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Save the Children Deutschland e.V.

Berlin / London - Vor einem Jahr warnten die Vereinten Nationen vor Hungersn?ten "biblischen Ausma?es".

20.04.2021 - 07:08:03

?ber 200 NGOs fordern mehr Geld f?r Kampf gegen Hunger / Geringer Teil der weltweiten Milit?rausgaben k?nnte gro?e L?cke schlie?en. Die Warnung verhallte: Gerade einmal f?nf Prozent der f?r 2021 ben?tigten Hilfsgelder f?r Ern?hrungssicherheit in H?he von 7,8 Milliarden Dollar wurden von der internationalen Gebergemeinschaft bislang finanziert.

Berlin/London - Vor einem Jahr warnten die Vereinten Nationen vor Hungersn?ten "biblischen Ausma?es". Die Warnung verhallte: Gerade einmal f?nf Prozent der f?r 2021 ben?tigten Hilfsgelder f?r Ern?hrungssicherheit in H?he von 7,8 Milliarden Dollar wurden von der internationalen Gebergemeinschaft bislang finanziert. Mehr als 200 Organisationen fordern deshalb in einem offenen Brief alle Regierungen auf, die Hilfe dringend zu erh?hen und zu verhindern, dass in diesem Jahr mehr als 34 Millionen Menschen an den Rand des Verhungerns getrieben werden.

Erst im Februar riefen das Weltern?hrungsprogramm (WFP) und die Ern?hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) dazu auf, zus?tzliche Mittel in H?he von 5,5 Milliarden Dollar f?r die Versorgung der bed?rftigsten Menschen bereitzustellen. Die Summe entspricht in etwa den weltweiten Milit?rausgaben eines Tages (weniger als 26 Stunden): Im gesamten Jahr 2019 gaben die Staaten 1,9 Billionen Dollar f?r das Milit?r aus. Doch w?hrend immer mehr Menschen hungrig zu Bett gehen, nehmen die Konflikte zu.

Ende 2020 sch?tzten die Vereinten Nationen, dass 270 Millionen Menschen entweder stark von Hunger bedroht sind oder bereits von akutem Hunger betroffen. Schon jetzt trifft dies f?r 174 Millionen Menschen in 58 L?ndern zu. Viele von ihnen sind in Gefahr, an Nahrungsmangel oder der Schw?chung ihres Immunsystems zu sterben. Die Zahl der Notleidenden wird in den kommenden Monaten noch steigen, wenn nicht sofort etwas unternommen wird. Weltweit sind die durchschnittlichen Lebensmittelpreise jetzt auf dem h?chsten Stand seit sieben Jahren.

Bewaffnete Konflikte sind die Hauptursache f?r den weltweiten Hunger, der auch durch den Klimawandel und die Covid-19-Pandemie versch?rft wird. Vom Jemen ?ber Syrien, Afghanistan und den S?dsudan bis hin zum Norden Nigerias treiben Konflikte und Gewalt Menschen in existenzielle Not.

Die ?ber 200 Organisationen fordern, dass der zu Beginn der Pandemie erfolgte Aufruf des UN-Generalsekret?rs zu einem globalen Waffenstillstand erh?rt und umgesetzt wird. Um Leben zu retten, m?ssen die Entscheidungs- und Verantwortungstr?ger*innen in aller Welt dauerhafte und nachhaltige Konfliktl?sungen unterst?tzen und humanit?ren Helfenden Zugang zu den Menschen in Krisengebieten erm?glichen.

Ahmed Shehu, Regionalkoordinator f?r das zivilgesellschaftliche Netzwerk des Tschadseebeckens, sagte: "Die Situation hier ist wirklich dramatisch. 70 Prozent der Menschen in dieser Region sind Bauern, aber sie haben wegen der Gewalt keinen Zugang zu ihrem Land und k?nnen keine Lebensmittel mehr produzieren. Diese Bauern haben jahrelang Tausende mit Nahrung versorgt, jetzt sind sie zu Bettlern geworden. Die Nahrungsmittelproduktion ist ausgefallen, Arbeitspl?tze und Einkommen sind verloren gegangen und die Menschen k?nnen sich kein Essen mehr kaufen. Und wir gelangen nicht einmal mehr sicher zu den Bed?rftigen, um ihnen zu helfen. Einige unserer Mitglieder haben die Reise riskiert, um hungernde Menschen zu erreichen und wurden entf?hrt. Wir wissen nicht, wo sie sind. Das hat enorme Auswirkungen auf diejenigen, die helfen wollen."

Hinweise f?r die Redaktionen:

- Der offene Brief ist hier zu finden: https://www.icvanetwork.org/SignOpenLetterFaminePrevention - Im ersten Quartal 2021 haben die Geber nur 6,1 % der insgesamt 36 Milliarden US-Dollar bereitgestellt, die in den humanit?ren Appellen der UNO f?r dieses Jahr gefordert wurden. Im Bereich der Ern?hrungssicherheit haben die Geber nur 5,3 % (415 Millionen) der insgesamt angeforderten 7,8 Milliarden Dollar bereitgestellt. (Stand: 7. April 2021) - Die Zahlen zu den Milit?rausgaben basieren auf einem Bericht des Stockholm International Peace Research Institute aus dem Jahr 2019, der die globalen Milit?rausgaben auf 1,9 Billionen Dollar sch?tzt. - Nach Angaben der Ern?hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) waren die weltweiten Lebensmittelpreise im Februar 2021 auf dem h?chsten Stand seit sieben Jahren. - Die Studie von Development Initiatives ?ber die Auswirkungen von Covid-19 auf die H?he der Hilfsgelder ergab f?r Kanada, Deutschland, Gro?britannien und die USA erhebliche R?ckg?nge bei den Hilfszusagen im Jahr 2020, f?r die EU-Institutionen einen geringen R?ckgang. F?r Frankreich, Italien und Japan liegen keine Daten vor. - Im Global Humanitarian Overview 2021 warnte die UNO im Dezember, dass die Zahl der akut von Ern?hrungsunsicherheit betroffenen Menschen bis Ende 2020 auf 270 Millionen ansteigen k?nnte. FAO und WFP griffen diese Sch?tzung im Februar in ihrem Aufruf zum Handeln auf, um eine Hungersnot im Jahr 2021 abzuwenden. Die neuesten Zahlen der FAO und des WFP stammen vom M?rz 2021.

ZITATE VON UNTERZEICHNENDEN:

Jan Sebastian Friedrich-Rust, Gesch?ftsf?hrer von Aktion gegen den Hunger in Deutschland:

"Staats- und Regierungschefs auf der ganzen Welt m?ssen umgehend auf die Nahrungsmittelkrise reagieren. Drei L?nder sind bereits von einer Hungersnot oder hunger?hnlichen Zust?nden betroffen, vierzig L?nder sind gef?hrdet. Betroffen sind insbesondere Menschen in Konfliktregionen. Wenn wir nicht entschlossen reagieren, werden noch mehr Menschen an Hunger sterben. Regierungen und die internationale Gebergemeinschaft m?ssen sowohl diplomatische Ma?nahmen verst?rken als auch die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen, um die Zivilbev?lkerung zu sch?tzen und den Zugang zu humanit?rer Hilfe zu sichern. Die Resolution 2417 des UN-Sicherheitsrats muss dringend umgesetzt werden. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Der bevorstehende G7-Gipfel muss erfolgreich sein, um Hungersn?te abzuwenden."

Karl-Otto Zentel, Generalsekret?r von CARE Deutschland:

"Es gibt Rettungspakete f?r Unternehmen in Milliardenh?he, gleichzeitig m?ssen Hilfsorganisationen im Jemen, Syrien oder der Demokratischen Republik Kongo um jeden Cent bitten. Und am h?rtesten trifft es wie immer Frauen und M?dchen. Dabei zeigt unsere Erfahrung, dass sie der Schl?ssel zur Hungerbek?mpfung sind. Wenn wir nicht endlich begreifen, wie entscheidend die Gleichstellung der Geschlechter ist, werden wir es auch in Zukunft nicht schaffen, Hungersn?te zu verhindern oder effektiv zu bek?mpfen."

Charlotte Slente, Generalsekret?rin des Danish Refugee Council:

"Unter der wachsenden Zahl von Fl?chtlingen und Vertriebenen verschlimmert der fehlende Zugang zu Nahrungsmitteln eine bereits kritische Situation erheblich. Das DRK ruft alle Regierungen auf, jetzt zu handeln, um zu verhindern, dass der Hunger in der Welt die verletzlichsten Gruppen von Menschen weiter ins Elend st?rzt."

David Miliband, CEO und Pr?sident des International Rescue Committee ::

"Es ist erschreckend zu beobachten, wie sich der weltweite Hunger verschlimmert. In den L?ndern, in denen wir arbeiten, sehen wir jeden Tag wie Hunger Menschenleben kostet. Die Staats- und Regierungschefs der Welt m?ssen jetzt handeln, um ein noch nie dagewesenes Ausma? an Leid zu verhindern - durch mehr finanzielle Mittel und diplomatische Bem?hungen, um Konflikte zu beenden und den Zugang f?r humanit?re Hilfe zu verbessern."

Tarek Abdelalem, Gesch?ftsf?hrer von Islamic Relief Deutschland:

"Wir sehen es als unsere Pflicht, an der Seite der Menschen, die Hunger erleiden, zu stehen, und sie sind mehr denn je auf unsere Unterst?tzung angewiesen. Wir von Islamic Relief appellieren an die internationale Gemeinschaft: Ignoriert den Hunger nicht und gew?hrleistet sichere humanit?re Hilfe, durch politische L?sungen und finanzielle Hilfsmittel. Wenn die finanziellen Mittel bereitgestellt werden, k?nnen wir beispielsweise im Jemen Millionen von Menschenleben retten. Wir erkennen die wirtschaftlichen Herausforderungen des gegenw?rtigen globalen Kontextes an, aber wir k?nnen nicht akzeptieren, dass Massen an Menschen wegen mangelnder Nahrung sterben werden. Und das lassen wir, sofern es in unserer Macht steht, nicht zu. Noch k?nnen wir der Hungersnot entgegensteuern."

Gabriela Bucher, Gesch?ftsf?hrerin von Oxfam International:

"Die reichsten L?nder k?rzen ihre Nahrungsmittelhilfe, w?hrend Millionen von Menschen weltweit hungern: Das ist ein au?ergew?hnliches politisches Versagen. Diese Entscheidung muss dringend r?ckg?ngig gemacht werden. Und wir m?ssen uns mit den grundlegenden Ursachen des Hungers auseinandersetzen - der weltweite Hunger hat nichts mit der Verf?gbarkeit von Nahrungsmitteln zu tun, sondern mit einem Mangel an gleichberechtigtem Zugang."

Anne-Birgitte Albrectsen, CEO von Plan International:

"Wir sind Zeugen einer verheerenden globalen Hungerkrise, die M?dchen und Frauen am h?rtesten trifft. Aus L?ndern wie dem S?dsudan wird uns bereits ?ber hungerbedingte Todesf?lle und Familien berichtet, die tagelang ohne Nahrung auskommen m?ssen. Andere treffen herzzerrei?ende Entscheidungen, indem sie ihre T?chter fr?h verheiraten oder das wenige verbleibende Essen f?r die Mitglieder des Haushalts aufsparen, die k?rperlich am schwersten arbeiten m?ssen. Nun ist das Engagement der f?hrenden Politiker*innen dieser Welt gefragt: Wenn jetzt nicht mehr Mittel f?r humanit?re Hilfe bereitgestellt werden, riskieren wir Millionen Todesf?lle."

Inger Ashing, CEO von Save the Children International:

"Wir haben die Geber immer wieder davor gewarnt, dass ihre Unt?tigkeit dramatische Folgen hat: Weltweit beobachten wir, dass Kinder verzweifeln und sterben. Bei der Geberkonferenz f?r den Jemen Anfang M?rz kam nicht einmal die H?lfte der ben?tigten Mittel zusammen und das Land befindet sich am Rand des Abgrunds. Es ist schmerzhaft, denn die Regierungen haben das Geld. Dass im Jahr 2021 Tausende von Kindern an Hunger und Krankheiten sterben werden, ist eine politische Entscheidung, es sei denn, die Regierungen entscheiden sich radikal daf?r, das Leben von Kindern zu retten."

Andrew Morley, Pr?sident und CEO von World Vision International:

"Lassen Sie mich direkt sein: Es gibt keinen Platz und keine Entschuldigung f?r so gro?e Hungersn?te im 21. Jahrhundert. Die Tatsache, dass wir diesen Punkt erreicht haben, zeigt ein klares und katastrophales moralisches Versagen der internationalen Gemeinschaft. Wir schulden den Kindern dieser Welt gr??ere Anstrengungen, um ihr Leben zu sch?tzen, ihre Potentiale zu f?rdern und Grundlagen f?r eine hoffnungsvolle Zukunft zu schaffen."

Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an unsere Pressestellen.

Kontakte in Deutschland:

Aktion gegen den Hunger, Vassilios Saroglou, Tel.: +49 (0)30 279 099 776, mailto:presse@aktiongegendenhunger.de

CARE Deutschland e.V., Ninja Taprogge, Tel. +49 151 701 674 97, mailto:taprogge@care.de

International Rescue Committee, Cathrine Schweikardt, Tel. +49 (0)176 34571264, mailto:cathrine.schweikardt@rescue.org ,

Islamic Relief Deutschland e.V., Sara Ahmed Martinez, + 49 221 499-2279, mailto:presse@islamicrelief.de

Oxfam Deutschland e.V., Steffen K??ner, Tel. +49 (30) 177 8809977, mailto:skuessner@oxfam.de

Plan International Deutschland e.V. Alexandra Tschacher, Tel. +49 (40) 607716 - 235, mailto:presse@plan.de

Save the Children Deutschland e.V., Aishe Malekshahi, Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 - 833, mailto:aishe.malekshahi@savethechildren.de

World Vision Deutschland e.V.: Iris Manner, Tel.: +49 (6172) 763 -153, mailto:presse@wveu.org

?ber Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gr?ndete die britische Sozialreformerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und ?sterreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen gr??te unabh?ngige Kinderrechtsorganisation der Welt in ?ber 110 L?ndern t?tig. Save the Children setzt sich ein f?r Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. F?r eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen k?nnen - seit ?ber 100 Jahren.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V. Pressestelle - Aishe Malekshahi Tel.: 030 - 27 59 59 79 - 833 Mail: mailto:Aishe.Malekshahi@savethechildren.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/106106/4893188 Save the Children Deutschland e.V.

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