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Gesellschaft, Sprache

Darmstadt - Das «Unwort des Jahres» soll aktuelle Diskussionen abbilden und gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen.

14.01.2020 - 10:36:06

Hintergrund - Die «Unwörter» der vergangenen zehn Jahre. Gekürt wird es seit 1991.

2019 - «Klimahysterie»: Mit dem Wort werden nach Auffassung der Jury Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert

2018 - «Anti-Abschiebe-Industrie»: Der Begriff verhöhnt aus Sicht der Jury geltendes Recht. Er zeige auch, wie sich der politische Diskurs sprachlich und in der Sache nach rechts verschoben habe.

2017 - «Alternative Fakten»: Mit dem Begriff sollen aus Sicht der Jury Falschbehauptungen politisch salonfähig gemacht werden.

2016 - «Volksverräter»: Das Wort sei ein «Erbe von Diktaturen» unter anderem der Nationalsozialisten.

2015 - «Gutmensch»: Der Vorwurf diffamiere Hilfsbereitschaft und Toleranz pauschal als naiv und dumm, begründet die «Unwort»-Jury.

2014 - «Lügenpresse»: Diese pauschale Verurteilung «verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit», so die Jury.

2013 - «Sozialtourismus»: Der Ausdruck diskriminiert laut Jury Menschen, «die aus purer Not in Deutschland eine bessere Zukunft suchen, und verschleiert ihr prinzipielles Recht hierzu».

2012 - «Opfer-Abo»: Die «Unwort»-Jury kritisiert, der Begriff stelle Frauen pauschal unter den Verdacht, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterin zu sein. Wetter-Unternehmer Jörg Kachelmann hatte die Wortschöpfung, die seine Frau Miriam erfunden habe, unter anderem in einem «Spiegel»-Interview verwendet. Darin ergänzte er: «Frauen sind immer Opfer, selbst wenn sie Täterinnen wurden.»

2011 - «Döner-Morde»: Dieser Begriff ist für die Mordserie der rechtsextremistischen NSU-Terroristen verwendet worden. Mit der «sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung» würden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt, erklärt die Jury.

2010 - «alternativlos»: Das Wort suggeriere zu Unrecht, dass keine Diskussion mehr notwendig sei.

@ dpa.de

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