Klima, Umwelt

Der Erde droht der Hitzschlag, warnen Klimaexperten.

03.12.2018 - 04:30:06

Weg von Kohle, Öl und Gas - Vor UN-Klimakonferenz: Forderungen nach radikaler Wende. Aber wie kann die Erderwärmung mit katastrophalen Folgen noch verhindert werden? Antworten und verbindliche Regeln soll die UN-Klimakonferenz in Kattowitz geben. Eines ist klar: Es geht um drastische Maßnahmen.

  • Kohlekraftwerk und Windräder - Foto: Julian Stratenschulte

    Vergangenheit und Zukunft: Windräder drehen sich hinter einem Kohlekraftwerk. Foto: Julian Stratenschulte

  • Kohlenhandel - Foto: Oliver Berg

    Kohlenhändler im Ruhrgebiet: Fossile Brennstoffe sind von vorgestern. Foto: Oliver Berg

  • Verkehr in Peking - Foto: Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv

    Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv

  • Wüste im Norden Chinas - Foto: Bing Han

    Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus. Foto: Bing Han

  • Atemmasken - Foto: Ole Spata/Archiv

    Schals und Atemmasken gehören in Peking mittlerweile zum Stadtbild. Foto: Ole Spata/Archiv

  • Abholzung im Regenwald - Foto: Abholzung im Regenwald. Foto: Werner Rudhart

    Abholzung im Regenwald. Foto: Werner Rudhart

  • Dürre und Hunger in Kenia - Foto: Stephen Morrison/Archiv

    Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme. Foto: Stephen Morrison/Archiv

  • Thailand verdorrt - Foto: Rungroj Yongrit/Archiv

    Thailand verdorrt: Ein Dorfbewohner bewegt sich auf dem Grund eines ausgetrockneten Stausees. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv

  • Hitzetod - Foto: Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia

    Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia

  • Great Barrier Reef - Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park Authority

    Die hohen Wassertemperaturen haben die Korallenbleiche verstärkt. Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park Authority

  • Smog in Peking - Foto: Andy Wong

    Nach Analysen von Fossilien schätzen Wissenschaftler, dass es eine so hohe CO2-Konzentration wie heute zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren gab. Foto: Andy Wong

  • Malediven - Foto: Friedel Gierth

    Bedrohtes Paradies: Einsamer Palmenstrand auf der Malediven-Insel Little Bandos. Foto: Friedel Gierth

  • Los Angeles im Dunst - Foto: Ringo Chiu

    Smog in Los Angeles: Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. Foto: Ringo Chiu

  • Fidschi-Insel Vorovoro - Foto: DB tribewanted/www.tribewanted.com

    Auch sie ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht: die Fidschi-Insel Vorovoro. Foto: DB tribewanted/www.tribewanted.com

  • Hilfeschrei - Foto: Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, damals Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa

    Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, damals Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa

  • Flut in Tuvalu - Foto: Kyodo

    Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des pazifischen Inselstaats Tuvalu. Foto: Kyodo

  • Solarkraft-Komplex in Marokko - Foto: Teresa Dapp

    So könnte es gehen Bei Ouarzazate in Marokko entsteht der größte Solarkraft-Komplex der Welt. Foto: Teresa Dapp

  • Eisbär - Foto: David Goldman

    Wie lange hält das Eis noch? Ein Eisbär in der Meerenge Victoria Strait im nördlichen Kanada. Foto: David Goldman

  • Riesiges Solarkraftwerk - Foto: Abdeljalil Bounhar

    Strom aus Wüstensonne: Das gigantische Solarkraftwerk Noor 3 in der Nähe von Ouarzazate in Marokko. Foto: Abdeljalil Bounhar

  • Verkehr in Moskau - Foto: Pavel Golovkin

    Kein Zustand auf Dauer: Verkehrsstau auf einer großen Straße in Moskau, im Hintergrund qualmen große Kraftwerke. Foto: Pavel Golovkin

Kohlekraftwerk und Windräder - Foto: Julian StratenschulteKohlenhandel - Foto: Oliver BergVerkehr in Peking - Foto: Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/ArchivWüste im Norden Chinas - Foto: Bing HanAtemmasken - Foto: Ole Spata/ArchivAbholzung im Regenwald - Foto: Abholzung im Regenwald. Foto: Werner RudhartDürre und Hunger in Kenia - Foto: Stephen Morrison/ArchivThailand verdorrt - Foto: Rungroj Yongrit/ArchivHitzetod - Foto: Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene GarciaGreat Barrier Reef - Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park AuthoritySmog in Peking - Foto: Andy WongMalediven - Foto: Friedel GierthLos Angeles im Dunst - Foto: Ringo ChiuFidschi-Insel Vorovoro - Foto: DB tribewanted/www.tribewanted.comHilfeschrei - Foto: Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, damals Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epaFlut in Tuvalu - Foto: KyodoSolarkraft-Komplex in Marokko - Foto: Teresa DappEisbär - Foto: David GoldmanRiesiges Solarkraftwerk - Foto: Abdeljalil BounharVerkehr in Moskau - Foto: Pavel Golovkin

Berlin - Die Festlegung verbindlicher Regeln zur Begrenzung der Erderwärmung steht ab heute im Zentrum des 24. UN-Klimagipfels in Kattowitz. Die als historisch eingestuften Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz von 2015 sollen durch klare Regeln zur Umsetzung und Überprüfung ergänzt werden.

In Paris war beschlossen worden, die Erderwärmung auf unter 2 Grad, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Kurz vor der Eröffnung der Klimakonferenz an diesem Montag demonstrierten in Deutschland am Wochenende Tausende Menschen in Berlin und Köln gegen die Kohleverstromung und für den Klimaschutz.

Die USA haben sich als einer der größten Verursacher von Treibhausgasen inzwischen aus dem Pariser Abkommen zurückgezogen. Beim G20-Gipfel in Buenos Aires stand US-Präsident Donald Trump damit weiter isoliert da - alle anderen Teilnehmer betonten am Samstag, das Klimaabkommen sei unumkehrbar. Kanzlerin Angela Merkel äußerte sich deshalb zuversichtlich über einen Erfolg der Konferenz in Kattowitz.

In der polnischen Stadt kamen am Sonntag die Klima-Diplomaten bereits zu einer ersten Plenumssitzung zusammen. Die offizielle Eröffnung ist an diesem Montag. «Wir müssen in den nächsten zwei Wochen Kreativität und Flexibilität an den Tag legen, um die Zeit klug zu nutzen und die Vereinbarungen zu liefern, nach denen wir alle streben», sagte Polens Vize-Umweltminister Michal Kurtyka, der im Namen Polens die Präsidentschaft der zweiwöchigen Konferenz übernahm.

Auch Aktivisten sehen in den Ergebnissen des G20-Gipfels ein wichtiges Signal für die Klimakonferenz. «Alle G20-Länder außer den USA sind sich einig, dass das Pariser Abkommen umfassend umgesetzt werden muss», sagte Christoph Bals, politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch.

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock rief die Bundesregierung auf, die notwendigen Weichen für den Klimaschutz zu stellen. «Wenn die Bundesregierung beim Klima weiter nur abwartet, gefährdet sie nicht nur unser weltweites Ansehen, sondern auch den Industriestandort Deutschland», sagte Bearbock. Brot für die Welt forderte mehr Unterstützung für die ärmsten Bevölkerungsgruppen. «Niemand darf in der Klimakrise alleingelassen werden», sagte Sabine Minninger, Klimareferentin des evangelischen Hilfswerks.

Bei den Bemühungen zur Verhinderung einer Überhitzung der Welt geht es im Kern darum, möglichst bald und vollständig die Freisetzung von Treibhausgasen zu stoppen. Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, bei der Kohlendioxid frei wird, steht dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus müssen andere Quellen für Klimagase - etwa bei der Viehzucht und der Industrieproduktion - gestopft werden und letztlich auch Kohlendioxid aus der Luft abgeschöpft werden, etwa durch Aufforstung von Wäldern oder CO2-Einlagerung unter der Erde.

Allerdings gibt es auch Widerstände wegen möglicher negativer wirtschaftlicher und sozialer Folgen eines zu abrupten Umbaus. So warnte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor «überambitionierten» Zielen. Es sei richtig, voranzuschreiten zu wollen. Aber es sei falsch zu glauben, «unser Kontinent könnte allein das Weltklima retten», sagte BDI-Chef Dieter Kempf der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montag).

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag), der Ausstieg aus der Verstromung von Braunkohle sei eine «Entscheidung für die nächsten 30 bis 40 Jahre». Soviel Zeit bleibt nach Berechnungen der Klimaexperten aber nicht mehr. Weltweit ist der Ausstoß an Kohlendioxid 2017 nach UN-Angaben wieder gestiegen auf nun 53,5 Milliarden Tonnen. Viele Wissenschaftler warnen schon bei plus 1,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts vor kaum tragbaren Folgen: Schmelzen der Eiskappen, Anstieg der Meeresspiegel, mehr Wetterextreme.

Entwicklungsminister Gerd Müller verwies auf die Bedeutung der Hilfen für arme Länder. «Klimapolitik heißt, in Entwicklungs- und Schwellenländer investieren. Afrika, Brasilien, Indien und China: Der Klimaschutz entscheidet sich maßgeblich dort», sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). «Wir werden das Klima nicht in Deutschland retten», betonte Müller.

An den Demonstrationen in Berlin und Köln unter dem Motto «Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt» beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter insgesamt 36 000 Teilnehmer. Die Polizei nannte erheblich niedrigere Zahlen. «Die Bundesregierung hat das Klimaziel 2020 aufgegeben, obwohl sie es durch entschlossenes Handeln noch erreichen könnte», erklärten die Organisatoren, ein Bündnis aus Umweltverbänden und wie BUND, Nabu und Greenpeace. In Köln demonstrierten die Menschen auch für den Erhalt des Hambacher Forsts, den der Energiekonzern RWE für den Braunkohletagebau abholzen will.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Klimaneutral aber gefährdet - Bhutans Energiequellen trocknen aus. Aber auch als Land, das mehr Kohlendioxid schluckt als ausstößt, leidet es unter den Folgen des Klimawandels. Dem armen Himalaya-Königreich fehlen die Mittel, sich abzusichern. Dass Bhutan größtenteils aus Wald besteht, schreibt seine Verfassung vor. (Wissenschaft, 10.12.2018 - 10:14) weiterlesen...

Auf der Müllhalde. Neben ihr Marabu-Störche, die sich in der kenianischen Hauptstadt von Abfall ernähren. Eine vom Rauch brennender Abfälle umgebene Müllsammlerin in einem Slum von Nairobi. (Media, 08.12.2018 - 13:12) weiterlesen...

Kaltes Blau Zwei Wanderer passieren den Gletscher Svinafellsjökull auf Island. (Media, 06.12.2018 - 21:26) weiterlesen...

Fata Morgana? Aus den Kühltürmen des Lethabo-Kraftwerks in Vereeiniging unweit von Johannesburg steigt Wasserdampf. (Media, 06.12.2018 - 15:28) weiterlesen...

Präsident Duda: «Lasse polnischen Bergbau nicht ermorden». Kattowitz - Während Delegierte aus aller Welt bei der UN-Klimakonferenz in Polen über den Klimaschutz debattieren, ergreift Präsident Andrzej Duda für die Kohlenutzung im Gastgeberland Partei. «Solange ich in Polen Präsident bin, lasse ich nicht zu, dass irgendjemand den polnischen Bergbau ermordet», sagte er vor Kumpeln in Brzeszcze. «Kohle ist unser größter Schatz», so Duda. Das Gastgeberland der bis zum 14. Dezember dauernden 24. UN-Klimakonferenz in Katowice bezieht knapp 80 Prozent seines Stroms aus Kohle und gilt deswegen bei Umweltschützern als Klimasünder. Präsident Duda: «Lasse polnischen Bergbau nicht ermorden» (Politik, 04.12.2018 - 15:02) weiterlesen...