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Westfalen-Blatt

Bielefeld - In der vergangenen Woche sind in Nordrhein-Westfalen 6355 Lehrer (3,1 Prozent von 205.000 Lehrern) zu Hause geblieben, weil sie nach Einsch?tzung ihres Arztes im Falle einer Infektion einen schweren Verlauf f?rchten m?ssen.

26.08.2020 - 05:07:25

Corona: 6355 Lehrer in NRW vom Unterricht befreit - Ministerium l?sst Atteste nicht amts?rztlich pr?fen

Bielefeld - In der vergangenen Woche sind in Nordrhein-Westfalen 6355 Lehrer (3,1 Prozent von 205.000 Lehrern) zu Hause geblieben, weil sie nach Einsch?tzung ihres Arztes im Falle einer Infektion einen schweren Verlauf f?rchten m?ssen. Eine Woche zuvor seien es noch 9225 (4,5 Prozent) gewesen, berichtet das WESTFALEN-BLATT unter Bezug auf das Schulministerium.

Maike Finnern, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sagte der Zeitung: "Dass die Zahlen zur?ckgehen, zeigt, wie sehr Lehrkr?fte daran interessiert sind, Sch?ler in diesen schwierigen Zeiten zu unterst?tzen." Auch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) nannte den R?ckgang "erfreulich" und sagte: "Die gestiegene Personalversorgung wird dazu f?hren, dass die Schulen auch in Corona-Zeiten f?r beste Bildung sorgen k?nnen."

Seit Ende Mai k?nnen sich Lehrkr?fte in NRW nur noch vom Pr?senzunterricht befreien lassen, wenn sie ein ?rztliches Attest vorlegen. Aus dem muss hervorgehen, dass bei ihnen im Fall einer Corona-Infektion "die Gefahr eines schweren Verlaufs" besteht. Was die Haupt-Diagnosen in den tausenden Attesten sind - dazu m?chte sich das Schulministerium nicht ?u?ern.

NRW akzeptiert die Atteste, ohne sie von Amts?rzten ?berpr?fen zu lassen - um die Gesundheits?mter nicht noch mehr zu belasten, wie es aus dem Schulministerium hei?t. In Schleswig-Holstein hatte eine Kontrolle der Atteste zu einem Aufschrei der Lehrergewerkschaften gef?hrt. In dem Bundesland mit seinen etwa 25.000 Lehrern hatten bis Mitte Juni 1609 Lehrkr?fte ein haus- oder fach?rztliches Attest vorgelegt. Eine Amts?rztin hatte bis Mitte Juni 780 Atteste kontrolliert, aber nur in 32 F?llen einer Unterrichtsbefreiung zugestimmt. Nach massiver Gewerkschaftskritik sieht die Quote inzwischen anders aus: Wie eine Sprecherin des Ministeriums in Kiel dem WESTFALEN-BLATT sagte, seien von inzwischen 2000 ?berpr?ften Attesten jetzt 1900 akzeptiert.

Dennoch hat das Verwaltungsgericht Schleswig nach Ministeriumsangaben j?ngst acht Klagen von Lehrern gegen die Ablehnung ihres Attests abgewiesen, eine weitere Klage wurde zur?ckgenommen.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt Christian Althoff Telefon: 0521 585-254 c.althoff@westfalen-blatt.de

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