International, Geschichte

Athen - Das griechische Parlament debattiert seit dem Morgen über mögliche Reparationsforderungen an Deutschland.

17.04.2019 - 17:20:06

289 Milliarden Euro - Griechisches Parlament debattiert über Reparationsforderung. Diese könnten sich auf bis zu 290 Milliarden Euro belaufen, besagt eine griechische Studie.

Einfach machen sich die Abgeordneten das Thema nicht; am Abend soll darüber abgestimmt werden, wie die jetzige und künftige Regierungen damit umgehen sollen. Fernziel dürfte der Internationale Gerichtshof in Den Haag sein.

Bittere Momente gab es im Laufe des Nachmittags im Parlament; etwa als Zeitzeugenberichte von Nazimassakern in griechischen Dörfern verlesen wurden. Aber auch die Populisten nutzten die Gunst der Stunde: Ministerpräsident Alexis Tsipras wolle mit den Reparationsforderungen nur Stimmen für die im Oktober anstehende Parlamentswahl gewinnen, hieß es. Die rechtsextreme Partei «Goldene Morgenröte» machte gar eine ganz eigene Rechnung über die Reparationen auf. Höhe: 400 Milliarden Euro.

Eine vom Parlament einberufene Expertenkommission hatte vor drei Jahren den Umfang der Forderungen auf mindestens 289 Milliarden Euro beziffert.

Enthalten sind darin eine Zwangsanleihe, die Griechenland der Deutschen Reichsbank während des Krieges gewähren musste, sowie Zahlungen für Kriegsverbrechen und -schäden.Von Deutschland sei ohnehin nichts zu erwarten, warnten manche Parlamentarier: «Die deutsche Seite ist der Meinung, dass sie das Thema mit der Zahlung von 160 Millionen Mark an die Opfer und der Aufnahme von rund 420 000 Gastarbeitern abgegolten hat», sagte Oppositionspolitiker Vasilis Leventis.

Tatsächlich sieht Deutschland das Thema als erledigt an; die Regierung in Berlin stützt sich dabei auf den 1990 zur Wiedervereinigung unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag, in dem es heißt, es seien «keine weiteren Reparationen» vorgesehen. Die Frage nach Reparationen sei juristisch wie politisch abschließend geregelt, sagte auch Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Zahlungen für NS-Verbrechen - Athen erhebt erneut Reparationsforderungen an Deutschland. Die Debatte könnte bis zum Internationalen Gerichtshof in Den Haag gelangen. Für das Leid und die Schäden im Zweiten Weltkrieg will Athen mit Deutschland über Entschädigungen verhandeln. (Politik, 19.04.2019 - 12:26) weiterlesen...

289 Milliarden Euro - Athen stimmt für Reparationsforderungen an Deutschland. Schon bald sollen entsprechende diplomatische Schritte eingeleitet werden. Nun ist es amtlich: Griechenland wird von Deutschland Geld für die im Zweiten Weltkrieg erlittenen Schäden fordern. (Politik, 18.04.2019 - 12:40) weiterlesen...

289 Milliarden Euro - Athen stimmt für Reparationsforderungen an Deutschland. Schon bald sollen entsprechende diplomatische Schritte eingeleitet werden. Nun ist es amtlich: Griechenland wird von Deutschland Geld für die im Zweiten Weltkrieg erlittenen Schäden fordern. (Politik, 17.04.2019 - 21:50) weiterlesen...

Mit «Tetris» zum Erfolg - 30 Jahre Game Boy: Wie ein Klotz das Spielen revolutionierte. Der Erfolg des klobigen Spielgeräts brachte der Branche auch bei, dass einfache Technik manchmal besser ist. Vor 30 Jahren brachte Nintendo seinen Game Boy auf den Markt und machte damit das Videospielen unterwegs salonfähig. (Wissenschaft, 17.04.2019 - 16:30) weiterlesen...

30 Jahre Game Boy: Wie ein Klotz das Spielen revolutionierte. Der Erfolg des klobigen Spielgeräts brachte der Branche auch bei, dass einfache Technik manchmal besser ist. Vor 30 Jahren brachte Nintendo seinen Game Boy auf den Markt und machte damit das Videospielen unterwegs salonfähig. (Wissenschaft, 17.04.2019 - 16:26) weiterlesen...

289 Milliarden Euro - Griechisches Parlament debattiert Reparationsforderungen. Eine vom Parlament einberufene Expertenkommission hatte vor drei Jahren den Umfang der Forderungen auf mindestens 289 Milliarden Euro beziffert. Athen - Das griechische Parlament will heute über den künftigen Umgang mit Reparationsforderungen an Deutschland entscheiden. (Politik, 17.04.2019 - 14:27) weiterlesen...