Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Gesundheit, Bundesländer

Angesichts der anhaltenden Lieferengpässe bei Medikamenten fordern mehrere Bundesländer eine Rückverlagerung von Teilen der Arzneimittelproduktion nach Deutschland und Europa.

26.01.2020 - 00:02:17

Bundesländer fordern Rückverlagerung von Medikamentenproduktion

Das ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den Gesundheitsministerien der Länder. Auch in den Bundestagsfraktionen stößt diese Idee auf Zustimmung.

"Ich fordere von der Bundesregierung rasche Schritte für eine verstärkte Arzneimittelproduktion in Deutschland und der Europäischen Union", sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Zeitung. Es sei wichtig, "schnell etwas gegen die wachsende Abhängigkeit von außer-europäischen Ländern bei lebenswichtigen Arzneimitteln zu unternehmen", so die CSU-Politikerin weiter. Derzeit sind laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) knapp 300 wichtige Arzneien, darunter Medikamente zur Krebsbehandlung, Narkosemittel oder Präparate zur Behandlung von Epilepsie, nicht lieferbar. Die Anzahl der nicht verfügbaren Rabattarzneimittel hat sich nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in nur einem Jahr von 4,7 (2017) auf 9,3 (2018) Millionen Packungen verdoppelt. Neben Bayern plädieren auch Niedersachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen für eine Rückverlagerung oder zumindest die Ansiedelung von zusätzlichen Fertigungsstätten in Europa, um auf diese Weise die teilweise angespannte Versorgungslage zu verbessern. "Die Verlagerung der Produktion von Wirkstoffen und Arzneimitteln nach Europa würde dabei vor allem die gewachsene Abhängigkeit von Drittstaaten mindern", teilte das Gesundheitsministerium Thüringen der "Welt am Sonntag" mit. Aus dem niedersächsischen Ministerium hieß es, man habe sich bereits im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, dass "deutlich stärker auf Produktionsstandorte innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums gesetzt wird. Die Bundesregierung hat sich zu diesen Vorschlägen bisher leider nicht geäußert." Zugleich wird der Ruf nach einer europäischen Lösung lauter: Aufgrund des freien Warenverkehrs in der EU sei "eine zentrale Strategie notwendig", erklärte das Gesundheitsministerium in Thüringen. Ein gemeinsames Vorgehen der Europäischen Union und eine Rückverlagerung von Teilen der Produktion stößt auch in den Bundestagsfraktionen auf Zustimmung. Natürlich würde Letzteres höhere Preise für Medikamente bedeuten, sagte Christine Aschenberg-Dugnus, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, der "Welt am Sonntag". Qualität und Lieferfähigkeit hätten aber "ihren Preis. Nur billig reicht nicht", so die FDP-Politikerin weiter. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, kündigte an, man werde das Thema Lieferengpässe "im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft auf die Tagesordnung setzen". Die Industrie steht dem Vorschlag dagegen skeptisch gegenüber. "Europa kann viel tun, um die Sicherheit der Arzneimittelversorgung zu stärken: Dabei kann es ruhig selbstbewusst vorgehen und sich fragen, wie es dazu beitragen kann, höchste Produktionsstandards weltweit zu etablieren", sagte Han Steutel, Präsident des Verbands forschender Arzneimittelhersteller, der "Welt am Sonntag". Ein "Zurückdrehen der Globalisierung" sei allerdings wenig aussichtsreich.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Coronavirus: Linke will mehr Geld für Personal und Hygiene Linke-Bundeschef Bernd Riexinger fordert von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), er müsse durch mehr Personal in Krankenhäusern für lückenlose Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus sorgen. (Politik, 27.02.2020 - 16:01) weiterlesen...

Regierung genehmigt zusätzliche Millionen für WHO und RKI Die Bundesregierung stellt weitere Millionen Euro zur Eindämmung des Coronavirus bereit. (Politik, 27.02.2020 - 15:55) weiterlesen...

FDP: Merkel muss Kampf gegen Coronavirus zur Chefsache machen FDP-Fraktionsvize Michael Theurer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, das Krisenmanagement gegen das Coronavirus an sich zu ziehen. (Politik, 27.02.2020 - 14:37) weiterlesen...

Spahn: Pandemiepläne werden nicht oft genug geübt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht im Zusammenhang mit der aktuellen Coronavirus-Krise Bedarf für Nachbesserungen bei den Maßnahmen der Behörden. (Politik, 27.02.2020 - 14:09) weiterlesen...

Innenminister: Abriegeln der deutschen Grenze nicht möglich Ein komplettes Abriegeln der deutschen Grenze ist nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unmöglich. (Politik, 27.02.2020 - 13:57) weiterlesen...

Amtsärzte: Gesundheitsämter schlecht auf Coronavirus vorbereitet Die Amtsärzte in Deutschland sehen die Gesundheitsämter insgesamt schlecht auf einen größeren Corona-Ausbruch hierzulande vorbereitet. (Politik, 27.02.2020 - 10:45) weiterlesen...