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Wahlen, Parteien

Armin Laschet will Bundeskanzler werden, aber er hat es schwer, die Wähler von sich zu überzeugen.

01.08.2021 - 16:56:10

Bundestagswahl - Umfragewerte von CDU-Chef Laschet sinken. Der Zuspruch für den CDU-Chef sinkt in neuen Umfragen. Zwei Monate hat Laschet noch Zeit, den Trend umzukehren.

Berlin - Acht Wochen vor der Bundestagswahl sieht sich Unionskanzlerkandidat Armin Laschet mit schwindendem Zuspruch konfrontiert. In einer neuen Insa-Umfrage büßt der CDU-Chef bei der Direktwahlfrage weiter ein.

Einer YouGov-Befragung zufolge hat der nordrhein-westfälische Ministerpräsident als Krisenmanager in der Flutkatastrophe keine sonderlich gute Figur gemacht.

Bei einer Direktwahl des Kanzlers erhielte der CDU-Chef aktuell nur 13 Prozent, wie die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die «Bild am Sonntag» ergab. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Bereits dort hatte Laschet fünf Prozentpunkte verloren. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz legt in der neuen Umfrage um einen Punkt zu, für ihn würden sich 22 Prozent entscheiden. Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kommt wie Laschet auf 13 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Auch zwei andere Umfragen hatten zuletzt Scholz vor Laschet gesehen.

In der Sonntagsfrage gibt es in der Insa-Umfrage aber kaum Bewegung. Die Union verharrt bei 27 Prozent, auch SPD (17 Prozent), Grüne (18 Prozent), FDP (13 Prozent) und AfD (11 Prozent) halten die Werte der Vorwoche. Die Linke büßt einen Punkt auf 6 Prozent ein. Der Kanzler oder die Kanzlerin wird in Deutschland nicht direkt gewählt. Stattdessen stehen bei der Bundestagswahl am 26. September Parteien auf dem Stimmzettel.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Mit seinem Agieren in der Flut-Katastrophe konnte Laschet nicht punkten. Auf die Frage, ob sein Verhalten ihm im Wahlkampf wenn überhaupt wohl eher nützen oder schaden werde, antworteten knapp 46 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, sein Agieren in der Krise werde ihm mit Blick auf die Wahl schaden. Nur 7 Prozent vermuten demnach, dass Laschet hier Pluspunkte für den Wahlkampf sammeln konnte. 29 Prozent sehen keine Auswirkungen, 18 Prozent haben dazu keine Meinung.

Anders sieht es hier für Scholz aus. Etwa 47 Prozent der Deutschen glauben, dass dem Vizekanzler sein Verhalten nach der Flutkatastrophe im Wahlkampf weder schaden noch nützen wird. Immerhin 18 Prozent vermuten einen positiven und nur 11 Prozent einen negativen Effekt. Bei Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock glauben 21 Prozent, ihr Verhalten nach dem Unwetter werde ihr im Wahlkampf schaden. Knapp 10 Prozent erwarten, dass sich ihr Handeln positiv auf ihre Wahlchancen auswirken wird. Rund 45 Prozent der Befragten erwarten keinen Effekt auf den Wahlkampf.

Als NRW-Ministerpräsident stand Laschet im Gegensatz zu Baerbock und Scholz nach der Flut vor Ort direkt mit in der Verantwortung. Für Aufregung sorgte eine Szene während des Besuches von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Katastrophengebiet. Laschet scherzte mit Umstehenden, während Steinmeier angesichts der vielen Todesopfer sein Mitgefühl ausdrückte. Laschet sagte später, er bedauere sein unpassendes Verhalten.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) glaubt trotz sinkender Umfragewerte fest an einen Sieg Laschets bei der Bundestagswahl. Seehofer sagte der «Bild am Sonntag»: «Mit meiner 50-jährigen Erfahrung in der Politik kann ich Ihnen sagen: Laschet wird Kanzler. Er bringt die wichtigste Eigenschaft für diesen harten Job mit: eine fröhliche Gelassenheit. Zähigkeit und Standfestigkeit hat er überdies ja schon bewiesen.»

Nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder ist die Union wegen ihres passiven Wahlkampfs selbst für ihre sich zunehmend verschlechternden Umfrageergebnisse verantwortlich. Wie im Fußball empfehle es sich, «einfach auch noch mal selbst zu stürmen und ein bisschen offensiv zu werden», sagte Bayerns Ministerpräsident am Sonntag im ZDF-Sommerinterview in Nürnberg. Söder betonte, er erwarte für den Wahlkampf in den kommenden Wochen eine angriffslustigere Strategie: «Das muss jetzt kommen.» Bei der Einschätzung gebe es auch keine Differenzen mit Laschet: «Wir sind uns einig, wir brauchen einfach mehr Tempo und Power», sagte Söder.

Aus Sicht von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) wird Laschet es jedoch im Osten schwer haben, die Menschen von sich zu überzeugen. «Nicht, weil ich mir das politisch wünschen würde. Sondern weil ich denke, er fremdelt mit den Menschen und der Situation im Osten Deutschlands», sagte Ramelow dem Nachrichtenportal t-online.

© dpa-infocom, dpa:210801-99-649523/5

@ dpa.de