Medien, Justiz

Berlin / Istanbul - Türkische Regierungsvertreter haben in den vergangenen Jahren immer wieder den direkten Kontakt zu ihren Anhängern in Deutschland gesucht.

10.07.2017 - 14:06:05

Hintergrund - Auftritte türkischer Politiker in Deutschland. Besonders häufig gerieten Auftritte des ehemaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan in die Kritik.

10. Februar 2008: Erdogan warnt die Türken in Deutschland vor zu viel Anpassung. «Assimilierung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit», sagt er vor etwa 16 000 Anhängern in Köln.

27. Februar 2011: Bei seinem Auftritt vor rund 10 000 Menschen in Düsseldorf fordert Erdogan seine Landsleute zwar auf, sich zu integrieren, lehnt aber erneut eine völlige Anpassung ab: «Unsere Kinder müssen Deutsch lernen, aber sie müssen erst Türkisch lernen.»

4. Februar 2014: Erdogan wirbt auf einer Veranstaltung unter dem Motto «Berlin trifft den großen Meister» vor etwa 4000 Zuhörern um Stimmen für die bevorstehende Direktwahl des türkischen Präsidenten.

24. Mai 2014: Nach dem Grubenunglück im türkischen Soma kritisiert Erdogan vor etwa 15 000 Anhängern in Köln die Berichterstattung in Deutschland. Erneut wirbt er für die Präsidentenwahl. Zur selben Stunde ziehen 45 000 Gegendemonstranten durch die Innenstadt.

12. Januar 2015: Ministerpräsident Ahmet Davutoglu ruft in Berlin vor etwa 3000 Anhängern der AKP-Partei zu mehr Entschlossenheit im Kampf gegen Rassismus auf.

10. Mai 2015: Im Vorfeld der Parlamentswahl in der Türkei fordert Staatschef Erdogan vor etwa 14 000 Anhängern in Karlsruhe, dass sich Menschen mit türkischem Migrationshintergrund integrieren, dabei aber Werte, Religion und Sprache ihrer Heimat bewahren.

31. Juli 2016: Gut zwei Wochen nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei spricht Sportminister Akif Cagatay Kilic in Köln auf einer Pro-Erdogan-Demonstration vor bis zu 40 000 Menschen. Eine Live-Zuschaltung des Präsidenten auf Großleinwand wurde angesichts der aufgeheizten Stimmung zuvor verboten.

18. Februar 2017: Ministerpräsident Binali Yildirim wirbt vor rund 10 000 Menschen in Oberhausen für die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei. Am Referendum im April können sich auch rund 1,4 Millionen wahlberechtigte Türken in Deutschland beteiligen.

2. März 2017: Aus Sicherheitsgründen verweigert die Stadt Gaggenau dem türkischen Justizminister Bekir Bozdag einen Wahlkampfauftritt. Die Stadt Köln lehnt eine Anfrage für einen Auftritt von Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci ab. Tags darauf platzt auch ein Auftritt Zeybekcis in Frechen bei Köln.

@ dpa.de

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