf Menschen durch Raketenfeuer aus dem palästinensischen Küstengebiet.

Mohammed Deif, einflussreicher Militärchef der Hamas, entkam nach Medienberichten zuletzt zwei gezielten Tötungsversuchen Israels. Israelische Medien berichteten, die Luftwaffe habe versucht, ihn bei Bombardements gezielt zu treffen. Er sei jedoch bei zwei Gelegenheiten in letzter Minute geflohen. Die Armee wollte sich nicht näher dazu äußern. Deif gilt seit Jahren als Nummer eins der «Topterroristen» auf Israels entsprechender Liste. Er hat den Spitznamen «die Katze mit neun Leben» verliehen bekommen. Seine Frau und ein Sohn waren im August 2014 bei einem israelischen Luftangriff ums Leben gekommen. Es ist ein erklärtes Ziel Israels, im jüngsten Einsatz führende Mitglieder der islamistischen Organisation zu töten.

UN-Menschenrechtsexperten sehen Anzeichen für Kriegsverbrechen auf beiden Seiten, die vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag untersucht werden sollten. Sie werfen Israel vor, Raketen und Granaten in dicht besiedelte Gebiete im Gazastreifen zu feuern, während bewaffnete palästinensische Gruppen ähnlich «absichtlich oder rücksichtslos» Raketen auf israelische Stadtgebiete schießen würden. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW forderte einen sofortigen Stopp aller militärischen Angriffe.

Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte das Veto Ungarns gegen eine gemeinsame EU-Position zu dem Konflikt. «Das wichtigste jetzt ist, dass die Waffen schweigen und dass es nicht mehr Todesopfer gibt. Lediglich Ungarn sah das anders, warum auch immer», sagte der SPD-Politiker im ZDF. Bei einem Videogipfel der EU-Außenminister hatte Ungarn eine gemeinsame Positionierung verhindert.

Die USA missbilligten derweil antisemitische Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. «Die Vereinigten Staaten verurteilen nachdrücklich die jüngsten antisemitischen Äußerungen von Präsident Erdogan zum jüdischen Volk und halten sie für verwerflich», teilte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, mit. «Antisemitische Sprache hat nirgendwo einen Platz.». Auf welche Äußerungen sich die Verurteilung genau bezog, ließ die Mitteilung offen.

© dpa-infocom, dpa:210519-99-654192/5

@ dpa.de