Prozesse, Terrorismus

Berlin - Nach den für viele Angehörige der NSU-Opfer teilweise enttäuschenden Urteilen hoffen nun mehrere Familien, dass der Staat juristisch zur Verantwortung gezogen wird.

12.07.2018 - 13:14:05

Nach Urteilen - NSU-Opfer hoffen nun auf Klage gegen den Staat

  • Großer Andrang am OLG München - Foto: Matthias Balk

    Zuschauer stehen Schlange vor dem Eingang zum NSU-Prozess am Oberlandesgericht München. Foto: Matthias Balk

  • Demonstration vor dem NSU-Prozess - Foto: Tobias Hase

    Demonstranten halten bei einer Kundgebung vor dem Oberlandesgericht in München Schilder mit Abbildungen der NSU-Opfer. Foto: Tobias Hase

  • Vorbereitungen vor dem OLG München - Foto: Matthias Balk

    Polizisten stellen vor dem Oberlandesgericht in München Zäune auf. Foto: Matthias Balk

  • Ismail und Ayse Yozgat - Foto: Matthias Balk

    Ismail und Ayse Yozgat, Eltern des vom NSU ermordeten Halit Yozgat, kommen zum Oberlandesgericht in München. Foto: Matthias Balk

  • Urteil im NSU-Prozess - Foto: Peter Kneffel

    Beate Zschäpe im Oberlandesgericht München: Im NSU-Prozess ist die Hauptangeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Foto: Peter Kneffel

  • Beate Zschäpe - Foto: Peter Kneffel

    Beate Zschäpe ist vom Münchener Oberlandesgericht zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Foto: Peter Kneffel

  • Zschäpe mit Verteidigern - Foto: Peter Kneffel

    Lebenslange Haft für Beate Zschäpe wegen der Mordserie des «Nationalsozialistischen Untergrunds». Foto: Peter Kneffel

  • Demonstration vor dem Oberlandesgericht in München - Foto: Sven Hoppe

    Linke Gruppen protestieren vor dem Oberlandesgericht in München. Hier wurden zuvor die Urteile im NSU-Prozess gesprochen. Foto: Sven Hoppe

Großer Andrang am OLG München - Foto: Matthias BalkDemonstration vor dem NSU-Prozess - Foto: Tobias HaseVorbereitungen vor dem OLG München - Foto: Matthias BalkIsmail und Ayse Yozgat - Foto: Matthias BalkUrteil im NSU-Prozess - Foto: Peter KneffelBeate Zschäpe - Foto: Peter KneffelZschäpe mit Verteidigern - Foto: Peter KneffelDemonstration vor dem Oberlandesgericht in München - Foto: Sven Hoppe

«Wir möchten, dass ein Gericht in Deutschland feststellt, dass der Staat versagt hat», sagte die Anwältin der Familie des ersten NSU-Mordopfers Enver Simsek, Seda Basay, in Berlin.

Als Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt 1998 untertauchten, sei das Trio per Haftbefehl gesucht worden, sagte Basay. Einzelne Verfassungsschutzämter hätten zu diesem Zeitpunkt den Aufenthaltsort der drei gekannt oder ihn feststellen können, weil Telefonate abgehört worden seien. Allerdings hätten die Ämter ihre Informationen nicht an die Polizei weitergegeben. «Wenn man das gemacht hätte, 98 schon, dann hätte man vielleicht die Morde verhindern können», sagte Basay.

Die sogenannte Staatshaftungsklage wurde den Anwälten zufolge schon Ende 2016 beim Landgericht Nürnberg eingereicht und richtet sich gegen die Bundesrepublik sowie Thüringen und Bayern, die auf Schadenersatz verklagt werden. Aktuell ruht die Klage gegen Thüringen, weil das Land laut Mehmet Daimagüler, der die Klage federführend betreut, Aufarbeitung versprochen hat. Drei Familien von NSU-Opfern haben sich der Staatshaftungsklage angeschlossen.

@ dpa.de

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