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Kriminalität, Polizei

Bei ihren Ermittlungen zur Stuttgarter Krawallnacht will die Polizei auch das Umfeld der Verdächtigen und deren familiären Hintergrund beleuchten.

12.07.2020 - 17:28:08

Nach der Krawallnacht im Juni - Stuttgarter Polizei verteidigt Abfrage bei Standesämtern. Den Vorwurf, man wolle «Stammbaumforschung» betreiben, wies das Polizeipräsidium zurück.

  • Randale und Plünderungen in Stuttgart - Foto: Julian Rettig/dpa

    Menschen stehen in der Krawallnacht vor einem geplünderten Geschäft in der Stuttgarter Innenstadt. Foto: Julian Rettig/dpa

  • Frank Lutz - Foto: Christoph Schmidt/dpa

    Stuttgarts Polizeipräsident Frank Lutz. Foto: Christoph Schmidt/dpa

  • Thomas Strobl - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

    Innenminister Thomas Strobl: «Unsere Polizei arbeitet professionell und korrekt.». Foto: Sebastian Gollnow/dpa

  • Nach der Randale in Stuttgart - Foto: Marijan Murat/dpa

    21. Juni: Die beschädigten Scheibe eines Einzelhandelsgeschäfts in Stuttgart. Foto: Marijan Murat/dpa

Randale und Plünderungen in Stuttgart - Foto: Julian Rettig/dpaFrank Lutz - Foto: Christoph Schmidt/dpaThomas Strobl - Foto: Sebastian Gollnow/dpaNach der Randale in Stuttgart - Foto: Marijan Murat/dpa

Stuttgart - Die Polizei hat bestätigt, dass sie bei ihren Ermittlungen zur Stuttgarter Krawallnacht in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben.

Es gehe darum, weitere Täter zu identifizieren sowie die Lebens- und Familienverhältnisse der bereits bekannten Tatverdächtigen umfassend festzustellen, erklärte das Polizeipräsidium Stuttgart am Sonntag.

«Deshalb wird in einzelnen Fällen die Nationalität der Eltern, und nur der Eltern, von Tatverdächtigen durch Anfragen beim Standesamt erhoben, um zu klären, ob ein Migrationshintergrund gegeben ist», heißt es in der Stellungnahme. Diese Praxis als «Stammbaumforschung» zu bezeichnen, sei aber nicht korrekt.

In einem Bericht von «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» hatte es geheißen, die Polizei wolle Stammbaumforschung betreiben. Polizeipräsident Franz Lutz habe am Donnerstag im Gemeinderat angekündigt, dass die Polizei auch bei Verdächtigen mit deutschem Pass mit Hilfe der Landratsämter Stammbaumrecherche betreiben werde, hieß es in dem Bericht. Das hatte breite Kritik ausgelöst.

Das Polizeipräsidium erklärte dazu am Sonntag, Lutz habe in der Gemeinderatssitzung erläutert, dass für eine strafrechtliche Aufarbeitung die Einbeziehung aller persönlichen Umstände der Tatverdächtigen nötig sei. Bei dem überwiegenden Teil der identifizierten Personen handele es sich um Jugendliche und Heranwachsende, bei denen die Prävention im Vordergrund stehe.

«Um eine erfolgreiche Präventionsarbeit auch längerfristig gewährleisten zu können, bedarf es maßgeschneiderter Konzepte, welche die persönlichen Lebensumstände, wie auch einen potenziellen Migrationshintergrund, miteinbeziehen», betonte das Polizeipräsidium.

Das baden-württembergische Innenministerium bezeichnete das Vorgehen als Selbstverständlichkeit in einem Strafverfahren. «Unsere Polizei arbeitet professionell und korrekt», versicherte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die Ausschreitungen in Stuttgart hätten ein bislang unbekanntes Gewalt- und Eskalationspotenzial erkennen lassen.

In Stuttgart war es in der Nacht zum 21. Juni zu schweren Krawallen gekommen. Randalierer hatten damals Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an den Krawallen beteiligt oder hatten dabei zugeschaut. 32 Polizisten wurden verletzt. Inzwischen seien 39 Verdächtige ermittelt. 14 säßen in Untersuchungshaft, sechs weitere Haftbefehle seien außer Vollzug gesetzt worden, erklärte das Polizeipräsidium.

© dpa-infocom, dpa:200712-99-763742/3

@ dpa.de