Prozesse, Urteile

Der Fall löst bundesweit Fassungslosigkeit aus.

07.08.2018 - 14:02:06

Kind verkauft und vergewaltigt - Staufener Missbrauchsfall: Lange Haft für Mutter und Partner. Ein Kind wird zu Hause vergewaltigt und missbraucht, im Internet angeboten und an weitere Täter verkauft. Die eigene Mutter hat dabei aktiv mitgemacht. Nun ist das Urteil gesprochen.

  • Landgericht Freiburg - Foto: Patrick Seeger

    Der Prozess um den Kindesmissbrauch in Staufen bei Freiburg wurde im Landgericht Freiburg verhandelt. Foto: Patrick Seeger

  • Handschellen - Foto: Patrick Seeger

    Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Lebensgefährte bekommt vor der Urteilsverkündung die Handschellen abgenommen. Foto: Patrick Seeger

  • Kindesmissbrauch - Foto: Patrick Seeger

    Ein Kind wird zu Hause vergewaltigt und missbraucht, im Internet angeboten und an weitere Täter verkauft. Die eigene Mutter hat dabei aktiv mitgemacht. Foto: Patrick Seeger

  • Im Landgericht - Foto: Patrick Seeger

    Ein Justizbeamter steht vor der Urteilsverkündung in einem Saal des Landgerichts in Freiburg. Foto: Patrick Seeger

Landgericht Freiburg - Foto: Patrick SeegerHandschellen - Foto: Patrick SeegerKindesmissbrauch - Foto: Patrick SeegerIm Landgericht - Foto: Patrick Seeger

Den beiden Deutschen war dabei auch der Missbrauch einer Dreijährigen zur Last gelegt worden. Fast alle Taten waren gefilmt und auch im Darknet verbreitet worden. Die darauf gezeigten Taten und das Ausmaß des Falles hatten Ermittler an ihre Grenzen gebracht

Ungewöhnlich war auch die Täterschaft: Dass eine Mutter Vergewaltigungen des eigenen Kindes nicht nur vertuscht und deckt, sondern sich am Missbrauch auch aktiv beteiligt und dafür verurteilt wird, kommt sehr selten vor. Die 48-Jährige hatte die Taten eingeräumt, über ihre Motive aber weitgehend geschwiegen. Der 39 Jahre alte Lebensgefährte gestand ebenfalls, sagte im Verlauf des achtwöchigen Prozesses aber auch ausführlich aus.

Auch die Behörden waren in die Kritik geraten. Sie hätten das Martyrium des Jungen möglicherweise zumindest früher beenden können. So hatte man sich vor einem Familiengericht nur auf die Mutter verlassen. Der Junge war nicht befragt worden.

Im Zusammenhang mit dem Fall waren sechs weitere Sexualstraftäter festgenommen und vor Gericht gestellt worden. Sie alle wurden zu langen Haftstrafen verurteilt; zum Teil mit anschließender Sicherungsverwahrung. Das Kind lebt inzwischen bei einer Pflegefamilie.

Die Sicherungsverwahrung verhängen Gerichte anders als die Haft nicht als Strafe, sondern als präventive Maßnahme. Sie soll die Bevölkerung vor Tätern schützen, die ihre eigentliche Strafe für ein besonders schweres Verbrechen bereits verbüßt haben, aber weiter als gefährlich gelten. Die Täter können theoretisch unbegrenzt eingesperrt bleiben. Die Bedingungen müssen deutlich besser sein als im Strafvollzug, außerdem muss es ein größeres Therapieangebot und Betreuung geben.

@ dpa.de