Energie, Straßenverkehr

Der Dachverband der Energiewirtschaft (BDEW) wehrt sich gegen starre Ziele beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos.

28.12.2021 - 00:53:45

Energiewirtschaft gegen feste Ziele beim Ladesäulen-Ausbau

"Es besteht die Gefahr, dass wir ein Überangebot erzeugen und viele Ladesäulen schlicht nicht genutzt werden", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagausgaben). Dies würde bedeuten, dass die Anbieter nicht um Kunden konkurrieren, obwohl "dieser Wettbewerb eigentlich für die besten Preise und den besten Service sorgt", so Andreae.

Die Ampel-Regierung hat sich laut Koalitionsvertrag vorgenommen, dass bis 2030 rund 15 Millionen vollelektrische Pkw auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen. Zugleich hat sich die neue Koalition zum Ziel gesetzt, dass dann eine Million öffentlich zugänglicher Ladepunkte zur Verfügung stehen. Andreae kritisierte diese feste Vorgabe: "Niemand weiß heute genau, wie die Mobilität im Jahr 2030 aussieht", sagte sie dem RND. "Davon hängt aber ab, welche Ladeinfrastruktur gebraucht wird." So könnte beispielsweise eine Citymaut oder ein Fahrverbot für Verbrenner in Innenstädten die Entwicklung stark beeinflussen. "Deshalb kann das Ausbauziel für Ladeinfrastruktur nur ein dynamisches Ziel sein", forderte die BDEW-Chefin. Es sei wichtig, dass die verschiedenen Lösungsvorschläge im Markt erprobt werden. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte zuvor fordert, die Zahl der öffentlich zugänglichen Stromtankstellen schnell zu vergrößern. Die Ladeinfrastruktur müsse dem E-Auto-Bestand vorauslaufen. Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, müssten pro Woche 2.000 neue öffentliche Ladepunkte in Betrieb genommen werden. Tatsächlich seien es aber nur 300. Andreae sagte: "Vom Stadium der Ladeinfrastruktur als einer Vorleistung für die Elektromobilität kommen wir gerade sehr schnell in einen intensiven Wettbewerb um Kunden und Marktanteile." Dank der klaren Aussage der neuen Bundesregierung würden alle Unternehmen wissen, dass die Elektromobilität komme. "Entsprechend wollen sie auch investieren", fügte sie hinzu.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

WDH: FDP-Fraktionsvize pocht auf 'grünes' EU-Label für Gaskraftwerke (Buchstabendreher bei FDP im zweiten Absatz behoben) (Boerse, 21.01.2022 - 16:24) weiterlesen...

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister für Energiesteuer-Moratorium Angesichts der stark steigenden Energiepreise fordert Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) entlastende Maßnahmen. (Politik, 21.01.2022 - 15:38) weiterlesen...

FDP-Fraktionsvize pocht auf 'grünes' EU-Label für Gaskraftwerke. "Investitionen in Gas sind nachhaltig, wenn langfristig der Umstieg auf klimafreundlichen Wasserstoff sichergestellt ist", sagte Köhler am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland sei "gut beraten, zwischen Gas und Kernenergie zu unterscheiden". Die Aufnahme von Gas in die sogenannte EU-Taxonomie sei auch eine Frage der Versorgungssicherheit in Deutschland. "Ohne einen massiven Zubau an Gaskraftwerken kann die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet werden", sagte Köhler. BERLIN - Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Lukas Köhler spricht sich deutlich für die Einstufung von Gas als nachhaltige Investition auf EU-Ebene aus. (Boerse, 21.01.2022 - 14:23) weiterlesen...

Bundesregierung will Nein zur Atomkraft gegenüber Brüssel bekräftigen. "Die Bundesregierung wird in ihrer Stellungnahme die feste Überzeugung vertreten, dass Kernenergie nicht als nachhaltig einzustufen ist. Wir halten die Technologie für zu gefährlich, und neben weiteren Gründen ist die Endlagerfrage weiterhin nicht geklärt", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann am Freitag in Berlin. BERLIN - Die Bundesregierung will nach eigenen Angaben ihr klares Nein zur Einstufung von Atomkraft als nachhaltige Investition gegenüber der EU-Kommission bekräftigen. (Boerse, 21.01.2022 - 13:40) weiterlesen...

DIW-Präsident will staatliches Energiegeld für Geringverdiener Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dringt auf eine Reaktion der Regierung angesichts der hohen Inflation. (Politik, 20.01.2022 - 02:03) weiterlesen...

Bundesnetzagentur: Verbraucherschützer Müller soll neuer Chef werden. Das bestätigte der Vorsitzende des Beirates der Behörde, der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD), am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. Die "Rheinische Post" hatte gemeldet, Müller sei für den Posten im Gespräch. BERLIN/BONN - Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, soll neuer Chef der Bundesnetzagentur werden. (Boerse, 19.01.2022 - 22:29) weiterlesen...