Gesundheit, Krankheiten

Demonstrationen gegen die Corona-Politik haben weiter Zulauf.

08.01.2022 - 17:18:07

In deutschen Städten - Tausende bei Demonstrationen gegen Corona-Politik. Aber auch Gegner der «Querdenker» formieren sich. Gesundheitsminister Lauterbach hat eine klare Meinung zu Corona-Leugnern.

  • Corona-Proteste - Foto: Bernd W?stneck/dpa-Zentralbild/dpa

    In Schwerin nehmen Menschen an einer Demonstration gegen Corona-Einschr?nkungen teil. Foto: Bernd W?stneck/dpa-Zentralbild/dpa

  • Protest in Hamburg - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    In Hamburg demonstrierten mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Ma?nahmen. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

  • Konfrontation in Magdeburg - Foto: Paul Zinken/dpa

    In Magdeburg war zu einer ?Friedenswanderung? aufgerufen worden, es kam jedoch zu Auseinandersetungen mit der Polizei. Foto: Paul Zinken/dpa

  • Gegenprotest - Foto: Boris Roessler/dpa

    Gegen ?Querdenker? demonstrierten mehr als 2000 Menschen in Minden in Westfalen. Foto: Boris Roessler/dpa

Corona-Proteste - Foto: Bernd W?stneck/dpa-Zentralbild/dpaProtest in Hamburg - Foto: Daniel Bockwoldt/dpaKonfrontation in Magdeburg - Foto: Paul Zinken/dpaGegenprotest - Foto: Boris Roessler/dpa

Berlin - Mehrere Tausend Impfgegner und Zweifler von Corona-Maßnahmen sind wieder in Deutschland auf die Straßen gegangen.

Eine der größten Veranstaltungen gab es am Samstagnachmittag in Hamburg, wo die Polizei von etwa 16.000 Teilnehmern sprach. Zu der Demo unter dem Motto «Das Maß ist voll. Hände weg von unseren Kindern» waren ursprünglich rund 11.000 Teilnehmer erwartet worden. Größere Demonstrationen gab es auch in Magdeburg (Sachsen-Anhalt), Freiburg (Baden-Württemberg) und Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern).

In Hamburg forderte der Veranstalter die Teilnehmer über Lautsprecher auf, die Masken- und Abstandspflicht einzuhalten. Dennoch waren viele Menschen ohne Masken und Abstand unterwegs. Ein Demoteilnehmer habe einen Davidstern mit der Aufschrift «ungeimpft» an der Kleidung getragen, twitterte die Polizei. Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet worden.

In Berlin demonstrierten Dutzende Menschen bei einem Auto- und Fahrradkorso gegen die Corona-Maßnahmen. Die Stimmung sei friedlich, sagte ein Polizeisprecher am Samstagnachmittag. Die Polizei zählte mehr als 70 Autos, 100 Räder und insgesamt etwa 200 Teilnehmer.

In Minden in Ostwestfalen gingen allerdings auch rund 2500 Menschen auf die Straße, um gegen «Querdenker» zu demonstrieren. Sie brachten ihren Unmut über Corona-Leugner, Impf-Skeptiker und Rechtsradikale zum Ausdruck. «Ja zu Meinungsfreiheit und Miteinander - entschieden nein zu Hass, Drohungen und Gewalt», hieß es etwa auf einem Plakat.

In Zwönitz (Sachsen) wurden am Freitagabend bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen Polizisten mit Pyrotechnik attackiert. Wie die Polizeidirektion Chemnitz am Samstag mitteilte, hatten Störer einen Nebeltopf und eine Handfackel gezündet und in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Man habe die Angreifer zurückdrängen können, worauf sich die Gruppe zerstreut habe. Die Polizei stellte die Pyrotechnik sicher und leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte der «Welt am Sonntag», die Debatte der Impfgegner und Corona-Leugner habe jedes Maß und Ziel verloren. «Eine kleine Gruppe ist bereit, alle wissenschaftlichen Erkenntnisse vom Tisch zu wischen und sich freiwillig in einer Blase von Scheinwahrheiten zu begeben», sagte der SPD-Politiker. Das sei eine neue und beängstigende Entwicklung in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Der designierte CDU-Vorsitzende Friedrich Merz schrieb in einem am Samstag veröffentlichten Beitrag für «Focus Online»: «Unter den Demonstranten sind nicht nur notorische Gewalttäter, sondern immer mehr Bürger, die bisher ein ganz normales Leben geführt haben, und die sich von Verschwörungstheorien, Angstszenarien und zweifelhaften «Experten» in Sachen Gesundheit und Corona zu Hass- und Gewaltexzessen hinreißen lassen.» Das sei noch keine gespaltene Gesellschaft, «mit diesem Attribut würde man diese radikale Minderheit, und es ist eine sehr kleine Minderheit, unnötig aufwerten». Aber der Grundkonsens der Gesellschaft werde schmaler, das Meinungsspektrum werde größer und die politische Mitte diffus.

© dpa-infocom, dpa:220108-99-636115/5

@ dpa.de

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