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Katastrophen, Notfälle

Der Bundespräsident will im Hochwassergebiet Trost spenden.

18.07.2021 - 20:40:08

Hochwasser-Besuch - Diskussion um Laschets Lacher: Ein Fettnapf zu viel?. Während Steinmeier Betroffenheit ausdrückt, lacht Armin Laschet, der hinter ihm steht.

Der SPD-Kanzlerkandidat, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat am Donnerstag mit seiner Parteikollegin Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, mit Betroffenen in Bad Neuenahr über die Folgen der Überflutungskatastrophe gesprochen. Am Sonntag reist er zu einem Termin mit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) ins Berchtesgadener Land, wo nach Starkregen ebenfalls der Katastrophenfall ausgerufen worden ist. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat ihr Mitgefühl zuerst nur schriftlich ausgedrückt. Sie ist später als andere Spitzenpolitiker und ohne Pressebegleitung in betroffene Regionen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gefahren.

Laschet teilt später mit, er bedauere «den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden sei». Und räumt ein: «Dies war unpassend und es tut mir leid.» Am Sonntag erklärt er im WDR-Fernsehen: «Ich war den ganzen Tag unterwegs, es gab emotionale Begegnungen, die mich auch wirklich erschüttert haben. Und deshalb ärgere ich mich umso mehr über diese wenigen Sekunden.» Tatsächlich geht Laschet, nachdem Steinmeier abgereist ist, noch in eine Notunterkunft. Mit ernster Miene hört er den Menschen zu, die von den Schrecken der vergangenen Tage erzählen.

Später meldet sich aus der Gruppe, die mit Laschet gelacht hat, der Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock. Er spricht von einer anstrengenden, emotional aufgeladenen Situation und erklärt: «Sollte ich damit die Gefühle von Menschen verletzt haben, entschuldige ich mich dafür ausdrücklich. Auch der Landrat ist nur ein Mensch und macht Fehler.»

Grüne Zurückhaltung

Es gibt auch Menschen, die Laschet, der als Wahlkämpfer und Chef der Landesregierung im Katastrophengebiet unter enormem Druck steht, gegen Kritik verteidigen. Einer von ihnen ist der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz. Er schreibt bei Twitter: «Laschet hat einen Fehler gemacht. Er hat sich entschuldigt. Jetzt wird kritisiert, er entschuldige sich nur für «den Eindruck». Der Eindruck, der entstanden ist: Laschet lacht über das Leid (so in zig Kommentaren zu lesen). Dieser Eindruck konnte entstehen - er war aber falsch.» Andere finden, ein Lachverbot dürfe es nirgendwo geben, auch nicht bei traurigen Anlässen.

Misstöne gibt es am Sonntag auch beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Adenau. Als eine Reporterin eine Bürgerin, die eine Frage gestellt hat, zur Seite zieht - noch während Dreyer ihr antwortet - schreitet die Kanzlerin ein. Sie sagt: «Hallo, könnten Sie vielleicht die Dame noch zuhören lassen, was die Ministerpräsidentin sagt und hinterher Ihr Interview machen, das wäre doch super.»

Als Fazit bleibt: Rettungseinsätze, Mitgefühl und praktische Hilfe für die Menschen im Katastrophengebiet haben die vergangenen Tage bestimmt. Wer als Spitzenpolitiker in solchen Momenten von Schock, Wut und Trauer vor Ort ist, muss viel Fingerspitzengefühl haben. Denn in gut zwei Monaten wird ein neuer Bundestag gewählt. Da sollte sich niemand dem Verdacht aussetzen, er missbrauche zerstörte Dörfer mit weinenden Menschen als Wahlkampfkulisse.

Wohl auch deshalb haben sich die Grünen, die seit Jahren vehementer als jede andere deutsche Partei vor den fatalen Auswirkungen des Klimawandels warnen, erst einmal zurückgehalten. Denn anders als Landesvater Laschet hat Baerbock im Katastrophengebiet keine konkrete Aufgabe zu erfüllen. Zudem kommt Rechthaberei nie gut an und würde angesichts von so vielen Todesopfern wohl auch pietätlos wirken.

© dpa-infocom, dpa:210718-99-422405/9

@ dpa.de

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