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Flüchtlinge, Migration

Der Brand im Flüchtlingslager Moria machte vergangenes Jahr viele Schlagzeilen.

13.06.2021 - 12:52:11

Flüchtlingskrise - Brandstifter von Moria zu zehn Jahren Haft verurteilt. Jetzt wurden vier Migranten zu langen Haftstrafen verurteilt. Insgesamt hat sich die Lage auf den griechischen Inseln entspannt.

Athen - Neun Monate nach dem spektakulären Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria hat ein Gericht vier Migranten wegen Brandstiftung zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt.

Die vier Männer aus Afghanistan legten am Samstag gegen das Urteil umgehend Berufung ein, wie der staatliche griechische Rundfunk berichtete. Dies hat aber keine aufschiebende Wirkung. Bei dem Brand im September 2020 wurde das Lager auf der Mittelmeer-Insel Lesbos - eines der größten in Europa - fast vollständig zerstört. Etwa 12 000 Menschen wurden praktisch über Nacht obdachlos.

Die Polizei hatte schließlich sechs Jugendliche und Männer aus Afghanistan als Tatverdächtige ermittelt. Sie sollen das Feuer gelegt haben, um ihre Umsiedlung von der Insel aufs griechische Festland zu erzwingen. Der Prozess gegen die vier Männer fand nun auf der Insel Chios unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zuvor waren bereits zwei Afghanen nach Jugendstrafrecht zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Auch sie sind in Berufung gegangen. Einen Termin, wann die Verfahren in die nächste Runde gehen, gibt es noch nicht.

Aktuell geht die Zahl der Migranten, die auf den griechischen Inseln in der Ost-Ägäis leben, zurück. In und um die Registrierlager auf den Inseln Lesbos, Samos, Chios, Kos und Leros befinden sich nach Regierungsangaben noch etwa 9600 Menschen, davon 6500 auf Lesbos. Im April 2020 lag die Gesamtzahl noch bei mehr als 40 000. Grund für den Rückgang sind Maßnahmen der griechischen Regierung, vor allem Ältere, Kranke und Familien aufs Festland zu holen, sowie weniger Neuankünfte aus der Türkei.

In dem völlig überfüllten Lager Moria waren zum Zeitpunkt des Brandes etwa 12 000 Migranten untergebracht, teils unter miserablen Bedingungen. Die meisten kamen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Viele mussten dann die erste Zeit ohne Schutz, Nahrung und Wasser unter freiem Himmel verbringen. Todesopfer gab es damals keine. Deutschland nahm seit vergangenem Jahr mehr als 2750 Frauen, Kinder und Männer von den griechischen Inseln auf.

© dpa-infocom, dpa:210613-99-973585/4

@ dpa.de

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