Gesundheit, Krankheiten

Damit eingelagerter Impfstoff von Moderna nicht verfällt, sollen Praxen und Impfzentren zunächst nur noch begrenzt Biontech bestellen können und mehr Moderna impfen.

21.11.2021 - 15:34:11

Auffrischungsimpfung - Boostern mit Biontech oder Moderna? - «Nehmen, was da ist». Das hat viel Kritik ausgelöst.

Berlin generell einen mRNA-Impfstoff, auch wenn man vorher einen anderen bekommen hat. Wenn möglich, soll es beim Boostern derselbe mRNA-Wirkstoff sein wie bei der Grundimmunisierung, schreibt das Robert Koch-Institut. Ist dieser nicht verfügbar, könne auch der jeweils andere eingesetzt werden. Lediglich für Personen unter 30 Jahren wird ausschließlich Biontech empfohlen, weil in dieser Altersgruppe bei Moderna das Risiko für bestimmte Herzentzündungen leicht erhöht ist. Die Experten haben also grundsätzlich keine Bedenken hinsichtlich eines möglichen Wechsels.

«Ich halte das für völlig unproblematisch», sagt auch der Infektiologe Leif Erik Sander von der Berliner Charité. Es gebe sogar Studien, die zum Ergebnis kämen, dass die Kombination verschiedener Impfstoffe immunologisch günstig sei. «Man sollte einfach das nehmen, was da ist.» Die möglichen Nebenwirkungen einer Auffrischungsimpfung gleichen den Studien zufolge denen, die auch nach den ersten beiden Spritzen auftreten können.

Warum entscheiden sich so viele in Deutschland für Biontech?

Das dürfte auch daran liegen, dass der Impfstoff hier entwickelt wurde und durch die vielen Berichte über die Erfolgsstory der Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin ein besonders gutes Image hat. Das Mainzer Ehepaar wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für die Entwicklung ihres Impfstoffs mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Außerdem setzt auch die deutsche Corona-Impfkampagne vor allem auf Biontech. Der Impfstoff liegt bei den vereinbarten Liefermengen mit Abstand vorne: In diesem Jahr sind es laut einer Übersicht des Gesundheitsministeriums weit über 100 Millionen Dosen. Von Moderna wurde etwa halb so viel geordert.

Was ist eigentlich mit nachlassendem Impfschutz gemeint? 

Das hat Sahin noch einmal genauer in der «Bild am Sonntag» erklärt: Ab dem vierten Monat beginne der Schutz «gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Grades» abzunehmen. Ab dem sechsten Monat sinke er deutlich. Vor schwerer Erkrankung schützt die Impfung seinen Angaben zufolge aber weiterhin: «Kürzlich veröffentlichte Daten aus unserer Studie zeigen, dass der Impfschutz noch bis zum neunten Monat sehr hoch ist, sodass es bei Geimpften nur selten zu schweren Erkrankungen und einer Krankenhausbehandlung kommt.»

© dpa-infocom, dpa:211121-99-84606/2

@ dpa.de

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