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Der Tagesspiegel

Berlin - Berlin - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat wegen der Coronakrise ein "umfassendes, international abgestimmtes Stabilisierungspaket" für arme Länder gefordert.

27.03.2020 - 16:39:51

Entwicklungsminister Müller fordert Stabilisierungspaket für Entwicklungsländer in Coronakrise /Wir dürfen die Menschen in den ärmsten Ländern nicht allein lassen. "Die Corona-Pandemie trifft mit aller Härte jetzt die Ärmsten in den Entwicklungsländern", sagte Müller dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel (Freitagausgabe).

BERLIN - Die gewaltigen Hilfen in der Corona-Krise zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger können fließen. Zwei Tage nach dem Bundestag hat ihnen am Freitag auch der Bundesrat zugestimmt. Während die Infektions- und Todeszahlen weiter steigen, wird in Deutschland bereits über eine Lockerung der erst seit wenigen Tagen geltenden starken Ausgangsbeschränkungen diskutiert. Die Bundesregierung lehnt die Debatte als verfrüht ab.

BUNDESRAT BESCHLIEßT CORONA-HILFEN

Einstimmig und ohne Debatte hat der Bundesrat am Freitag im Schnelldurchgang die Hilfspakete der Bundesregierung in der Corona-Krise beschlossen. Damit können nun große Firmen unter einen 600 Milliarden Euro umfassenden Schutzschirm schlüpfen und notfalls auch ganz oder zum Teil verstaatlicht werden. Für kleine Firmen und Selbstständige gibt es direkte Zuschüsse in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro. Finanziert werden diese und andere Hilfen durch einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro. Das Gesetzespaket wurde umgehend von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet. Die ersten Gelder sollen noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.

DEBATTE ÜBER LOCKERUNG DER BESCHRÄNKUNGEN

Die strengen Ausgangsbeschränkungen in Deutschland gelten erst seit Montag - doch schon wird über eine Lockerung diskutiert. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner begrüßte die Diskussion als ein "positives Zeichen" für die Menschen im Land. Wann der richtige Zeitpunkt für eine Lockerung sei, müssten die Gesundheitsexperten entscheiden, sagte er im Deutschlandfunk. Dennoch sollte das staatliche Handeln auf die Frage gerichtet sein, wann es wieder ein normales Leben geben könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte allerdings am späten Donnerstagabend erklärt, man wisse noch gar nicht, ob die schärferen Maßnahmen greifen. "Und deshalb muss ich die Menschen hier in Deutschland wirklich hier um Geduld bitten."

BRITISCHER PREMIER JOHNSON INFIZIERT

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Er habe milde Symptome, Husten und Fieber, entwickelt, teilte er am Freitag per Twitter mit. "Ich arbeite von zuhause, ich bin in Selbstisolation", sagte der 55 Jahre alte Politiker. Dank moderner Technik könne er weiterhin mit seinem Team kommunizieren, um den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie in seinem Land anzuführen. Kurz darauf gab auch Gesundheitsminister Matt Hancock bekannt, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Bekannt ist zudem, dass sich Thronfolger Prinz Charles ebenfalls mit dem Virus infiziert hat. Auch bei ihm sollen die Symptome mild sein.

INFEKTIONS- UND TODESZAHLEN STEIGEN WEITER

In Deutschland sind bislang mehr als 43 700 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 11 500 nachgewiesenen Fällen und 85 Toten sowie Bayern mit mehr als 8800 Fällen und Baden-Württemberg mit mehr als 8400 Fällen. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 87,7 die meisten Infektionen. Mehr als 270 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang gestorben.

USA ÜBERRUNDEN CHINA BEI INFEKTIONSZAHLEN

Die USA haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land der Welt. In den Vereinigten Staaten gab es bis Freitagfrüh mehr als 85 900 bekannte Infektionen, in China mehr als 81 700 und in Italien mehr als 80 500, wie aus einer Übersicht der Johns-Hopkins-Universität in den USA hervorgeht. US-Präsident Donald Trump telefonierte nach eigenen Angaben mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und hob die gute Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervor. "China ist schon weit vorangekommen und hat ein großes Verständnis des Virus entwickelt. Wir arbeiten eng zusammen. Großer Respekt!", schrieb Trump auf Twitter.

SORGEN DER WIRTSCHAFT WACHSEN

Die Wirtschaft befürchtet noch höhere Einbußen durch die Corona-Krise als zunächst gedacht. Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) rechnen inzwischen mehr als 80 Prozent der Unternehmen mit einem deutlichen Umsatzminus für das Gesamtjahr 2020. Anfang März hatten sich etwa jeder zweite Betrieb so geäußert. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) aller 15 000 bundesweit befragten Firmen erwartet zudem einen Einbruch der Erlöse um mehr als die Hälfte, etwa genauso viele kalkulieren mit einem Minus von 25 bis 50 Prozent.

GOTTESDIENSTLOSE ZEIT SCHMERZT EKD-RATSVORSITZENDEN

Das Verbot von Gottesdiensten ausgerechnet in der Fasten- und Osterzeit schmerzt den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. "Wir erleben eine Situation, die wir so noch nie hatten. Es tut erstmal einfach weh, weil die Kraftquelle, die ein solcher Gottesdienst für uns bedeutet, nicht mehr zugänglich ist", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen damit rechnen, dass um Ostern herum die Zahl der Corona-Toten deutlich gestiegen sein wird. In dieser Situation deutlich zu machen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, das ist die Aufgabe unserer Osterpredigten."

KEINE OSTERMÄRSCHE

Das Coronavirus verhindert in diesem Jahr auch die traditionellen Ostermärsche der Friedensbewegung. Die Auflagen zur Eindämmung der Pandemie "machen eine Durchführung von Veranstaltungen oder Demonstrationen unmöglich", teilten die Organisatoren in Frankfurt mit. Viele Basisinitiativen riefen dazu auf, über Ostern Friedenszeichen, Banner, Fahnen und Symbole aus den Fenstern zu hängen, an Autos, Fahrrädern und Jacken zu befestigen.

KRIMINELLE NUTZEN CORONA-ANGST

Kriminelle und organisierte Banden machen sich nach den Beobachtungen von Europol die Corona-Angst der Menschen zunutze. Sie hätten ihre Methoden schnell angepasst und profitierten von der Krise, warnte die europäische Polizeibehörde in Den Haag. Ermittler registrierten mehr Fälle von Cybercrime, Betrug, Diebstahl und Fälschungen. So gäben sich Kriminelle zum Beispiel vermummt mit Gesichtsmasken und in Schutzanzügen an der Haustür als Behördenmitarbeiter aus und erklärten, sie müssten Corona-Tests machen. Während einer von ihnen die Bewohner ablenke, raube der andere die Wohnung aus. Die Betrüger profitierten auch von der großen Nachfrage nach Schutzartikeln. So würden im Internet dubiöse Corona-Test-Kits mit Preisen von bis zu 300 Euro angeboten.

JOHANNES B. KERNER HAT CORONA ÜBERSTANDEN

Nachdem der Moderator Johannes B. Kerner Mitte März positiv auf das Coronavirus getestet worden war, darf der Hamburger nun endlich wieder raus. Prompt geriet er beim Spaziergang an der Alster in eine Polizeikontrolle. "Die haben mich angehalten und wollten auch dieses Schreiben sehen. Und das habe ich ihnen natürlich gezeigt", sagte der 55-Jährige in der Sky-Sendung "Matze Knops Homeoffice". Es ging um das Schreiben des Gesundheitsamtes, in dem steht, dass seine Quarantäne nun aufgehoben ist. Langeweile sei das schärfste Symptom seiner Erkrankung gewesen, berichtete Kerner. Auch soziale Kontakte hätten ihm gefehlt. "Das ganze digitale Zeug (..) kann das nicht ersetzen."

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