Parteien, CSU

CSU-Chef Horst Seehofer bläst der Wind weiter ins Gesicht.

12.10.2017 - 12:48:07

Nach Wahlschlappe in Bayern - Mitglieder der Münchner CSU fordern Neuanfang ohne Seehofer. Zwei CSU-Bezirksvorstände - Oberpfalz und Oberfranken - haben bereits einen geordneten personellen Übergang gefordert. Nun werden auch im Münchner Bezirksverband Stimmen für einen Neuanfang laut.

Berlin/München - Der Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer wächst. Nach den massiven Verlusten bei der Bundestagswahl fordern nun auch mehrere Politiker der Münchner CSU personelle Konsequenzen an der Parteispitze.

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung sprachen sich einzelne Vertreter der insgesamt neun Münchner CSU-Kreisverbände bei einem nicht offiziellen Treffen für einen «personellen Neuanfang» an der Spitze von Partei und Staatsregierung aus. «Sonst verlieren wir nächstes Jahr mit der Landtagswahl in Bayern auch die dritte Wahl», zitierte die Zeitung aus den Teilnehmerkreisen.

Seit den Verlusten bei der Bundestagswahl, bei der die CSU um 10,5 Prozentpunkte auf 38,8 Prozent abstürzte, steht Seehofer intern unter Druck. Inzwischen fordern schon zwei CSU-Bezirksvorstände - Oberpfalz und Oberfranken - einen geordneten personellen Übergang.

An dem Treffen in München nahmen aber nicht Vertreter aller neun Kreisverbände teil. Unter anderem fehlte auch der Vorsitzende des Kreisverbandes München-Ost, der stellvertretende CSU-Generalsekretär Markus Blume. Blume steht weiterhin loyal hinter Seehofer. Am kommenden Montag will sich der Bezirksvorstand der Münchner CSU zur offiziellen Sitzung treffen.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wandte sich erneut gegen Personaldebatten vor den anstehenden Jamaika-Verhandlungen in Berlin. «Wer glaubt, dass das zu einem besseren Verhandlungsergebnis in Berlin führt, wenn wir jetzt Personaldiskussionen führen, der weiß nicht, wie Diskussionen auf der Berliner Ebene durchgeführt werden», sagte Aigner am Donnerstag in München. Offiziell ist die Personaldebatte auf den für Mitte November geplanten Parteitag vertagt worden.

@ dpa.de

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