Tourismus, Terrorismus

Anschläge, Gewalt, Unruhen und hohe Kriminalität schrecken Touristen ab.

18.12.2017 - 15:38:05

Umfrage zu Reiseländern - Urlaub: Für die Mehrheit ist Sicherheit wichtiger als Sonne. Die Deutschen fühlen sich mehrheitlich nur noch in wenigen Ländern als Urlauber wohl und sicher.

  • Mallorca - Foto: Patrick Schirmer Sastre

    Aktionen gegen zu viele Touristen haben viele Spanien-Fans verunsichert. Foto: Patrick Schirmer Sastre

  • Barcelona - Foto: Matthias Oesterle

    Der Terroranschlag in Barcelona hat viele Urlauber verunsichert. Foto: Matthias Oesterle

  • Demonstration - Foto: Oliver Brenneisen/Archiv

    Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto «So weit ist es gekommen!» protestieren in Palma de Mallorca. Foto: Oliver Brenneisen/Archiv

  • Urlaub auf Norderney - Foto: Ingo Wagner

    Die GfK-Umfrage ergab, dass jeder zwölfte Befragte sich selbst in Deutschland nicht mehr sicher fühlt. Foto: Ingo Wagner

  • Winter in der Schweiz - Foto: Peter Schneider

    Verschneite Landschaft im Guerbetal: Die Schweiz zählt zusammen mit Österreich zu den beliebtesten Zeilen. Foto: Peter Schneider

Mallorca - Foto: Patrick Schirmer SastreBarcelona - Foto: Matthias OesterleDemonstration - Foto: Oliver Brenneisen/ArchivUrlaub auf Norderney - Foto: Ingo WagnerWinter in der Schweiz - Foto: Peter Schneider

Hamburg - Für die Mehrheit der Deutschen gibt es nach einer neuen Umfrage nur noch fünf sichere Urlaubsregionen. Neben dem eigenen Land sind das Österreich und die Schweiz sowie mit deutlichem Abstand Italien und Skandinavien.

Das wichtige Reiseziel Spanien gilt nur knapp der Hälfte der Befragten (49 Prozent) als Land, in dem sie sich im Urlaub wohl und sicher fühlen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen.

Die ehemals klassischen Urlaubsziele Türkei, Ägypten und Tunesien werden von nur noch fünf Prozent als sichere Reiseländer betrachtet. «Statt Sonne, Strand und Meer ist Sicherheit zu dem entscheidenden Faktor auf Reisen geworden», sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Ulrich Reinhardt. Anstelle einer Sonnengarantie werde die Garantie der Sicherheit über die künftig beliebtesten Urlaubsziele entscheiden. Allerdings ist das Sicherheitsgefühl auch im eigenen Land erschüttert. Jeder zwölfte Befragte fühle sich selbst in Deutschland nicht mehr sicher, hieß es.

Mit Blick auf das vergleichsweise schlechte Abschneiden von Spanien, dem wichtigsten Auslandsreiseziel der Deutschen, erklärte Reinhardt: Demonstrationen gegen zu viele Touristen, Diskussionen über eine Touristensteuer und die mediale Berichterstattung darüber seien nicht folgenlos geblieben. «Viele Urlauber haben das Gefühl, in Spanien nicht mehr jederzeit willkommen zu sein.» Zudem spiele das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle. Reinhardt nannte den Terroranschlag vom August in Barcelona, eine erhöhte Terrorwarnung für Mallorca und die jüngsten Konflikte in Katalonien.

Von den abgefragten 30 Reiseregionen finden sich hinter Spanien im oberen Drittel noch Kanada (47 Prozent), Australien (44), die Beneluxländer (41) und Griechenland (34). Im Mittelfeld liegen Kroatien (33) und Großbritannien (32). In Ungarn (26), Polen (24) und den USA (23) fühlt sich nur noch jeder Vierte wohl und sicher, in Bulgarien (18) und Thailand (17) nicht mal jeder Fünfte.

Im unteren Drittel landen Südafrika und die Vereinigten Arabische Emirate (jeweils 14 Prozent), China (13), Russland (11), Mexiko (10) und auf dem letzten Platz die Ukraine (3). Zum Vergleich: Deutschland wird von 77 Prozent der Befragten für sicher gehalten, Österreich von 71 und die Schweiz von 69 Prozent. Skandinavien folgt mit 53 Prozent, Italien mit 52. Nach dem Reiseland Frankreich wurde nicht gefragt.

Reinhardt wies darauf hin, dass die Einschätzung, ob man sich in einem Land wohl und sicher fühle, sehr stark von der Bildung abhänge. Von den Befragten mit höherer Bildung gaben etwa mehr als doppelt so viele an, sie hielten Großbritannien oder die USA für sichere Reiseländer. «Wer über eine formal niedrige Bildung verfügt, zeigt sich in vielen Bereichen des Lebens überdurchschnittlich ängstlich», sagte Reinhardt. Erklärt werden könne dies mit einer oftmals einseitigen Informationsaufnahme und einer hohen Empfänglichkeit für Schreckensbotschaften.

@ dpa.de

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