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Brände, Notfälle

Der Brand im Krefelder Zoo ist nach Einschätzung der Polizei «weitgehend aufgeklärt»: Das Feuer wurde demnach durch eine Himmelslaterne ausgelöst.

02.01.2020 - 13:10:05

Über 30 Tiere starben - Drei Tatverdächtige nach Brand im Krefelder Zoo ermittelt. Drei Frauen, die solche Leuchten haben steigen lassen, haben sich selbst gemeldet.

  • Brand im Krefelder Zoo - Foto: David Young/dpa

    Das Affenhaus des Krefelder Zoos nach dem Brand in der Silvesternacht. Foto: David Young/dpa

  • Löscharbeiten - Foto: David Young/dpa

    Die Krefelder Feuerwehr bei der Arbeit. Foto: David Young/dpa

  • Abgebrannt - Foto: David Young/dpa

    Das Dach des Affenhauses wurde zerstört. Foto: David Young/dpa

  • Affen durch Feuer gestorben - Foto: David Young/dpa

    Feuerwehrleute stehen nach Löscharbeiten vor dem Affenhaus. Foto: David Young/dpa

  • Einsatz im Zoo - Foto: David Young/dpa

    Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten. Foto: David Young/dpa

  • Überreste des Affenhauses - Foto: Christoph Reichwein/dpa

    Zoodirektor Wolfgang Dreßen steht vor dem abgebrannten Affenhaus. Foto: Christoph Reichwein/dpa

  • Verbrannte Baumstämme - Foto: Christoph Reichwein/dpa

    Verkohlte Überreste im Inneren das Affenhauses. Foto: Christoph Reichwein/dpa

  • Brand im Krefelder Zoo - Foto: Christoph Reichwein/dpa

    Bei dem Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos waren in der Silvesternacht mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Foto: Christoph Reichwein/dpa

  • Gedenken vor dem Krefelder Zoo - Foto: Marcel Kusch/dpa

    Bilder, Plüschtiere und Kerzen erinnern vor dem Krefelder Zoo an die toten Tiere. Foto: Marcel Kusch/dpa

Brand im Krefelder Zoo - Foto: David Young/dpaLöscharbeiten - Foto: David Young/dpaAbgebrannt - Foto: David Young/dpaAffen durch Feuer gestorben - Foto: David Young/dpaEinsatz im Zoo - Foto: David Young/dpaÜberreste des Affenhauses - Foto: Christoph Reichwein/dpaVerbrannte Baumstämme - Foto: Christoph Reichwein/dpaBrand im Krefelder Zoo - Foto: Christoph Reichwein/dpaGedenken vor dem Krefelder Zoo - Foto: Marcel Kusch/dpa

Krefeld - Nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine 60 Jahre alte Krefelderin und ihre beiden erwachsenen Töchter.

Die drei Frauen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und dort angegeben, dass sie in der Silvesternacht fünf Himmelslaternen hätten aufsteigen lassen, sagten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Man gehe davon aus, dass eine dieser Himmelsleuchten den Brand des Affenhauses verursacht habe. Dies werde aber derzeit noch genau geprüft, um andere Ursachen auszuschließen. Die anderen vier Leuchten habe man sichergestellt. Durch das Feuer war das Affenhaus abgebrannt, mehrere Menschenaffen starben.

Kriminalhauptkommissar Gerd Hoppmann bezeichnete es als «sehr couragiert» und «hochanständig», dass sich die drei Frauen im Alter zwischen 60 und 30 Jahren selbst bei der Polizei gemeldet hätten. Es handele sich um «ganz normal bürgerliche Menschen». Die drei Frauen hätten die Himmelslaternen im Internet bestellt und dachten nach eigenen Angaben, dass es an Silvester erlaubt sei, sie steigen zu lassen. Tatsächlich sind sie aber in ganz Deutschland verboten. Gegen die drei Frauen wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Darauf steht ein Haft- oder Geldstrafe. «Für uns ist damit diese Tat weitgehend geklärt», sagte Hoppmann.

Ein Feuerwehrsprecher sagte, man sei überrascht gewesen, wie schnell das Dach des Affenhauses gebrannt habe. Eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage habe es nicht gegeben, dies sei zum Zeitpunkt des Baus 1975 aber auch nicht vorgeschrieben gewesen. Eine Zoosprecherin sagte, das Haus sei völlig zerstört, die Überreste würden nach dem Ende der Ermittlungen abgerissen. Der Zoo werde voraussichtlich am Freitag wieder öffnen. Der Brandort werde mit Absperrungen versehen, um einen «Katastrophentourismus» so weit wie möglich zu verhindern.

2009 war in Siegen ein zehn Jahre alter Junge gestorben, weil ein Haus durch eine Himmelslaterne in Brand geraten war. Der Prozess gegen einen 23 Jahre alten Mann wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Brandstiftung wurde später gegen Auflagen eingestellt. Das Gericht sah nur eine geringe Schuld des Mannes, der den Lampion hatte aufsteigen lassen. Damals war das allerdings auch noch nicht verboten.

Ein Brandsachverständiger sagte damals im Gericht, mit einer Himmelslaterne schicke man ein unkontrollierbar offenes Feuer in die Luft. Die leichten Papierhüllen könnten jederzeit in Brand geraten: «Dann stürzen sie brennend als Fackel nach unten. Das ist ein wirkliches Höllenfeuer.»

@ dpa.de