Energie, Klima

Beim Kohleausstieg zeichnet sich ein Kompromiss ab: Ab etwa 2035 könnten die letzten Dreckschleudern unter den Kraftwerken geschlossen werden.

15.09.2018 - 12:36:06

Kohlekommission - «Spiegel»: Kohleausstieg zwischen 2035 und 2038 geplant. Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings, dass die betroffenen Kohle-Regionen beim Strukturwandel massiv unterstützt werden.

  • Zeche Prosper Haniel - Foto: Roland Weihrauch

    Förderturm der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop: In Nordrhein-Westfalen endet der Steinkohleabbau. Foto: Roland Weihrauch

  • Zeche Prosper Haniel - Foto: Oliver Berg

    Auf dem Weg zur Arbeit: Bergleute verlassen auf der Zeche Prosper Haniel in 1250 Metern Tiefe den Förderkorb. Foto: Oliver Berg

  • Protest in der Lausitz - Foto: Wolfgang Kumm

    Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, mit Gegnern eines Stopps des Kohleabbaus in der Lausitz. Foto: Wolfgang Kumm

  • Braunkohlekraftwerk Niederaußem - Foto: Christophe Gateau

    RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem: Bis 2038 könnten die letzten Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Foto: Christophe Gateau

  • Bergleute - Foto: Oliver Berg

    Ein Bergmann arbeitet auf der Zeche Prosper Haniel in 1250 Metern Tiefe. Foto: Oliver Berg

Zeche Prosper Haniel - Foto: Roland WeihrauchZeche Prosper Haniel - Foto: Oliver BergProtest in der Lausitz - Foto: Wolfgang KummBraunkohlekraftwerk Niederaußem - Foto: Christophe GateauBergleute - Foto: Oliver Berg

Berlin - In der von der Bundesregierung eingesetzten Kohlekommission zeichnet sich einem «Spiegel»-Bericht zufolge eine Einigung beim Ausstieg aus der Kohleverstromung ab. Demnach sollen die letzten Kohlekraftwerke zwischen 2035 und 2038 geschlossen werden.

Eine entsprechende Kompromisslinie habe Bahn-Vorstand Ronald Pofalla nach einer Reihe von Gesprächen mit den anderen Mitgliedern der Kommission erarbeitet und diese im Bundesumweltministerium sowie im Kanzleramt vorgestellt.

Das Umweltministerium bestätigte, dass es Gespräche gegeben habe. Zu den Inhalten wollte sich eine Sprecherin aber nicht äußern. Nach dem «Spiegel»-Bericht ist geplant, in einem Sofortprogramm Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt fünf bis sieben Gigawatt bis zum Jahre 2020 vom Netz zu nehmen und gegebenenfalls als Reserve zu behalten. Spätestens im Jahre 2027 soll geprüft werden, ob der Ausstiegspfad eingehalten werden kann.

Auch Maßnahmen zur Bewältigung des Strukturwandels in den betroffenen Braunkohleregionen sollen demnach in einem Bundesgesetz festgeschrieben werden. Dazu zählten neben dem Ausbau von Breitbandnetzen und der Eisenbahnstrecke von Görlitz in Sachsen nach Berlin auch die Ansiedlung von Bundesbehörden.

Die Kohlekommission, die eigentlich «Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung» heißt, hatte im Juni ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll bis Ende des Jahres eine Strategie zum Ausstieg aus der Kohleverstromung ausarbeiten und Vorschläge für die Finanzierung und Gestaltung des Strukturwandels in Tagebau-Regionen wie der Lausitz und dem Rheinischen Revier vorlegen. Derzeit belastet vor allem der Streit um die geplante Räumung des Hambacher Forsts die Arbeit der Kommission.

@ dpa.de