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NABU

Berlin - Anl?sslich der am Montag beginnenden Verhandlungen der Internationalen Seeschiffahrtsorganisation (IMO) ?ber konkrete Klimaschutzma?nahmen sieht der NABU erheblichen Nachbesserungsbedarf beim vorliegenden Beschlussvorschlag, ?ber den kommende Woche abgestimmt werden soll.

13.11.2020 - 17:02:32

NABU: Seeschifffahrt endlich auf Klimakurs bringen / Miller: Internationale Seeschifffahrtsorganisation muss ambitionierte Klimaschutzma?nahmen verabschieden

Berlin - Anl?sslich der am Montag beginnenden Verhandlungen der Internationalen Seeschiffahrtsorganisation (IMO) ?ber konkrete Klimaschutzma?nahmen sieht der NABU erheblichen Nachbesserungsbedarf beim vorliegenden Beschlussvorschlag, ?ber den kommende Woche abgestimmt werden soll.

"Der vorliegende Kompromissvorschlag ist ein stumpfes Schwert im Kampf gegen die weiter steigenden Emissionen der Schifffahrt", kritisiert NABU-Bundesgesch?ftsf?hrer Leif Miller. "Wenn sich die Vertragsstaaten auf diesen faulen Kompromiss verst?ndigen, werden die Treibhausgasemissionen im Jahr 2030 nochmals um rund 14 Prozent im Vergleich zu heute steigen. Deutschland darf daher dem vorliegenden Text nicht zustimmen und muss auf ein wesentlich h?heres Ambitionsniveau dr?ngen. Anders ist die Seeschifffahrt nicht auf Klimakurs zu bringen. Abgesehen davon w?rde ein fatales Signal ausgesendet, das die Branche in ihrer Unt?tigkeit noch best?rkt."

Der Sektor habe sich jahrzehntelang erfolgreich darum gedr?ckt, sich an den internationalen Klimaschutzanstrengungen zu beteiligen. Mit den Kurzfristma?nahmen sollten zumindest erste Schritte in Richtung Emissionsminderung verbindlich festgelegt werden. Versage die IMO bereits hier, sei dies Ausdruck einer fatalen Unf?higkeit der Staatengemeinschaft, eine der wesentlichen Treibhausgasquellen effektiv und nach einheitlichen Standards in den Griff zu kriegen. In der Konsequenz sei eine Vielzahl regionaler Einzelma?nahmen zu erwarten, die die Industrie vor erhebliche Herausforderungen stelle und die Entwicklung von Effizienztechnologie und emissionsfreien Antrieben unn?tig verz?gere.

Daniel Rieger, Leiter Verkehrspolitik beim NABU Bundesverband: "Die Zugest?ndnisse, der Bundesregierung im Zuge der Kompromissfindung sind eindeutig zu gro?. Beim Erf?llen von Effizienzvorgaben allein auf Freiwilligkeit zu setzen und auch bereits nach heutigen Standards v?llig veraltete Schiffe noch bis zum Jahr 2030 weiter fahren zu lassen, zementiert einzig den Status quo. Die Treibhausgasintensit?t pro transportierter Tonne m?sste bis 2030 um 80 Prozent gemindert werden, um das Ziel von 1,5?C Erderw?rmung einhalten zu k?nnen. Zugleich m?ssen die Anforderungen an den Schiffsbetrieb verbindlich sein, ?berwacht und im Falle von Verst??en auch sanktioniert werden. Alles andere kann nicht als Fortschritt gefeiert werden. Da gerade deutsche und auch europ?ische Unternehmen Weltmarktf?hrer im Bereich Schiffbau sowie maritimer Effizienztechnologie sind, bietet sich hier zugleich die Gelegenheit, Klimaschutz und wirtschaftlichen Erfolg zu vereinen."

Zum Hintergrund

Die Seeschifffahrt ist aktuell f?r rund drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit emittiert der Sektor mehr klimasch?dliches CO2 als die Bundesrepublik Deutschland. Die globale Schifffahrt wird ?ber die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) reguliert. Fortschritte im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes gestalten sich hier jedoch ?u?erst z?h. Das Pariser Klimaschutzabkommen verweist dennoch auf dieses Gremium, um sektorspezifische Klimaziele festzulegen und ihre Umsetzung voranzutreiben.

Die Treibhausgasminderungsstrategie der IMO sieht eine Halbierung der CO2-Emissionen der Seeschifffahrt bis 2050 im Vergleich zum Jahr 2008 vor. Dies ist v?llig unzureichend, nicht mit dem Pariser Klimaschutzabkommen kompatibel und von daher inakzeptabel, da auch die Schifffahrt im Jahr 2050 vollst?ndig emissionsfrei unterwegs sein muss. Teil der IMO-Strategie ist die Verabschiedung kurzfristig wirksamer Ma?nahmen, die bereits bis zum Jahr 2023 Wirkung entfalten.

Im Vorfeld der nun stattfindenden 75. Sitzung des Umweltausschusses der IMO, dem Marine Environment Protection Committee (MEPC) wurde unter den Vertragsstaaten das Dokument J/5.rev1 entwickelt, das der NABU in wesentlichen Aspekten f?r unzureichend h?lt und das nun in der Woche vom 16. - 20. November 2020 zur Abstimmung steht.

Pressekontakt:

Daniel Rieger, Leiter Verkehrspolitik NABU Bundesverband, Mobil +49 (0)174 1841313, E-Mail: Daniel.Rieger@NABU.de

NABU-Pressestelle Julian Bethke | Britta Hennigs | Katrin Jetzlsperger | Silvia Teich Tel. +49 (0)30.28 49 84-1538 | -1722 | -1534 | -1588 Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

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