Parteien, CDU

Berlin - In der schwarz-roten Koalition spitzt sich der Streit über den Kurs von SPD-Chef Sigmar Gabriel in der Wirtschafts- und Flüchtlingspolitik zu.

29.08.2016 - 18:24:06

CDU und CSU attackieren Gabriel scharf. Führende Vertreter von CDU und CSU wiesen Blockadevorwürfe Gabriels ungewöhnlich scharf zurück.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte nach einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin, die Aussagen Gabriels zur Flüchtlingspolitik und zur inneren Sicherheit seien «nicht nur eine bodenlose Unverschämtheit, sondern in der Sache auch noch falsch».

Gabriel hatte der Union am Wochenende vorgehalten, wesentliche Fortschritte in der Flüchtlingspolitik und bei der Integration von Migranten zu blockieren.

Tauber sagte, der Eiertanz Gabriels zwischen Parteivorsitz und Wirtschaftsminister sei nur schwer erträglich. «Als Wirtschaftsminister muss man ihn daran erinnern, dass sein Amtseid dem deutschen Volk gilt, nicht der SPD oder gar der Parteilinken.» Gabriel sei verpflichtet, für Arbeitsplätze zu streiten und für die Interessen deutscher Unternehmen. «Deswegen ist seine Haltung zum Freihandel und vor allem zu TTIP grundfalsch.» Gabriel hatte das umstrittene geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA für quasi gescheitert erklärt.

Dass Gabriel «die Koordinaten als Wirtschaftsminister abhanden gekommen sind, hat man ja bereits bei seiner einsamen Entscheidung zur Fusion von Edeka und Tengelmann gesehen», sagte Tauber.

In der Flüchtlings- und Migrationspolitik wäre die Regierung mit ihren Maßnahmen etwa zu den Asylregelungen möglicherweise noch ein wenig schneller gewesen, «wenn die SPD uns nicht bei jeder Gelegenheit im Wege gestanden hätte», kritisierte Tauber. Gabriel könne nun in der Debatte über die Einstufung nordafrikanischer Staaten zu sicheren Herkunftsländern zeigen, ob er als Parteichef die SPD-Länder im Bundesrat zu einer Zustimmung bewegen könne.

Tauber hielt Gabriel vor, es sei schwer festzustellen, für was der SPD-Chef stehe. «Man kann nicht als erstes Pegida als Pack beschimpfen und dann hinfahren, um mit denen zu reden. Man kann nicht Nazis den Stinkefinger zeigen und dann Ressentiments wecken, indem man den Eindruck erweckt, es sei Ziel deutscher Politik, jedes Jahr eine Million Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen», sagte Tauber.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer warf Gabriel vor, in der Debatte um eine Obergrenze für Flüchtlinge Slalom zu fahren. «Im Gegensatz zum Schlingerkurs der SPD steht der klare Kurs der CSU: Die CSU ist schon immer für eine Obergrenze», sagte Scheuer der dpa. «Die CSU steht für die Umsetzung der Obergrenze bereit.» CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte, Gabriel habe offensichtlich den Sinn für die Realität verloren. «Ich erwarte von der SPD, dass sie nicht die Tatsachen verdreht, sondern sich konstruktiv an politischen Diskussionen beteiligt.»

AfD-Vize Alexander Gauland hielt Gabriel vor, nachdem Wahlen bevorstünden und sich die SPD im freien Fall befinde, drehe jener sich um 180 Grad und rede selbst von einer Art Obergrenze für Flüchtlinge. «Derartiger Wahlkampfopportunismus ist beinahe unerträglich», Gabriel sei «an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten».

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Wahl des neuen Saar-Ministerpräsidenten am 1. März. Saarbrücken - Tobias Hans soll am 1. März zum neuen Ministerpräsidenten des Saarlandes und damit zum Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt werden. Den Termin teilte der Landtag in Saarbrücken mit. Kramp-Karrenbauer wechselt als CDU-Generalsekretärin nach Berlin. Der bisherige CDU-Fraktionschef Hans war am Montag vom Parteivorstand und der Fraktion zum Nachfolger von «AKK» nominiert worden. Das Saarland wird seit 2012 von einer schwarz-roten Koalition regiert. Wahl des neuen Saar-Ministerpräsidenten am 1. März (Politik, 22.02.2018 - 14:54) weiterlesen...

Ex-SPD-Chef warnt - Scharping: Neuwahl wäre «lebensgefährliches Risiko für SPD». Eine Neuwahl wäre «ein lebensgefährliches Risiko für die SPD» und «schlecht für Deutschland». Koblenz - Der frühere SPD-Bundesvorsitzende Rudolf Scharping hat bei den Parteimitgliedern für eine neue Koalition mit der Union geworben. (Politik, 22.02.2018 - 07:24) weiterlesen...

Umfrage - Viele Deutsche trauen Kramp-Karrenbauer Kanzleramt nicht zu Berlin - Die Unionsanhänger stecken große Hoffnung in die designierte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer - einer Umfrage zufolge trauen ihr die meisten Deutschen die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel aber nicht zu. (Politik, 21.02.2018 - 10:28) weiterlesen...

Umfrage - Meiste Deutsche trauen Kramp-Karrenbauer Kanzleramt nicht zu Berlin - Die Unionsanhänger stecken große Hoffnung in die designierte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer - einer Umfrage zufolge trauen ihr die meisten Deutschen die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel aber nicht zu. (Politik, 21.02.2018 - 07:26) weiterlesen...

Kramp-Karrenbauer will CDU wieder klares Profil geben Die designierte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer will ihrer Partei wieder ein klares Profil geben. (Politik, 20.02.2018 - 15:51) weiterlesen...

Lob von Merkel-Kritikern - Rückenwind aus gesamter Union für Kramp-Karrenbauer. Inhaltliche Erwartungen gibt es auch. CDU-Chefin Merkel hat mit der Entscheidung für ihre neue Parteimanagerin eine Überraschung gelandet - und erntet ein positives Echo aus den eigenen Reihen. (Politik, 20.02.2018 - 14:18) weiterlesen...