Konflikte, Syrien

Den Haag - Jüngster Anlass der Konfrontation der USA mit Russland über Syrien ist der vermutete Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Rebellenort Duma.

17.04.2018 - 16:06:06

Hintergrund - Einsatz in Syrien: Die Chemiewaffenkontrolleure der OPCW . Die USA machen die syrische Führung verantwortlich, Russland spricht von einer Inszenierung.

Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) soll die Fakten aufzeigen. «Nach einer Woche kann man noch mit hoher Gewissheit feststellen, dass es Chlorgas war», sagte der deutsche OPCW-Berater und Chemiker Ralf Trapp der Deutschen Presse-Agentur. Der vermeintliche Giftgasangriff soll in der Nacht auf den 8. April stattgefunden haben.

Die Chemiker, Mediziner und Waffenexperten der OPCW analysieren Proben von Blut, Gewebe und Umwelt. Sie befragen auch Zeugen, Opfer und medizinisches Personal und untersuchen den Ort nach Waffenresten. «Die Inspektoren machen sich ein Gesamtbild - wie kam es zu dem Abschuss, welcher Kampfstoff und Waffe wurden eingesetzt», so Trapp. «Damit haben sie aber natürlich noch nicht nachgewiesen, wer es getan hat.»

In Duma soll Chlorgas eingesetzt worden sein. Die Chemikalie ist wichtig für die Trinkwassersäuberung und nicht verboten, wohl aber ihr Einsatz als Waffe. Das Gas verflüchtigt sich schnell, lässt sich aber durch seine Wirkung wie Lungenschäden nachweisen. «Wenn es Chlorgas war, dann findet man auch eine chemische Signatur», sagt Trapp. 70 bis 80 Opfer mit entsprechenden Symptomen ergäben einen guten Nachweis.

Die Untersuchung der Proben in OPCW-Labors dauert ein bis zwei Wochen. Ihren Abschlussbericht sollen die Ermittler binnen 30 Tagen dem Exekutivrat der OPCW übergeben. Auch die Vereinten Nationen würden dann informiert.

Bis zum Dezember 2017 ermittelte eine gemeinsame Kommission der UN und der OPCW Verantwortliche für Anschläge mit C-Waffen. Nachdem die Kommission mehrfach die syrische Regierung verantwortlich gemacht hatte, verhinderte Russland mit einem Veto die Verlängerung ihres Mandates.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Entmilitarisierter Streifen - Radikale syrische Milizen lehnen Pufferzone in Idlib ab Idlib - Zahlreiche radikal-islamische Regierungsgegner lehnen eine Pufferzone für die syrische Rebellenhochburg Idlib ab. (Politik, 19.09.2018 - 18:08) weiterlesen...

Putin und Merkel sprechen über Syrien-Konflikt. Der russische Präsident Wladimir Putin habe Kanzlerin Angela Merkel bei einem Telefonat über die Einigung mit der Türkei zur Einrichtung einer entmilitarisierten Zone in der Rebellenhochburg Idlib in Syrien informiert, teilte der Kreml mit. Sie soll eine Großoffensive der syrischen Regierung auf das letzte große Rebellengebiet des Landes verhindern. Die Initiative für das Telefonat ging laut Kreml von deutscher Seite aus. Berlin - Deutschland und Russland haben erneut über eine Friedenslösung für Syrien beraten. (Politik, 19.09.2018 - 16:54) weiterlesen...

Vereinte Nationen loben Pufferzone um Idlib unter Vorbehalt. Die Einigung würde einen «umfassenden Militäreinsatz abwenden und Millionen Zivilisten eine Atempause» verschaffen, teilte UN-Generalsekretär António Guterres mit und rief die beteiligten Parteien auf, sich an die Vereinbarung zu halten. Russland und die Türkei hatten sich darauf geeinigt, rund um die Region Idlib einen entmilitarisierte Streifen einzurichten. Damit soll dort eine Großoffensive der syrischen Regierungstruppen verhindert werden. New York - Die Vereinten Nationen haben die Einigung auf eine Pufferzone um die syrische Rebellenprovinz Idlib unter Vorbehalt begrüßt. (Politik, 18.09.2018 - 21:52) weiterlesen...

Abschuss von Militärmaschine - Krise zwischen Russland und Israel. Israel greift dort regelmäßig Ziele an - Syriens Raketenabwehr schießt zurück. Diesmal wird eine russische Aufklärungsmaschine Opfer eines fatalen Fehlers. Im syrischen Bürgerkrieg mischen viele Kräfte mit. (Politik, 18.09.2018 - 16:22) weiterlesen...

Israel sieht Verantwortung für Flugzeugabschuss bei Syrien. Die Armee wies damit russische Vorwürfe zurück, der Abschuss sei Israels Schuld. «Israel hält zudem Iran und die Hisbollah-Terrororganisation für diesen unglücklichen Vorfall für verantwortlich», hieß es in einer Stellungnahme. Das russische Aufklärungsflugzeug mit 15 Soldaten war in der Nacht zu Dienstag über dem Mittelmeer abgeschossen worden. Es fiel einem Fehltreffer der syrischen Luftabwehr zum Opfer. Tel Aviv - Die israelische Armee sieht die Verantwortung für den Abschuss eines russischen Militärflugzeuges über dem Mittelmeer bei der syrischen Regierung. (Politik, 18.09.2018 - 14:56) weiterlesen...

Wrackteile des abgeschossenen russischen Flugzeugs gefunden. Auch Leichenteile der 15 getöteten Soldaten an Bord seien geborgen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Das russische Aufklärungsflugzeug war am späten Montagabend versehentlich von der syrischen Armee abgeschossen worden. Das Feuer aus dem Luftabwehrsystem S-200 russischer Bauart hätte eigentlich Raketen angreifender israelischer Kampfjets abfangen sollen. Moskau - Russische Suchschiffe haben im Mittelmeer Wrackteile der versehentlich von syrischen Truppen abgeschossenen Militärmaschine Il-20 gefunden. (Politik, 18.09.2018 - 13:42) weiterlesen...