Terrorismus, Parlament

Blut, bewegungslose Körper, dröhnende Hubschrauber im Herzen der britischen Hauptstadt: Mehrere Attacken erschüttern London.

22.03.2017 - 18:46:06

Schock in London - Tote und Verletzte bei mutmaßlichen Terrorattacken. Scotland Yard geht erstmal von Terror aus.

London - Wer in London lebt und sich täglich durch die Menschenmengen quält, hatte davor schon lange Angst: Was wäre, wenn sich mitten im Zentrum eine Terrorattacke ereignet? Am Mittwoch war es offensichtlich soweit - genau vor dem Parlament und auf einer nahen Brücke, unweit von Touristenattraktionen.

Eine Messerattacke, Schüsse, ein Auto, das in Fußgänger raste. Menschen lagen bewegungslos auf dem Boden, darunter Schwerverletzte. Mindestens zwei Menschen überlebten die Attacke nicht.

Die Lage war zunächst völlig unübersichtlich. Hubschrauber dröhnten über dem Parlamentsgebäude, das an der Themse liegt. Polizisten jagten Fußgänger fort, das betroffene Areal samt Parlament wurde evakuiert. Rettungskräfte und Passanten kümmerten sich um die Opfer.

Was war passiert? Ein Angreifer soll auf dem Gelände des Parlaments einen Polizisten mit einem Messer angegriffen haben. Etwa zeitgleich raste ein Auto auf der Themsebrücke in die Fußgänger.

Standen beide Vorfälle miteinander in Verbindung? Sehr wahrscheinlich. «Wir behandeln dies als einen terroristischen Vorfall, bis wir etwas anderes wissen», teilte Scotland Yard auf Twitter mit. Unklar war zunächst, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelte.

«Meiden Sie den Parlamentsplatz, Whitehall, Westminster und Lambeth Bridge, Victoria Station bis zur Kreuzung Broadway und Victoria Embankment», riet Scotland Yard weiter. Ein großes Areal. Einige U-Bahnhöfe wurden geschlossen; auch Touristengruppen saßen dort im Untergrund fest.

Premierministerin Theresa May wurde vom Parlamentsgebäude in den Regierungssitz in der Downing Street 10 gebracht. Weder das Parlament noch May gaben zunächst Stellungnahmen ab. Die Lage war zu unklar. Auch viele Touristen waren potenziell in Gefahr, denn der Ort des Geschehens liegt in der Nähe vieler Attraktionen, etwa des Riesenrads London Eye, das umgehend geschlossen wurde.

Die Polizei rief Zeugen auf, ihre Filmaufnahmen und Fotos an die Ermittler zu senden. Gleichzeitig rief sie zur Zurückhaltung auf und bat darum, keine Bilder und Videos von Opfern in Umlauf zu bringen.

Gibt es einen Zusammenhang mit einer anderen Attacke? Die Angriffe in London wurden auf den Tag genau ein Jahr nach islamistischen Attacken in Brüssel verübt. Am 22. März 2016 rissen drei Selbstmordattentäter am Flughafen der belgischen Hauptstadt und in der U-Bahnstation Maelbeek im Europaviertel 32 Menschen mit in den Tod und verletzten mehr als 300 weitere.

@ dpa.de

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