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Konflikte, Bundestag

Das Chaos in Kabul beschäftigt den Bundestag in einer Sondersitzung.

25.08.2021 - 12:52:09

Bundestag - Merkel in Regierungserklärung: Furchtbare Dramen in Kabul. Die Bundeskanzlerin gibt eine Regierungserklärung ab und wird dabei auch persönlich.

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an das Elend der Menschen in Afghanistan erinnert und der bei dem gescheiterten Einsatz in dem Krisenstaat getöteten und verletzten Bundeswehrsoldaten gedacht.

«Die Entwicklungen der letzten Tage sind furchtbar, sie sind bitter», sagte Merkel am Mittwoch in einer Regierungserklärung zum Debakel beim Abzug der Bundeswehr und der westlichen Verbündeten aus Afghanistan im Bundestag. Sie ergänzte: «Für viele Menschen in Afghanistan sind sie eine einzige Tragödie.»

Vor gut einer Woche hatten die militant-islamistischen Taliban die Macht an sich gerissen, seither versuchen Tausende verzweifelte Menschen, auf Evakuierungsflüge am Flughafen Kabul zu kommen.

Merkel sagte, ihre Gedanken seien bei den Soldatinnen und Soldaten, die ihren Einsatz mit ihrem Leben bezahlt hätten, unter ihnen auch 59 Deutsche, sowie bei denen, die durch ihren Einsatz in Afghanistan bleibende Verletzungen an Leib und Seele davongetragen hätten, sagte Merkel. In persönlichen Worten erwähnte sie dabei auch einen ihrer früheren Personenschützer, der bei einem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr getötet worden war.

Merkel sagte, man werde Zeuge, mit welcher Verzweiflung Menschen auf Flughafen Kabul zu gelangen versuchten, um einen Platz in einem rettenden Flugzeug zu kommen. Es spielten sich furchbare menschliche Dramen ab, etwa wenn Eltern ihre Babys und Kleinkinder irgendwie über die Mauern des Flughafens in die rettenden Hände verbündeter Soldaten zu legen versuchten, oder wenn Menschen in Panik vor dem Flughafen zu Tode getreten würden.

Merkel war kurz vor ihrer Rede noch zu SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich gegangen, sich kurz mit ihm unterhalten und sich auch noch mit der unter Druck stehenden Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer abgestimmt.

© dpa-infocom, dpa:210825-99-961932/2

@ dpa.de