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Gesundheit, Krankheiten

Das Gesundheitsministerium deckelt die Biontech-Bestellmengen und erntet harsche Kritik.

22.11.2021 - 10:42:44

Impfkampagne - Spahn zu Biontech-Obergrenzen: «Frage der verfügbaren Menge». Minister Spahn sieht keine Alternative - räumt aber ein, dass die Kommunikation nicht optimal lief.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich bemüht, Vorbehalte gegen das Vakzin von Moderna für Booster-Impfungen zu zerstreuen.

«Moderna ist ein guter, sicherer und sehr wirksamer Impfstoff», sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Zugleich wies er darauf hin, dass viele Auffrischungsimpfungen auch künftig mit dem bei vielen Bürgern bevorzugten Impfstoff von Biontech vorgenommen werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder für die nächsten Wochen Begrenzungen bei Bestellmengen für den Biontech-Impfstoff angekündigt. Dafür soll das Präparat von Moderna bei den Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommen. Zur Begründung wurde auch darauf verwiesen, dass andernfalls ab Mitte des 1. Quartals 2022 eingelagerte Moderna-Dosen zu verfallen drohten. Aktuell mache der Impfstoff von Biontech über 90 Prozent der Bestellungen aus.

Spahn sagte, allein an diesem Montag und Dienstag gingen 6 Millionen Biontech-Dosen aus den Lagern in die Versorgung. In den Folgewochen seien es jeweils 2 bis 3 Millionen Dosen. Bis zum Jahresende stünden insgesamt 24 Millionen Dosen zur Verfügung. «Wenn wir also davon ausgehen, dass wir 25 bis 30 Millionen Auffrischungsimpfungen bis zum Jahresende machen wollen, dann wird ein großer Teil dieser Impfungen wenn gewünscht auch mit Biontech stattfinden können.»

Zusätzlich seien von Moderna in den Lagern aktuell 16 Millionen Booster-Dosen Impfstoff verfügbar. Bis zum Jahresende seien es bis zu 26 Millionen Dosen. «Es ist genug Impfstoff für alle anstehenden Impfungen da. Und beide Impfstoffe wirken», betonte Spahn.

Kritik aus Sachsen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rief derweil für pragmatisches Impfen ohne Rücksicht auf den Hersteller auf. «Jeder Impfstoff, den wir haben, ist ein Segen. Und wir sollten jeden Impfstoff nutzen, ganz gleich welcher es ist, der zugelassen ist», sagte er am Montag beim Eintreffen zu hybriden Beratungen der CDU-Spitze in Berlin. «Es geht hier nicht darum, was uns besser gefällt», ergänzte Kretschmer. «Man soll beherzt zugreifen, das ist das Entscheidende.»

Zugleich kritisierte Kretschmer die Kommunikation des geschäftsführenden Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) im Zusammenhang mit Bestellobergrenzen für Biontech-Impfstoff als unglücklich. «Das weiß der Bundesminister auch.» Aber es gebe einen großen Bedarf an Impfstoff. Biontech wie Moderna erzielten die gleiche Wirkung und seien für den gleichen Personenkreis zugelassen. Er selbst sei zweimal mit Astrazeneca geimpft, «ich werde jetzt auch Moderna nehmen». Zurückhaltend äußerte sich der Ministerpräsident zu einer Impfpflicht. Diese müsse in Ruhe besprochen werden, eine Diskussion über die Medien sei nicht hilfreich.

Thema bei der Konferenz der Gesundheitsminister

Auch bei der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) soll am Montag über die Bestellgrenzen gesprochen werden, wie der bayerische Ressortchef und GMK-Vorsitzende Klaus Holetschek (CSU) angekündigt hat. Spahn will sich am Vormittag bei einer kurzfristig angekündigten Pressekonferenz in Berlin zum Impfen mit Moderna und Biontech äußern. Mit dabei sind zwei Impfstoff-Experten: der Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung der Berliner Charité, Leif Erik Sander, und der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek.

Die Kritik an der Ankündigung riss unterdessen nicht ab. Nach Ansicht der gesundheitspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg Dugnus, hat Spahn «sich und der Impfkampagne mit seiner Ankündigung keinen Gefallen getan». «Wir brauchen keine neue Diskussion über Impfstoffe, sondern müssen möglichst viel impfen», sagte sie der «Welt» (Montag). «Die Ärztinnen und Ärzte haben durch das angerichtete Chaos jetzt zusätzliche Aufklärungsarbeit, die besser beim Impfen eingesetzt wäre.»

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach am Sonntagabend in der ARD-Sendung «Anne Will» von einem «ganz falschen Signal». Es sei ein riesiges Problem, «wenn wir im Moment alle Kräfte bündeln, um zu impfen», dass dann der in Deutschland beliebteste Impfstoff begrenzt sei in seiner Verfügbarkeit. Seine Erwartungshaltung an die Bundesregierung sei, «dass wir jetzt alles daran setzen, genügend von dem Pfizer/Biontech-Impfstoff zur Verfügung zu haben».

Berlin sieht Zweitimpfungen in Gefahr

Berlins Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) schilderte in der «Abendschau» des RBB, dass er auch Probleme für die Impfzentren der Hauptstadt erwarte: «Wir würden dann nicht mal die Zweitimpfungen nach erfolgten Erstimpfungen in der vollen Anzahl durchführen können. Da kann man auch nicht wechseln. Nach einer ersten Biontech-Impfung müssen wir natürlich auch eine zweite Biontech-Impfung anbieten.»

Ärztevertreter hatten auf viele praktische Probleme hingewiesen, die die Entscheidung mit sich bringen könnte. Befürchtet wird, dass Menschen, die schon Auffrischungsimpfungen mit Biontech vereinbart haben, zögern könnten, wenn ihnen Moderna angeboten wird, und dass in den Praxen durch viele Nachfragen und Umbuchungen deutliche Mehrarbeit entsteht. Moderna wird außerdem nur für Menschen ab 30 und nicht für Schwangere empfohlen.

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, betonte, die Impfstoffe von Moderna und Biontech seien nahezu «baugleich». «Daher ist es für die meisten Personen unproblematisch, wenn sie statt Biontech jetzt Moderna bekommen, und zwar egal ob Erstimpfung oder Booster», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Unionsfraktionsvize Thorsten Frei (CDU) sagte der «Welt», es gehe jetzt darum, «alles dafür zu tun, dass sowohl die Erst- und Zweitimpfungen als auch die Auffrischungsimpfungen zulegen». Dafür stünden bis Jahresende insgesamt 50 Millionen Impfdosen zur Verfügung. «Wir sollten jetzt alle Diskussionen unterlassen, die die Impfbereitschaft abbremsen könnten.»

© dpa-infocom, dpa:211122-99-91958/5

@ dpa.de

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