Gesundheit, Krankheiten

Bolivien verschärft die Corona-Maßnahmen und will einen Impfpass zur Voraussetzung für den Zugang etwa zu Supermärkten machen.

12.01.2022 - 21:44:08

Corona-Pandemie - Bauern in Bolivien protestieren gegen Impfnachweis. Das erzürnt Teile der Bevölkerung.

La Paz - Zahlreiche Bauern in Bolivien haben gegen die geplante Einführung eines Impfnachweises demonstriert.

Zudem forderten die Frauen und Männer in überwiegend traditioneller Kleidung vor dem Gesundheitsministerium am Regierungssitz in La Paz den Rücktritt von Gesundheitsminister Jeyson Auza, wie die bolivianische Zeitung «El Deber» berichtete.

Demnach drohten die Demonstranten mit Straßenblockaden, sollte die Regierung zwei Dekrete nicht aufheben, wonach unter anderem Supermärkte, Banken und Hochschulen ausschließlich mit einem Corona-Impfpass und einem PCR-Test betreten werden dürfen. Die Verantwortlichen des Bürgerkomitees von La Paz' Zwillingsstadt El Alto riefen an zu einem landesweiten Streik auf, wie die Zeitung «Página Siete» berichtete.

«Wir leben nicht in Diktaturzeiten», zitierte «El Deber» den Bauernvertreter Pedro Laruta. Die Impfung sei eine individuelle Entscheidung. Er sei nicht geimpft und man könne ihn auch nicht zwingen. «Das Volk weiß, wie es sich schützen kann», verwies Laruta auf die traditionelle Medizin.

Auch der bolivianische Vizepräsident David Choquehuanca hatte sich mit Verweis auf die traditionelle Medizin und zwei vorherige Corona-Infektionen nach langen Diskussionen erst kürzlich erstmals gegen Corona impfen lassen. Choquehuanca und sechs Minister wurden nach Regierungsangaben vom Dienstag positiv auf Corona getestet.

In Bolivien, einem Andenstaat mit hohem indigenem Bevölkerungsanteil, in dem viele auch auf natürliche Heilmittel vertrauen, wurden bisher insgesamt rund 697.000 bestätige Corona-Infektionen verzeichnet und mehr als 20.000 Tote im Zusammenhang mit dem Erreger registriert. Das Elf-Millionen-Einwohner-Land hatte zuletzt unter anderem angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante mit 60.801 Corona-Neuinfektionen eine Höchstmarke für eine Woche erreicht.

© dpa-infocom, dpa:220112-99-686786/2

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Pandemie - Lauterbach: Nach der Welle schrittweise Öffnungen. Den Höhepunkt der Welle erwartet er für Mitte Februar. Danach soll es Öffnungen geben. Weil Deutschland die zweitälteste Bevölkerung Europas hat, will Gesundheitsminister Lauterbach vorsichtig bleiben. (Politik, 23.01.2022 - 20:56) weiterlesen...

Protest - Krawalle bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Brüssel. Es kommt zu Krawallen. Die Polizei ist mit Wasserwerfern und Tränengas im Einsatz. In Brüssel gehen Zehntausende Menschen gegen die Coronaregeln auf die Straße. (Politik, 23.01.2022 - 17:58) weiterlesen...

Bund-Länder-Treffen - Omikron-Krisengipfel: Zunächst wohl keine neuen Maßnahmen. Wegen der steil steigenden Zahlen sind unter anderem Neuregelungen bei PCR-Tests geplant. Am Montag beraten Bundeskanzler und Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. (Politik, 23.01.2022 - 16:14) weiterlesen...

Umfrage - Weiterhin deutliche Mehrheit für allgemeine Impfpflicht. Die Mehrheit der Menschen ist jedoch noch für eine Impfpflicht. Während die Politik weiterhin über die Einführung einer Corona-Impfpflicht berät, sinkt das Wohlwollen in der Bevölkerung allmählich. (Politik, 23.01.2022 - 10:40) weiterlesen...

Demonstrationen - Wieder Proteste gegen Corona-Politik. Der Grünen-Politiker Omid Nouripour kann einige von ihnen verstehen. Jedes Wochenende das gleiche Bild: In Deutschland demonstrieren Tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. (Politik, 23.01.2022 - 10:08) weiterlesen...

Konjunktur - Corona hat riesige wirtschaftliche Schäden verursacht Einer Analayse des Instituts der deutschen Wirtschaft liegt der Wertschöpfungsausfall bei rund 350 Milliarden Euro. (Wirtschaft, 23.01.2022 - 07:41) weiterlesen...